Old Shatterhand auf Englisch

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Wolfgang Sämmer
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Old Shatterhand auf Englisch

Beitrag von Wolfgang Sämmer » 15.7.2007, 12:03

1914 debütierte Leonhard Frank mit seinem Roman „Die Räuberbande“. Er spielt in Würzburg und München. Seine jugendlichen Helden proben den Aufstand gegen die Welt der Erwachsenen. Sie unternehmen Beutezüge durch die Weinberge und lassen ihrer überschäumenden Phantasie freien Lauf. So wollen sie gar Würzburg niederbrennen und in den Wilden Westen auswandern, um die Indianer zu befreien. Von Karl May haben sie ihre Decknamen. Hauptfigur des Romans ist Michael Vierkant alias Old Shatterhand. Für seinen Erstling, mit dem er den Durchbruch erzielte, erhielt Frank den Fontane-Preis. Ein solch erfolgreicher Roman wurde natürlich auch in andere Sprachen übertragen. 1928 etwa erschien in London bei Peter Davies eine von Cyrus Brooks besorgte englische Übersetzung. Aus „Die Räuberbande“ machte Brooks „The robber band“. Brav und plausibel. Was aber hat er wohl aus Old Shatterhand gemacht? Hier die Antwort:
„The youngest among them, who rejoiced in the nickname of Old Hammer-fist, after the hero of a Wild West romance, stood on guard at the forgedoor to give warning as soon as Herr Tritt came in sight.”
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rodger
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Beitrag von rodger » 15.7.2007, 12:20

Es immer fatal, wenn sich die Assoziationskette immer noch weiter dreht ...

:lol:
marlies

Beitrag von marlies » 15.7.2007, 13:19

Allow me: det muss ick mir merken ... :lol: wunder was Old Firehand wurde? Old Volcano-fist? :lol: tragisch ... beim 'mardi gras' wuerde das schon gehen ... :shock:
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Beitrag von rodger » 15.7.2007, 13:26

Old Volcano-fist?
(grunzt mehrminütig & vernehmlich vor sich hin und freut sich wie doof ...)

:lol:

:lol:

:lol:
marlies

Beitrag von marlies » 15.7.2007, 13:29

Miss Piggy auch ... :lol:
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Beitrag von rodger » 15.7.2007, 14:08

Der hat Kermit es doch noch gar nicht erzählt ...

Aber, wie schrieb doch kürzlich ein kluger Kopf
So gesehen steckt in jedem von uns ein Stück Karl May
Und so steckt die Miss Piggy auch, dochdoch ...

:wink:
marlies

Beitrag von marlies » 15.7.2007, 14:15

in der Kuerze liegt die Wuerze - auch bei threads - manchmal :wink:
(da waere noch Old Surehand, oder Old Wabble ... nee lassen wir's mal) :wink:
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rodger
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Beitrag von rodger » 15.7.2007, 14:39

OLD FIREFOOT (FEUERFUß) -> Deckname OLD SHATTERHANDs (GR 22)

(aus dem Figurenlexikon gefischt)

(und immer schön mit den Schreibweisen aufpassen ...)
marlies

Beitrag von marlies » 15.7.2007, 16:06

schnip>>>mit den Schreibweisen aufpassen<<<schnap
Haette Cyrus Brooks sich eigentlich merken sollen :wink:
Firefoot??? Da haben wir die Bescherung.

Ein hollaendischer KM fan hat uns das hier geschenkt (auf dem Englishen forum):
Old Shatterhand's aliases (nur zur Vervollstaendigung - wenn was fehlt bitte sagen ... siehe ganz unten da ist auch ein 'Iron-fist' ... :-) :
Dr. Karl May (no doctor at all, title commonly used). Old Shatterhand, Vauva-Shala, Schar-Lih/Scharlih/Scharlieh (Winnetou(!)), Selki-Lata/Selkhi-Lata, Nonpay-Klama (Shoshones),(also Noupay-Klama (printing error)), Nina Nonton, Abu Jadd ed Darb (Africa), Müller, Charley (Sans-Ear, Frick Turnerstick), Carlos, Charles, Ka-Ut-Skamasti, Jones, Mr. Jones ,Arriquez, Tocaro, Pokai-Mu (Utah), El Rastreador, Mr. Charley, Tave-Schala (Yuma), März, Old Firefoot, Mr. Beyer, Meier (AKA Mayer in translation), Sappho (Carpio), Mr. German. Kara ben Nemsi, Baturu (the Brave), Scherif Hadschi Schebab Eddin Abd el kaderben Hadschi Gazali al Farabi ibn TabitMrewan Abul Achmed Abu Baschar Chatid Es Schonahar(just one of his aliases), Mauwatti El_Pars-Effendi, Nusrani, Saduk el Baija, Mayor of Dimiat, Abu Machuf, Amm Selad, Mudir of Dscharabub, Iskander Patras, Ben Sobata, Kuang-Si-Ta-Sse, Abu es Sidda, Selim Mefarek, Hadschi Akil Schatir el Megarrib(nis) ben Hadschi alim Schadschi er Rani Ibn Hadschi Dajim Masschur el Azami ben Hadschi Taki Abu Fadl el Makurram, Abd el Mushala, Emir Hadschi Kara ben Nemsi ben Emir Hadschi Kara ben Dschermaniibn Emir HadschiKara ben Alemani. IJzervuist (“Iron-Fist”, instead of Old Shatterhand, in the Dutch version from 1896, in which everything German was made Dutch), Jack Hildreth

