Leserunde

sciurus
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Re: Leserunde

Beitrag von sciurus » 27.12.2009, 11:38

Ich weiß. :wink:
Aber vielleicht gibt es bei vielen einen unbewussten Mechanismus, der sagt "Ich bin der schnellste :arrow: ich komme vor", wer weiß?

Kann mir jemand sagen, was das Kreuz links oben an dem Symbol zu dem Thread (und den anderen, die ich aufgemacht habe) bedeutet? Ich seh das Zeichen nur an meinen Threads, das wird langsam unheimlich...

Ach ja: das hier ist eigentlich kein OT-Thread.^^
(Was heißt eigentlich OT? Other themes? Off-topic? :?: )
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Re: Leserunde

Beitrag von markus » 28.12.2009, 0:07

Nach langen rätseln (ich könnte Detektiv werden) habe ich nun rausgefunden welches Kreuz du meinst und was es bedeutet. Denn erst dachte ich an das Kreuz auf dem Button "New", aber das kanns ja nicht sein. Dann habe ich gewußt welche du meinst und sie gefunden. Ich wußte daß alle Symbole in der Legende unten erklärt werden, aber das Kreuz nicht (Ein Kreuz mit dem Kreuz). Da hab ich dann getüftelt. Erst dachte ich vielleicht an Links die es in diesem Thread gibt (wegen dem Kreuz), aber dann fand ich die Lösung (zu 99% richtig): Es sind nämlich alles die Threads wo du persönlich gepostet hast, unabhängig davon ob du den Thread eröffnet hast. Insofern lagst du gar nicht mal verkehrt mit deiner Einschätzung.

Ich denk mal ich liege richtig.

:)
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Re: Leserunde

Beitrag von sciurus » 28.12.2009, 19:35

ACH SO! Danke. :D
ich könnte Detektiv werden
Hmm, überleg's dir. (Ich hoffe, du hast nicht zu viel Zeit ver(sch)wendet?
Wer ist "wir"?
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Re: Leserunde

Beitrag von markus » 29.12.2009, 0:08

sciurus hat geschrieben: Wer ist "wir"?
:?:
Zwockel

Re: Leserunde

Beitrag von Zwockel » 29.12.2009, 0:33

War, von Gottes Gnaden, König von Preussen.
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Re: Leserunde

Beitrag von sciurus » 29.12.2009, 13:29

Schon gut... bitte einfach vergessen...

Wo ist eigentlich rodger hin? (Hat ja mal was davon geschrieben, dass er gehen muss...?)
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Re: Leserunde

Beitrag von markus » 30.12.2009, 0:54

Der ist bis Anfang des Jahres verreist (lies er jedenfalls verlauten).
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Re: Leserunde

Beitrag von Doro » 1.1.2010, 18:19

Das ist gar kein Abschweifen; nach solchen Beiträgen der Marke Mal-über-den-Tellerrand-hinaus[-und dazu-auch-noch-richtig-interessant] lechzt das Herz ja geradezu ... Gern mehr ...
Dann aber hier, wo's nicht unmittelbar einen Thementhread betrifft, jedoch einen Bezug dazu findet.... :wink:

Was ich versuche aufzuzeigen ist, dass Karl May entweder nicht gründlich recherchierte, es ihm schlicht und einfach egal war, bzw. er einem Klischee aufsaß, was die Kleidungsbeschreibung seines Winnetou bzw. auch dessen Vater betraf. Für die Pueblo Völker bezeichnenderweise auch der Apachen sind die Beschreibungen unzutreffend. :?
Beweisführung? Gerne! 8)
Siehe Bildbände von Sheriff Edward Curtis (1907 – 1930)….
z. B. Strom Verlag Luzern - ‚Authentische Zeugnisse von den Kindern des Grossen Geistes’
mit interessanten und informativen Texten von Florence Curtis Graybill und Victor Boesen, sowie Taschen Verlag – ‚Die Indianer Nordamerikas’ Die kompletten Portfolios
Diese Bilder entstanden schon im zwanzigsten Jahrhundert, haben also als Zeitzeugnisse von Karl May sicher ein gewisse Aussagekraft.
Ob diese Bände derzeit noch erhältlich sind entzieht sich im Augenblick meiner Kenntnis, sollten aber antiquarisch zugänglich sein. Sicher sind sie jedoch nicht ganz billig, könnte ich mir vorstellen, waren sie zumindest nicht. :|

