Der Geruch der Pferde

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Doro
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Doro » 23.10.2014, 20:58

... und es bewegt sich doch! Ziel erreicht *sehr breit grinzzz*
8)
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rodger
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von rodger » 23.10.2014, 21:08

Pshaw ... :wink:
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Doro
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Doro » 24.10.2014, 23:51

Jetzt war es Zeit für uns. Ich ergriff den Anfang des Seiles, um den ersten zu machen, jedoch Winnetou nahm ihn mir aus der Hand.
»Der Häuptling der Apachen ist der Führer«, sagte er. »Mein Bruder komme hinter ihm.«
Könnte mensch so interpretieren, als würde Winnetou in Ahnung der Geschehnisse den Ersten machen, um OS vor der Kugel zu bewahren, insofern....
8) Psaw! :lol:

(Im Übrigen, er ist der Indianer, wer weiss, welche Wahrnehmungen er machte)
:mrgreen:
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rodger
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von rodger » 25.10.2014, 21:59

Vom blöd rumalbern in Sachen den ersten machen und nach resp. hinter ihm kommen sehe ich mal ab und schalte gleich auf Ernst um: in der Tat, das kann tatsächlich so gemeint sein, daß Winnetou weiß, daß er sterben wird. War mir bislang nicht aufgefallen, würde aber passen. Vorher hat er die Todesahnungen, jetzt spürt er die Gefahr und daß jemand erschossen werden wird. Und er weiß daß er es sein wird, eine freie Entscheidung treffend oder auch sich seiner Bestimmung fügend ...
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Doro » 26.10.2014, 9:16

Um Ernst mal genügend Raum zu offerieren, ich mein durchaus, dass ebenfalls die Möglichkeit besteht, der erste wird erschossen und Winnetou spürt diese Gefahr. Um nun OS davor zu bewahren, geht er als erstes, was nicht im Gegensatz zu 'sich seiner Bestimmung fügen' stehen muss. Einer der beiden geht als Anführer sowieso als erster, sollte er also eine Art visionelle Wahrnehmung von Schuss und Tod gehabt haben, dann war es für ihn sicher klar, wie es abläuft (er zuerst und dann die andern). Nun könnte man auch noch ganz weit ausholen und die Gewohnheiten der Natives, sich auf solche Ereignisse vorzubereiten, hinzu ziehen, aber nachdem KM nie darauf einging, ist anzunehmen, dass ihm solche Hintergründe evtl. fremd oder auch nicht wichtig waren.
Todesahnungen hingegen bzw. auch das Wissen darum ist nun keine Erfindung der Gegenwärtigkeit.
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Helmut » 26.10.2014, 11:41

Das könnte auch die These, die ich kürzlich von Helmut Schmiedt in Wien gehört habe, dass Winnetou bei May auch als Symbol für Jesus steht, stützen; er opfert sich für andere.
Schmiedt hat das u.a. mit den drei Kreuzen (wie Golgatha) auf Winnetous Grab begründet.

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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von rodger » 26.10.2014, 12:01

Doro hat geschrieben:der erste wird erschossen und Winnetou spürt diese Gefahr. Um nun OS davor zu bewahren, geht er als erstes, was nicht im Gegensatz zu 'sich seiner Bestimmung fügen' stehen muss.
Genau so meinte ich es. (Salopp ausgedrückt, er denkt, ich bin eh fällig, ihn kann ich noch schützen ...)

In Mays früherer Version dieser Geschichte spürt man übrigens noch nichts von Todesahnungen Winnetous.
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Doro » 26.10.2014, 22:30

Helmut hat geschrieben:Das könnte auch die These, die ich kürzlich von Helmut Schmiedt in Wien gehört habe, dass Winnetou bei May auch als Symbol für Jesus steht, stützen; er opfert sich für andere......
Das klingt interessant bis spannend ...
Wo gibt's das zum Nachlesen?
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Rene Grießbach » 27.10.2014, 13:26

Helmut hat geschrieben:Das könnte auch die These, die ich kürzlich von Helmut Schmiedt in Wien gehört habe, dass Winnetou bei May auch als Symbol für Jesus steht, stützen; er opfert sich für andere.
Schmiedt hat das u.a. mit den drei Kreuzen (wie Golgatha) auf Winnetous Grab begründet.

