Re: Was ist aus Karl May geworden?


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Geschrieben von Der Karl-May-nur-Leser am 21. April 2004 19:19:48:

Als Antwort auf: Re: Was ist aus Karl May geworden? geschrieben von Jutta Laroche am 21. April 2004 18:20:37:

Majestät, Sie sollten sich nicht allzusehr über meine überspitzten Formulierungen grämen, ist doch meine Devise "Lieber einen Freund verlieren, als sich einen Kalauer entgehen lassen."(nicht ganz ernst gemeint;-).
Den letzten Satz habe ich aus Symmetriegründen nochmal zitiert und die Überleitung dazu ist etwas pointiert geraten.

Fan-Magazine sind also Ihrer Meinung nach Tinnef?
Das hab ich so nicht gesagt, und auch nicht so gemeint. Mit Tinnef meinte ich den ganzen Merchandising-Kram wie Winnetou-Uhren und Old-Shatterhand-Kniestrümpfe.

Halten zu Gnaden, Euer Ehren, aber dieser Meinung kann ich mich leider nicht anschließen.
Das habe ich auch gar nicht verlangt. Ich hoffe, daß Sie mir das gleiche zugestehen.

Diese Magazine - sei es "Karl May & Co", sei es der "Beobachter an der Elbe" tragen weitaus mehr zu Karl Mays Werk und Persönlichkeit bei
Die Magazine tragen weder zu seinem Werk, noch zu seiner Persönlichkeit bei, da Karl May leider schon tot ist. Sie erhöhen allenfalls Karl Mays Bekanntheitsgrad und tragen vielleicht dazu bei, daß er mehr gelesen wird - was ich durchaus honoriere.

als Ihr Beitrag je leisten kann
Diesen Anspruch hatte ich gar nicht. Sind etwa nur solche Beiträge gestattet, die etwas für Karl May in Ihrem Sinne leisten. Als (kontroverser) Denkanstoß hätte mein Beitrag sogar noch mehr geleistet, als ich von ihm verlangt.

Und werden von Menschen gemacht, die -ohne finanzielle Interessen - Karl May am Leben erhalten! Diese investieren einen Großteil ihrer Freizeit darin!
Der Einsatz für die Fan-Magazine ist zu loben, das Stricken von Winnetou-Strümpfen verachte ich jedoch. (Damit meine ich nun keinesfalls die ArbeitnehmerInnnen in der Textilindustrie!)

Tun Sie das auch - für Karl May?
Nein.

Ich gönne jedem seinen eigenen Karl May, der eine findet ihn bei Festspielen, der andere auf DVD, mancher im Frühwerk, ein anderer im Spätwerk (einige vielleicht sogar bei Arno Schmidt). Mit dem Schriftsteller Karl May haben z.B. Festspiele wenig zu tun, wohl aber mit dem Kulturphänomen Karl May (und vielleicht auch ein klein wenig mit dem Markenartikel). Natürlich tragen die vielfältigen Aktivitäten der Karl-May-Szene zum Erhalt von Mays Bekanntheitsgrad bei. Doch die Situation ist meiner Meinung nach auch etwas zwiespältig. Denn was von Karl May in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird, ist weniger der Schriftsteller, als der Schöpfer von Westernhelden. Und irgendwann weiß man von Karl May vielleicht nur noch, daß er ein "Ex-Knacki" war, der mit Winnetou etwa im gleichen Verhältnis steht wie Clark Kent zu Superman.

Karl May nun andererseits in den Dichter-Olymp heben zu wollen, wird wohl auch zum Scheitern verurteilt sein, es ist nicht nur meine Meinung, daß wir in Deutschland auch noch weit bessere Dichter haben.

Lassen wir May also das sein, was er ist: ein guter Unterhaltungsschriftsteller, der mit seinem Werk unzähligen Leuten angenehme Mußestunden bereitet hat. Machen wir keinen Goethe aus ihm, aber, bitte, auch keinen Dieter Bohlen.




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