Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

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rodger
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Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 29.1.2015, 17:15

[quote="Vladimir Nabokov, zu Beginn seines autobiographischen Textes "Erinnerung, sprich""]Die Wiege schaukelt über einem Abgrund, und der platte Menschenverstand sagt uns, dass unser Leben nur ein kurzer Lichtspalt zwischen zwei Ewigkeiten des Dunkels ist.[/quote]
was mich umgehend an

[quote="Karl May in "Und Friede auf Erden""]Die Leiche eines aus dem Paradies Gestürzten fiel in das Licht; da dunkelte es für einen Augenblick, und dieser Augenblick ist unser Erdenleben[/quote]
denken ließ.

Wie heißt es oft so treffend, "das kann man so und so sehen" ...

:)
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von Doro » 1.2.2015, 19:53

rodger hat geschrieben:Wie heißt es oft so treffend, "das kann man so und so sehen" ... :)
Oder, sowohl als auch ...
Falls Du es nicht eh so meintest ? :wink:
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 1.2.2015, 20:57

Nein, meinte ich nicht, habe nur die beiden Positionen nebeneinandergestellt ... Ich persönlich kann mich mit zunehmender Verweildauer in irdischen Gefilden, wie heißt es [schon wieder] so schön, "des Eindrucks nicht erwehren", daß der Herr Tsi näher an der Wahrheit ist ... (das Stimmen der Instrumente ist noch nicht die Oper. Da kommt noch Oper oder es ist Ruh' oder was weiß ich ...)

8)
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von Doro » 2.2.2015, 12:29

Gut gebrüllt Löwe! :-)
Gefällt mir!
Bisher wurde ich meistens Zeuge dafür, dass da wo viel Schatten viel Licht ist und umgekehrt.
Das Lachen im Schmerz, das Glück im Elend, Schwäche die zur großen Stärke wird usw. usf.
Sowohl als auch. Staunen durfte ich immer und immer wieder neu ... :wink:
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 2.2.2015, 14:38

Doro hat geschrieben:da wo viel Schatten viel Licht ist und umgekehrt.
Das Lachen im Schmerz, das Glück im Elend, Schwäche die zur großen Stärke wird usw. usf.
Sowohl als auch.
Innerhalb des verdunkelten Augenblicks, ja ...
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 2.2.2015, 14:54

By the way, in einem anderen Forum bezeichnete dieser Tage jemand die May-Szene sehr hübsch als "eine sehr schwierige inhomogene Gruppe" … Ein Abbild der Menschheit, ja … das wird nichts mit dem Frieden sag' ich Dir, nie, weder im Großen noch im Kleinen …

Und noch einen, da wir gerade zugange sind in Sachen Tief- & Blödsinn, interessante Mischung, kommt halt kaum einer mit zurecht aber was interessieren einen die Leut' :D , bei Lidl fiel mir heute angesichts des Brotaufstrichs "Rosenrot" Hanns Dieter Hüschs Ausspruch, der Mensch nehme heutzutage (naja ist auch schon wieder eine Weile her daß er das vorgetragen hat …) die ganze fehlende Wärme aus einer Suppe, wieder ein, Rosenrot mit 19 % Fett, 89 Cent, für den Anfang … hab's gekauft. Mal gucken wie's schmeckt …

http://www.brunch.de/produkte/brunch-rosenrot.html
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von Doro » 2.2.2015, 21:11

Suppe als Brotaufstrich? 8)
Vllt. liegt das mit der Suppe daran, dass die Leutz eher daran gewöhnt sind irgendwelche jener auszulöffeln bzw. sich einzubrocken, anstatt sich auf Wärme einzulassen ...
Für Vegetarier hieße das dann 'da ham wir den Salat' :wink:
Außerdem neigt mensch ja dazu eher das Dunkel zu sehen, auch wenn's licht ist (im Gefilde) 8)
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 3.2.2015, 10:25

Doro hat geschrieben:Suppe als Brotaufstrich?
Königs & Erklärbärs Erläuterungen, persönlich für Dich, liebe Doro,