Interessant ist, das May stellenweise wenigstens versucht den spirituellen Hintergrund der Natives mit einzubeziehen, wenn er Winnetou von ich nenne es mal vorsichtig ‚Spirits’ sprechen lässt (siehe im Thread der Biografie war May Spiritist oder nicht) natürlich dementsprechend umschrieben. Allerdings denke ich, dass ihm auch hier der Hintergrund fehlte oder egal war, er wollte ja bekehren und emporheben zum Edelmenschen. Winnetou war hierzu sozusagen das Role Model oder besser noch das RAW Model er besaß alle Vorzüge und trug den Edelmenschen bereits in sich, der durch OS dann quasi frei geschält wurde. War es Michelangelo, der sagte, die Figur sei bereits im Stein, er müsste sie nur daraus befreien? (oder so ähnlich…) Nun egal! :roll:

Um nochmals auf Black Elk einzugehen: Er war ein heiliger Mann der Oglalla.
Hierzu kann ich folgende Quellen nennen:
Gondrom Verlag – ‚Die heilige Pfeife’ Das indianische Weisheitsbuch von Schwarzer Hirsch
Ach und siehe da, sogar Weltbild hat zu bieten ‚Ich rufe mein Volk’ Schwarzer Hirsch
Dann wären da noch Tahca Ushte (John Fire Lame Deer) List Verlag ‚Tahca Ushte’ Medizinmann der Sioux von richard Erdoes. Tahca Ushte war übrigens zeitweise ein Weggefährte vom bereits genannten Petaga Yuha Mani (Pete Catches)…. ETC….

Natürlich lässt sich diese Liste fortführen und ich darf nicht behaupten eine besonders große Ahnung von diesen Dingen zu haben. Ich meine aber doch, dass, wenn man bestimmte Dinge hinterfragt, irgendwann auch in diese Richtung forschen muss.

Grüßle
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Re: Leserunde

Beitrag von rodger » 1.1.2010, 18:48

Doro hat geschrieben: Für die Pueblo Völker bezeichnenderweise auch der Apachen sind die Beschreibungen unzutreffend.
Beweisführung?
Davon ging ich aus, daß die Beschreibungen unzutreffend sind ... weil es um solche Dinge m.E. ja auch gar nicht geht. Da fällt mir wieder das Vorwort zum Weltbild-Band von "In den Cordilleren" ein, da denke ich, wieso erzählt der Mann lang und breit etwas vom Geldadel in Südamerika anno dunnemals ("die aus den Nachfahren der spanischen Kolonialherren bestehende weiße Oberschicht"), wenn doch klar ist, daß May mit der trefflich geschilderten Abendgesellschaft (im "Rio"-Band des Zweiteilers) Neureichs in Sachsen meint ... (ein Beispiel für gut zweihundertsiebenundzwanzig andere)
Doro hat geschrieben:er wollte ja bekehren und emporheben zum Edelmenschen.
So würde ich es nicht ausdrücken ... Das ist allenfalls ein Aspekt und als solcher auch noch durchaus hinterfragbar. Er wird klug genug gewesen sein zu wissen, daß man sich das mit dem Bekehren sozusagen abschminken kann. Und dieser "Edelmensch" ist allenfalls auf eine ganz spezielle, hier & heute nicht weiter zu erläuternde Weise zu verstehen, ansonsten, mit Verlaub, auch in Richtung Karl May, Unfug. Wir leben nun mal in der Polarität und da kommen wir hien iden (diese Schreibweise basiert auf einem Insider-Scherzchen von vor ca. fünf Jahren, wird vermutlich kein Mensch mehr verstehen aber nichtsdestotrotz beibehalten) auch nicht heraus.
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Re: Leserunde

Beitrag von Doro » 1.1.2010, 19:07

rodger hat geschrieben: ... weil es um solche Dinge m.E. ja auch gar nicht geht...
Zustimmung!
Und doch auch wieder nicht...

