Re: Diamant


Karl-May-Forum


Geschrieben von Sandhofer am 17. November 2003 10:37:38:

Als Antwort auf: Re: Diamant geschrieben von Kurt Altherr am 16. November 2003 22:36:51:

Hallo zusammen!
Hallo Kurt!

Du schreibst:
Einmal zur nüchternen Realität zurückkehrend, darf man doch nicht vergessen, daß schon F.E. Fehsenfeld mit dem Text von Karl Mays "Am Jenseits" nicht viel anzufangen wußte, [...]
Damals wie heute ist es doch nur ein kleiner Kreis, der die späten Werke Mays zu schätzen weiß.
Dr. E.A. Schmid und Franz Kandolf wußten mit diesen Werken nichts anzufangen,[...]

Damals wie heute können nur wenige mit dem Werk von Thomas Bernhard etwas anfangen. Ich auch nicht viel. So darf oder soll ich also nun hingehen und z.B. "Der Ignorant und der Wahnsinnige" zu einer gefälligen Komödie à la "Raub der Sabinerinnen" umschreiben? Dass E.A. Schmid in Sachen Literatur wohl keinen über den zeitgenössischen Durchschnitt hinausreichenden Geschmack verfügte, wird selbst aus dem "Diamanten" klar.

Letztlich sollten auch diese Werke dem Leser nahegebracht werden.

Indem man sie von Karl May entfernte? Was immer man dem Leser da nahe brachte: es ist nicht Karl May, es sind nicht seine Werke.

Die gewalttätige Bearbeitung der Kolportagewerke Mays mit der Säge ist ein ganz anderes Thema und findet auch nicht meine Zustimmung.

Wo bitte willst Du die Grenze setzen zwischen 'mit der Säge bearbeiten' und 'mit der grossen Baumschere zurechtstutzen'? Die nüchterne Realität ist, dass Bearbeitungen sich nicht so einfach klassifizieren lassen.

Mit geht es hauptsächlich darum, daß man zwischen einem Max Weiß und Franz Kandolf zu unterscheiden vermag.

Wozu?

In einem anderen Posting hast Du geschrieben:

Karl May mußte sich doch schon zu seinen Lebzeiten Bearbeitungen gefallen lassen und zwar - wie ich meine - in ganz erheblichem Maße. [...] Alle akzeptieren das, wird in beiden Karl-May-Foren kaum erwähnt.

Weil, was Karl May zu seinen Lebzeiten akzeptiert oder nicht akzeptiert hat, ausschliesslich Karl May zu verantworten hat. Dass er die nach seinem Tod durchgeführten Änderungen gewünscht, oder auch nur akzeptiert oder nicht akzeptiert hätte, ist reine Spekulation.

Grüsse

Sandhofer

PS. Dr. Otto Denk -ein Mann mit großer schriftstellerischer Erfahrung - deswegen ist er ja heute weltberühmt... ;o)
Und - wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: Doktortitels haben keinen Einfluss auf die literarische Urteilskraft des Trägers. Ich glaube übrigens verstanden zu haben, dass E.A. Schmid Jurist war?
Yours truly
Dr. Sandhofer ;o)




Antworten:


Karl-May-Forum