Der böse Feind

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Wolfgang Sämmer
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Der böse Feind

Beitrag von Wolfgang Sämmer » 28.11.2014, 19:51

Obwohl Karl May in seinem Leben mit manch „bösem Feind“ zu kämpfen hatte: mit diesem hatte er niemals Bekanntschaft gemacht:
Es ist mir schon öfters so gegangen, daß ich ein gutes Buch schreiben wollen, und es ist als wenn der böse Feind meine Gedanken verriethe; denn den Augenblick schrieb ein anderer eben das, oder ich fand, daß es schon vor hundert Jahren geschrieben war.
[Das Reich der Natur und der Sitten; 1757; 2. Stück, S. 24.]
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rodger
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Re: Der böse Feind

Beitrag von rodger » 16.2.2015, 17:50

Leicht abgewandelt, etwa
Es ist mir schon öfters so gegangen, daß ich habe etwas schreiben wollen, und es ist als wenn der böse Feind meine Gedanken verriethe; denn den Augenblick schrieb ein anderer eben das
hätte sich der Satz gut als Rechtfertigung bzw. Abwehr gegen Plagiatsvorwürfe gemacht. Hätte er ihn gekannt, er hätte ihn abgekupfert ... Ich sehe ihn in "Mein Leben und Streben" regelrecht vor mir, passend zu den diversen dunklen Mächten dort.

:D
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»... das wird ohnehin mal ein schwermütiger Spaß werden, wenn unsere
Correspondenz (wie es ja gar nicht ausbleiben kann) gedruckt erscheint ...«
(Arno Schmidt an Hans Wollschläger)
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