GOOD NIGHT :wink:
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Beitrag von rodger » 16.7.2007, 8:28

Laut "Die Blaue Schlange" (Karl-May-Geschichten, Karl-May-Verlag, 608 Seiten, 16,90 €, sehr empfehlenswert), wo ein Auszug aus "Die Räuberbande" abgedruckt ist, schreibt sich der Old Shatterhand bei Frank übrigens anders, nämlich Oldshatterhand, also in einem Wort und Shatterhand klein.

Und ganz so gefällig knabenzeitvergüldend, wie es oben im Thread für meine Ohren klingt, ist der Roman übrigens offenbar nicht (ich zitiere aus dem Band "Die Blaue Schlange", wo man zu jedem der Autoren im Anhang interessante Informationen findet:)

"die meisten von ihnen resignieren jedoch am Ende und versinken selber in der verhassten Bürgerlichkeit. Nur Michael Vierkant alias 'Oldshatterhand', das als Selbstporträt angelegte kleinste und kindlichste Mitglied der 'Räuberbande', versucht wie sein Autor dem Traum von Freiheit und Selbstverwirklichung durch eine Künstlerlaufbahn in München gerecht zu werden, scheitert jedoch ebenfalls und begeht Selbstmord." (S. 555)
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Re: Old Shatterhand auf Englisch

Beitrag von giesbert » 23.12.2007, 14:00

Wolfgang Sämmer hat geschrieben:1914 debütierte Leonhard Frank mit seinem Roman „Die Räuberbande“ …
Danke für den Hinweis, ich hab den Roman jetzt gelesen, hat mir sehr gefallen, auch jenseits des Karl-May-Kontexts 8-)
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Beitrag von giesbert » 23.12.2007, 14:04

rodger hat geschrieben:"die meisten von ihnen resignieren jedoch am Ende und versinken selber in der verhassten Bürgerlichkeit. Nur Michael Vierkant alias 'Oldshatterhand', das als Selbstporträt angelegte kleinste und kindlichste Mitglied der 'Räuberbande', versucht wie sein Autor dem Traum von Freiheit und Selbstverwirklichung durch eine Künstlerlaufbahn in München gerecht zu werden, scheitert jedoch ebenfalls und begeht Selbstmord." (S. 555)
das stimmt so nicht, also das mit dem Scheitern von Oldshatterhand, er hat im Gegenteil großen Erfolg als Maler, weiß das aber nicht, sondern wird Opfer einer miesen Intrige (man mag das als Scheitern sehen, muss man aber nicht). Selbstmord stimmt, aber er lebt als "Der Fremde" weiter (das ist eine rätselhafte Figur, die schon vorher gelegentlich auftaucht).
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Beitrag von rodger » 23.12.2007, 15:07

giesbert hat geschrieben: man mag das als Scheitern sehen, muss man aber nicht
Das gilt für jedes Scheitern.

:wink:

(Woran es nun jeweils liegt, ob es [mehr] von Innen kommt oder [mehr] von Außen, Scheitern ist Scheitern, und ob man es dann als solches betrachtet, ist wieder eine andere Sache)
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Beitrag von giesbert » 23.12.2007, 18:04

rodger hat geschrieben:Das gilt für jedes Scheitern.
auch wieder wahr. Was ich meinte: Oldshatterhand scheitert nicht am künstlerischen Unvermögen, sondern, äh, "an den Umständen", die ihm keine andere Wahl zu lassen scheinen.

Andererseits überlebt er als "der Fremde" und ist der einzige, der es tatsächlich geschafft hat, sich aus dem Mief und Engstirnigkeit zu befreien. Erkannt wird er am Schluss nur vom "Duckmäuser", der als Matrose tatsächlich "die Welt" gesehen hat und als versoffenes Wrack zurückkehrt:
"Pr... Pr... Pr... Prost Oldshatterhand!" brüllte der Matrose dem Fremden zu.
"Haargott, is der besoffe", lachten die Räuber.
Diese Szene, das Treffen der Räuber in der Kneipe, ist übrigens deutlich an das letzte Abendmahl angelehnt, mit dem Fremden als Christus.

Ach, und überhaupt: "Winnetou" scheitert auch nicht, sondern entscheidet sich für das kontemplative Leben im Kloster. Auch er entkommt und findet seinen Weg. Die anderen "Räuber" führen das Elend allerdings weiter, gegen das sie als Knaben protestiert haben.
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