Gojko Mitic neuer Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft


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Geschrieben von Der Vorstand am 01. April 2004 22:01:08:

Die Demokratisierung des Irak zeigt nun endlich den erhofften Dominoeffekt. Heute fiel eine der letzten Bastionen, die Karl-May-Gesellschaft. Nach der Übernahme durch den Karl-May-Verlag und der Entmachtung des ominösen Mitarbeiterkreises wurden die ersten freien, allgemeinen und demoktratischen Wahlen seit Bestehen der KMG abgehalten. Mit Tränen in den Augen gedachten zunächst die Vorkämpfer für eine Demokratisierung und Humorisierung der aus der KMG ausgetretenen Märtyrer. Anschließend wurde der neue Vorsitzende gewählt. Nach einem hitzigen Wahlkampf setzte sich Gojko Mitic mit hauchdünner Mehrheit vor dem Kandidaten Pierre Brice durch.

Pierre Brice zeigte sich anschließend wie schon häufiger als schlechter Verlierer. Er lamentierte über den angeblichen Heimvorteil Mitic' - die Wahlen fanden in Radebeul statt - und beklagte lauthals den mangelnden Respekt der Gesellschaft vor dem Willen Karl Mays. Schließlich habe er, Pierre Winnetou, in den sechziger Jahren noch jedesmal die kroatischen Komparserie-Komantschen und serbischen Sioux-Statisten besiegen dürfen.

Im allgemeinen wurde jedoch die Wahl eines ehemaligen DEFA-Stars zum Vorsitzenden einer der größten literarischen Gesellschaft Deutschlands als Zeichen der inneren Einheit begrüßt, die ehemalige PDS-Bundestagsabgeordnete Wagenknecht deutete dies sogar als Beginn des Endes westlich-kapitalistischer Hegemonie1.

In seiner Antrittsrede kündigte Mitic an, auch für die Belange der kleinen Mitglieder stets ein offenes Ohr zu haben. Da nun der Bücher genug gedruckt seien2, würden die Mitgliedsbeiträge demnächst für den Erwerb des Grundstückes verwendet werden, auf dem sich nach Meinung namhafter Karl-May-Forscher das Grab von Winnetou befände. Längerfristig plane man die Errichtung einer Pilgerstätte in Form einer kleinen Kapelle.

Der vorher angekündigte Besuch des Vorsitzenden bei den Haddedihn muß leider aufgrund der momentanen Sicherheitslage verschoben werden. Als Ersatz las Mitic das Grußwort des 95jährigen Scheichs Hadschi Dschordsch Osama Ben Hadschi Kara Halef Ibn Hadschi Halef Omar vor, in dem sich dieser ausdrücklich von den Anschlägen im Irak distanzierte und diese als teuflisches Werk der räuberischen Behbeh-Kurden brandmarkte.

Auf Wunsch einiger älteren Mitglieder endete die erste freie und demokratische Vollversammlung mit dem feierlichen Absingen von Karl Mays Ave Maria3:



Es will das Licht des Glaubens scheiden;
Nun bricht des Zweifels Nacht herein.
Das Gottvertraun der Jugendzeiten,
Es soll uns abgestohlen sein.
Erhalt, Madonna, mir im Alter
Des Glaubens frohe Zuversicht.
Schütz meine Harfe, meinen Psalter.
Der nächste Tag April anbricht!
Ave, ave Maria!




1) Mehr Zustimmung hingegen fand Frau Wagenknechts Vorschlag, Blochs Zitat vom verirrten Proleten offiziell in verehrten Proleten zu ändern.

2) Mitic' Nachsatz, man sollte mal öfters Fernsehen schaun als Bücher lesen, erntete nicht nur Zustimmung, sondern auch irritierte Blicke von Seiten der Herrn Schmid

3) Gegen den ausdrücklichen Protest von Frau Wagenknecht, die angesichts des epochalen Neuanfangs der KMG lieber Auferstanden aus Ruinen gesungen hätte.





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