Bei "Rosenrot" handelt es sich [einerseits, wie wir wissen, um Karl Mays letztes Wort oder auch ihm seitens Klara in den Mund gelegtes, das wiederum wissen wir nicht so genau] um einen Brotaufstrich. Der Spruch von der Suppe fiel mir dennoch ein, da ich mir gelegentlich gedankliche Querverbindungen gönne :D bzw. diese mich ereilen. Die Wärme kommt ggf. von der Suppe und das Rosenrot aus dem Hause Brunch, so kann's gehen.
Vllt. liegt das mit der Suppe daran, dass die Leutz eher daran gewöhnt sind irgendwelche jener auszulöffeln bzw. sich einzubrocken, anstatt sich auf Wärme einzulassen ...
Das ist hübsch gesehen. Manchmal ist es aber auch halt kalt. Frei nach Kafkas Hungerkünstler: "weil ich nicht die Wärme finden konnte" ... 8)
Für Vegetarier hieße das dann 'da ham wir den Salat' :wink:
Ja, hab' ich mal vor Jahrzehnten im Kino gesehen, Heinz Ehrhardt kam die Treppe runter, neben ihm dito ein Kühlschrank, der (der Kühlschrank) blieb dann mit offener Tür liegen und Heinz Ehrhardt bückte sich, nahm ein Salatblatt heraus und sagte eben jenes ... Dazu fällt mir wiederum ein, daß er in "Der Ölprinz" auch angesichts des Todes bzw. der Todesgefahr so etwas wie eine gewisse entspannte Heiterkeit ausstrahlte, ganz dezent, und zwar freilich nicht weil er halt ein sonniges Gemüt war, das war er nämlich überhaupt nicht (so überhaupt nicht wie es auch in Südlappland nicht heiß ist ...), sondern weil er ein intelligenter und hochbegabter Darsteller war, im Gegensatz zu einigen anderen in Mayfilmen, was hab' ich da nebenbei gesehen neulich, Schluß vom Schatz der Azteken, Messer hoch, Nein nicht, ach so, Messer runter, ohne daß sich da irgendetwas entwickelt, einfach so nach Regieanweisung ohne eine Spur erkennbares Innenleben, furchtbar ... bei sowas kann man in 1 Sekunde sehen daß weder der Darsteller noch der Regisseur was taugt ... Kleine Abschweifung :D
Außerdem neigt mensch ja dazu eher das Dunkel zu sehen, auch wenn's licht ist
Oder auch umgekehrt, gestern habe ich ein bißchen in Karnevalssendungen geguckt und in Sachen Publikum gedacht warum lachen die sich immer halbtot, da muß man schon sehr besoffen sein ... ich konnte allenfalls müde lächeln ... also da haben die sozusagen das Licht in den müden Witzen gesehen, für mich blieb's ziemlich dunkel ... :D
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von Doro » 3.2.2015, 13:34

rodger hat geschrieben: Das ist hübsch gesehen. Manchmal ist es aber auch halt kalt. Frei nach Kafkas Hungerkünstler: "weil ich nicht die Wärme finden konnte" ... 8)
... könnte widerum auch daran liegen, dass jener Angst hat, sich die Gosch zu verbrennen, weshalb die Suppe kalt, oder lau, gelöffelt wird. Was fast so schlimm ist wie kalter Kaffee...

bei sowas kann man in 1 Sekunde sehen daß weder der Darsteller noch der Regisseur was taugt ... Kleine Abschweifung :D
Das gibt's öfter zu beobachten, auch im reellen Leben. Wie auch das übertriebene desselben dargestellt um wasweißichwas zu erreichen ...
also da haben die sozusagen das Licht in den müden Witzen gesehen, für mich blieb's ziemlich dunkel ... :D
Ob die überhaupt was sehen bleibt sich fraglich, spekulier ich mal.
Fasching! *müde abwink* Lustig sein auf Anweisung, weil's halt grad so im Kalender steht, wer braucht sowas ...

Danke Herr Erklärbär :wink: Schön, dass Du Dir immer wieder die Mühe machst, ich weiß es sehr zu schätzen! :)
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 3.2.2015, 13:45

Doro hat geschrieben: ... könnte widerum auch daran liegen, dass jener Angst hat, sich die Gosch zu verbrennen, weshalb die Suppe kalt, oder lau, gelöffelt wird. Was fast so schlimm ist wie kalter Kaffee...
Einerseits sozusagen rührend (ernst gemeint), wie Du Dich da ins Zeug legst augenöffnenwollenderweise in Richtung Hungerkünstler :D ...