Es geht bei May nicht darum, das ist wahr, jedoch geht es hier (an dieser Stelle) darum.

Wie gesagt, wer manche Fragen stellt, der sollte seinen Geist ein bisl weiter schweifen lassen!
Außer es sind oberflächliche Betrachtungen, die ich nicht unterstellen mag... :?

Wenn ich Karl May lese, weil ich seine Lektüre mag, großartig finde, oder was auch immer, dann interssieren mich sicher nicht die Details am Rande, wie zum Beispiel Kleidungsfragen der Natives. Dann darf ich aber auch nicht über die geschilderten Personenbeschreibungen philosophieren, finde ich zumindest.
Ich gehe aber auch soweit zu sagen, dann finde ich die Abenteuerromane nicht die wirklich interessanten! :?

Frage ich mich hingegen, ob die geschilderten Zusammenhänge stimmig sind, dann muss ich weiter hinterfragen, wie sie denn historisch gesehen zumindest einigermaßen investigierbar sind. Und dann...., dann werden weitere Fragen automatisch aufkommen und wir landen hier.
An diesem Punkt des Themas :wink:
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Re: Leserunde

Beitrag von rodger » 1.1.2010, 20:00

Doro hat geschrieben: Ich gehe aber auch soweit zu sagen, dann finde ich die Abenteuerromane nicht die wirklich interessanten! :?
Die Geschmäcker sind halt verschieden ... Den in Deutschland, über weite Strecken in der Privatwohnung eines 'abgefahrenen' Gelehrten sowie in der Kneipe u.a. spielenden Text "In der Heimath" (in GW Band 79) finde ich einen der Reizvollsten im Gesamtwerk, mir persönlich ist es völlig schnurz, ob Orient, Wildwest, sonstwas oder schlicht Dorf & Heimat, Hauptsache Karl May. Der kann sogar in Prozessschriften außerordentlich erfrischend herüberkommen, nachzulesen in Band 83 ("Als ich mit dem „Heinrich“ hinüber in die Wohnung kam, war es „Pauline“ zwar nicht möglich, jenes stereotyp verlegene, breite Lächeln zu verbergen, welches auch einem geistreichen Gesicht nur übel stehen würde; aber im Verhältnis zu ihrer sonstigen Intelligenz fand sie sich doch ganz leidlich in die für sie gewiß nicht angenehme Situation“ (S. 113)).
Doro hat geschrieben:historisch gesehen zumindest einigermaßen investigierbar
("investigierbar" werde ich nachschlagen ...) Auch in dieser Hinsicht gehen ja die Ansichten reichlich auseinander, ich persönlich finde es geradezu [fast] albern, wenn einer z.B. schreibt, das spielt dann und dann und dann fuhr die Eisenbahn da noch gar nicht, na und, dann hat er halt deren Existenz um ein paar Jahre vorverlegt, weil er das für seinen Text so brauchte ... in Kunst und Literatur sind solche Dinge gang und gäbe, nur die May-Leut' zeigen sich da immer etwas begriffsstutzig ...
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Re: Leserunde