Helmut

Zu dieser Theorie May <---> Jesus (ich schließe mich Doros Frage, wo man das nachlesen kann, an) passt ja irgendwie auch die Begeisterung Mays über Sascha Schneiders Titelbild für "Winnetou III", auch wenn das Bild erst ungefähr zehn Jahre nach Erscheinen des Buches entstand.
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Helmut » 27.10.2014, 13:56

Helmut Schmiedt hat dies beim Wiener Karl-May-Wochenende am 19.9. in seinem Vortrag

Karl May ist Christus
Wie ein berühmter Schriftsteller seine Helden und sich selbst inszeniert


so gesagt.
Ob und wie dieser Vortrag veröffentlicht wird, weiß wohl Helmut Schmiedt und vielleicht auch die "Wiener Karl-May-Runde", ich weiß es jedenfalls (leider) nicht.
Vielleicht kann man auch damit rechnen, dass so ein ähnlicher Vortrag nächstes Jahr beim KMG-Kongress gehlten wird.

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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 27.10.2014, 15:41

Mit Sicherheit gibt es viele Winnetou-Christus-Parallelen in "Winnetou IV". Dies wurde von Dieter Sudhoff schon vor Jahrzehnten plausibel belegt. Das heißt nun aber keineswegs, dass Winnetou und Christus einfach gleichgesetzt würden. Der Erlöser ist im Verständnis Mays (in "Winnetou IV" und auch sonst) Jesus Christus, Winnetou ist ein "Nachfolger" Christi, d.h. ein normaler Mensch, der sich am Evangelium Jesu zu orientieren versucht. In diesem Sinne sollten ja alle Christen "Nachfolger" Christi sein. Was May in "Winnetou IV" mit dem Clan der "Winnetous" und der "Winnetahs" symbolisiert.
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Rene Grießbach » 27.10.2014, 19:35

Hinsichtlich "Winnetou IV" wurde das tatsächlich plausibel dargelegt.
Interessant wäre es jetzt allerdings, ob diese Frage auch auf die früheren Winnetou-Bände bezogen werden könnte.

Die Sache
mit den drei Kreuzen (wie Golgatha) auf Winnetous Grab
zum Beispiel ist ja dem dritten Band entnommen (bzw. bereits "Im "wilden Westen" Nordamerikas") - zumindest ist mir gerade nicht erinnerlich, ob das in "Winnetou IV" auch noch mal Erwähnung findet.

Was den Vortrag selbst angeht, da wäre es wirklich interessant, näheres dazu zu erfahren. Zum Inhalt und ob es darüber Diskussionen gab. Weil zumindest ich beim ersten Lesen des Titels den ersten Teil desselben ("Karl May ist Christus (...)") für - nun ja - etwas gewagt halte.
Vielleicht wird ja, wie Helmut schon schrieb, ein ähnlicher Vortrag beim nächsten KMG-Kongress gehalten oder wird dazu in einer der KMG-Publikationen was veröffentlicht.
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von rodger » 27.10.2014, 20:12

Rene Grießbach hat geschrieben: ich beim ersten Lesen des Titels den ersten Teil desselben ("Karl May ist Christus (...)") für - nun ja - etwas gewagt halte.
Titel und Untertitel gehören hier sicherlich untrennbar zusammen ...
Karl May ist Christus
Wie ein berühmter Schriftsteller seine Helden und sich selbst inszeniert
Meine zarten Ohren hören da subtextlich eher Kritik als etwa Beweihräucherung heraus ...

(Wie schrieb doch Schmiedt sehr richtig auf S. 50 seiner May-Biographie, "taugt er endgültig nicht für die Rolle eines rundum bemitleidenswerten Opfers, dem bitteres Unrecht geschehen ist".)
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Doro » 27.10.2014, 20:36

rodger hat geschrieben:Meine zarten Ohren hören da subtextlich eher Kritik als etwa Beweihräucherung heraus ...
(Wie schrieb doch Schmiedt sehr richtig auf S. 50 seiner May-Biographie, "taugt er endgültig nicht für die Rolle eines rundum bemitleidenswerten Opfers, dem bitteres Unrecht geschehen ist".)
Bis auf die zarten Ohren, stimm ich dem zu ... (was nu nix mit Deinen Ohren zu tun hat, sondern mit meinen 8) :wink: )
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Re: Der Geruch der Pferde

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 27.10.2014, 23:39

Dass Karl May hin und wieder - oder ziemlich oft :wink: - der Versuchung erlag, sich selbst groß in Szene zu setzen, glaube ich durchaus. Insoweit stimme ich Helmut Schmiedt gerne zu. Aber dass May sich selbst (offen oder heimlich) als Erlöserfigur betrachtete, glaube ich nicht.
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