Andererseits, ich glaub' das ist wie mit Hemingways Brille, da gibt es eine Anekdote er habe mit der ersten Brille zum ersten Mal im Leben alles so deutlich gesehen daß ihm schlecht geworden sei ... Deutlich sehen ist zwar durchaus interessant aber nicht immer angenehm ... Will sagen der Hungerkünstler sieht [/ schmeckt] vielleicht schon deutlich genug ...
Ob die überhaupt was sehen bleibt sich fraglich, spekulier ich mal.
Ja, bei einigen aus dem Publikum gestern habe ich gedacht denen könnte man auch das Telefonbuch vortragen dann würden sie sich genauso totlachen ... sie waren sozusagen darauf programmiert ...
Danke Herr Erklärbär :wink: Schön, dass Du Dir immer wieder die Mühe machst, ich weiß es sehr zu schätzen! :)
Man macht das alles [und noch viel mehr] für sich selber, habe ich mal gehört. Da ist was dran.

:D
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von Doro » 3.2.2015, 14:50

rodger hat geschrieben:Einerseits sozusagen rührend (ernst gemeint), wie Du Dich da ins Zeug legst augenöffnenwollenderweise in Richtung Hungerkünstler :D ...
Je nun :D
Deutlich sehen ist zwar durchaus interessant aber nicht immer angenehm ... Will sagen der Hungerkünstler sieht [/ schmeckt] vielleicht schon deutlich genug ...
Wäre es immer angenehm, würden wir niemals unsere Potentiale leben, geschweige denn kennen, befürchte ich. Insofern ist klar sehen schon wichtig. Außerdem entdeckt man ja gerade da dann das winzige Leuchten im großen Dunkel 8)
sie waren sozusagen darauf programmiert ...
So funktioniert ja das Meiste derzeit ...


Man macht das alles [und noch viel mehr] für sich selber, habe ich mal gehört. Da ist was dran. :D
Erzähl Du mal ... :D
Ich habe keine Angst vor heisser Suppe und mag keinen kalten Kaffee (Teller und Tasse weiterschieb :mrgreen: ) Dafür gugg ich durch eine Brille, wenn die auch manchmal rosa getönt ist *schulterzuck* Sowohl im Dunkel als auch im Lichten, das ist dann das Besondere an den 'Lichtverhältnissen' 8) :wink:
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 3.2.2015, 15:34

Doro hat geschrieben: das winzige Leuchten im großen Dunkel
Wobei das Licht am Ende des Tunnels ja bekanntlich auch das des entgegenkommenden Zuges sein kann ...

Aber das gibt's schon, das Leuchten unterschiedlicher Größe, schon klar, hab' ich kürzlich gerade bei Remarque gelesen. Mitten im größten, übelsten Schlamassel kann's leuchten.
So funktioniert ja das Meiste derzeit ...
Oh ja. Manchmal interessant zu beobachten wie sich die Medien mit vereinter Kraft die größte Mühe geben. Assoziationen von Brachialgewalt und Brechstange können einen ankommen. Manchmal hakt's aber erstmal bissel.
(Die Karnevalsbegeisterten hatten sich aber mehr selber programmiert. Heute wird gelacht, wehe nicht ...)
Erzähl Du mal ... :D
Ich habe keine Angst vor heisser Suppe und mag keinen kalten Kaffee

Den Zusammenhang zwischen dem ersten und dem zweiten Satz versteh' ich jetzt nicht ganz. Ich wollte die Sache von wegen lieber guter Erklärbar ein bißchen zurechtrücken. Erklärbären sind [meerschtenteels] weder lieb noch gut und hören sich halt gerne reden bzw. sehen sich schreiben ... :D

*

edit.: Nachtrag (q.e.d.): "In der Schweiz herrscht zuviel Demokratie", Artikelüberschrift bei 'Welt online' :mrgreen:
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von Doro » 3.2.2015, 21:46

Verstehn oder nicht verstehn (wollen können) das ist hier die Frage...! *dem Erklärbären tief in die Knopfaugen schau* :lol:

Sollte heißen, ich mag Erklärbären, nicht alle, aber manche besonderen schon. Ob die für sich, oder für mich, oder für werweißwen schreiben ... so what! Und, ich fürchte mich nicht vor solchen Bären, auch wenn Sie knurren und brüllen 8) :wink:
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von rodger » 4.2.2015, 10:05

So ist's recht ...

:D
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Re: Nabokov und May in Sachen Lichtverhältnisse ...

Beitrag von Doro » 4.2.2015, 21:51

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