Beitrag von markus » 1.1.2010, 20:04

Je weniger May sich mit unwesentlichen Dingen wie Tatsachen, Fakten, historischen Richtigkeiten, Chronismus etc. befasste, umso mehr konnte er sich den wesentlichen Dingen widmen die ihn beschäftigten und um die es ihm ging (Aussagen seiner Bücher beispielsweise). Und da können wir froh sein daß er das so gut gemacht hat, sonst würde keiner hier seine Zeilen schreiben können, auch nicht die denen unwesentliche Dinge, die eher in ein Fachbuch als in einem Roman gehören, wichtiger erscheinen :D .
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Re: Leserunde

Beitrag von rodger » 1.1.2010, 20:06

Wolf-Dieter Bach im Jahrbuch der KMG von 1981:

"Die gestrenge Frage, ob der Herr Puntila samt seinem Knecht typisch finnische Menschen seien, wäre so sinnvoll wie der Versuch, die Stellung des Glücksschweins im zoologischen System zu bestimmen. Und Brecht war Realist!

Auch Karl May sollte nicht an der ethnologischen und kultursoziologischen Stimmigkeit seiner Romane gemessen werden, wie dies die Autoren Hofmann und Vorbichler in ihrer Arbeit tun. Defoes Freitag, Coopers Chingachgook, Melvilles Queequeg sind allesamt keine getreuen Abschilderungen völkerkundlicher Realität. Der Orient, den Voltaire in "Zadig" beschrieb, hat nie existiert er ist genau so wenig authentisch nach wissenschaftlichem Maßstab wie jenes Morgenland, das Orientalen selbst uns schildern: Firdusi etwa, oder die Erzähler von Tausend-und-einer-Nacht. Und selbst ein als Tatsachenbericht sich ausweisendes Orientbuch eines historisch geschulten modernen Europäers wie "Die sieben Säulen der Weisheit" von T. E. Lawrence besteht eine genaue Realitätsprüfung nicht. Orient verführt zur Phantasie.

Kurzum: es ist eine Kinderei, May den Vorwurf zu machen, sein Bild vom Islam sei falsch und verzerrt. Gar keine Frage, daß es dies ist! Aber derlei selbst ohne Vorwurf festzustellen hieße nicht mehr, als der Literatur zu bescheinigen, daß sie sich nur selten peinlich genau an die Vorlagen dieser Welt hält - eine Binsenweisheit, kein Blatt Papier wert."

(einigen zeitgenössischen Jahrbuch-Autoren gleichsam ins Stammbuch geschrieben ...)
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Re: Leserunde

Beitrag von sciurus » 1.1.2010, 20:10

Natürlich, aber... mir z.B. ist in erster Linie die Geschichte wichtig, dann das historische. Über so was mache ich mir immer zuerst Gedanken und dann fällt mir ein, darüber nachzudenken, was der Autor sagen will.
@Doro: Und welche Kleidung trugen die (Plains-)Indianer in Alltag?
Hast du zufällig "The Delight Makers" gelesen?
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Re: Leserunde

Beitrag von Doro » 1.1.2010, 20:20

*lach*

Jungs, ich glaub ihr habt was mit den Augen...

Schulisch gesehen würde ich sagen:

Am Thema vorbei, setzen sechs!

:mrgreen: :mrgreen:

Könnt natürlich auch dran liegen, dass ich chinesisch schreibe... obwohl *grübel* mir die Sprache nicht geläufig ist. Sowas soll's ja geben! :wink:

Hättet Ihr mal 3 Sekunden gelesen was da steht und nicht, was Ihr lesen wollt, dann könntet Ihr feststellen, ich schrob, dass, wenn denn jemand gewisse Fragen stellt, sich das Denken in diese Richtung bewegen könnte/sollte...
Da steht nirgends, dass Karl May Wert auf Genauigkeiten historischer oder welcher auch immer gearteten Weise legen hätte sollen. Mir ist durchaus klar, es ging ihm um anderes, was ich denn auch vermerkte.
Ebenfalls steht dort, dass meine geringste Wenigkeit der Meinung sei, nicht, dass dies jeder zu glauben hätte!!!

Augen auf... oder Brille putzen... könnte evtl weiterhelfen!

:D
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