Gustav Knuth

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rodger
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Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 19.8.2010, 23:24

, der sich in "Unter den Brücken" unvertreibbar in mein Herz gespielt hat, sollte ursprünglich den Sam Hawkens in "Der Schatz im Silbersee" spielen, entnahm ich dem Filmbuch von Michael Petzel. Schade daß es nicht dazu gekommen ist, sonst wäre er öfter Gesprächsgegenstand in Sachen May.

Sehr witzig finde ich, daß ein früherer Bekannter von mir, dem es in Sachen Knuths Darstellung im erwähnten Film ähnlich ging wie mir, sich (vor ca. 35 Jahren) mit entsprechend hoher Erwartungshaltung die Sendung "Künstlerstammtisch" mit Knuth als Gastgeber ansah und, arg des-illusioniert, hinterher wörtlich äußerte der Mann sei ja "ein Ausbund an Dummheit und Primitivität". (So kann's gehen ...)

Ich verstehe sehr wohl, was er meinte, und habe auch kein Problem damit, daß er das gesagt hat, ich kann mich nach dreieinhalb Jahrzehnten noch darüber amüsieren. Mir geht's halt anders. Das, was ihn störte, stört mich nicht ... wenn einer offensichtlich Herz & Gemüt hat (nennen wir's mal so ...)[und dazu auch noch ein solch begnadeter Darsteller ist], stört mich eine gewisse Schlichtheit überhaupt nicht ...
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von Rene Grießbach » 19.8.2010, 23:47

ich kenne nicht viele Filme mit Gustav Knuth und den Künstlerstammtisch überhaupt nicht.
Aber kramend in der Erinnerung an die Filme möcht ich schon sagen, dass mich Knuths Art zu spielen immer fasziniert hat und er in seinen Rollen auch glaubwürdig rüberkam.
Naja, nicht jeder gute Schauspieler wird für eine Talkshow (sowas war - vermute ich - der Stammtisch ungefähr) der geeignete Gastgeber sein, wie sich da Gustav Knuth gemacht hat, weiß ich - wie gesagt - nicht.
Aber ganz allgemein gesehen denke ich, wenn ein prominenter Mensch eine gewisse Schlichtheit rüberbringt, dann ist das überhaupt nichts, woran man sich stören sollte, wie es auch rodger schreibt.
Im Gegenteil, wenn man bedenkt, dass manch ein Prominenter durch seinen Erfolg und Ruhm regelrecht abgehoben ist, freut es einen doch, wenn ein (zu seiner Zeit) bekannter und beliebter Schauspieler sozusagen "Mensch geblieben ist".
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rodger
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 20.8.2010, 0:05

Rene Grießbach hat geschrieben:ich kenne nicht viele Filme mit Gustav Knuth


Hier der Schluß (die letzten zehn Minuten) von "Unter den Brücken"

http://www.youtube.com/watch?v=Z-f8DLtT ... re=related

("Da sieht man kein Auge tränenleer"; Friedrich Schiller) ( :wink: )
nicht jeder gute Schauspieler wird für eine Talkshow (sowas war - vermute ich - der Stammtisch ungefähr) der geeignete Gastgeber sein, wie sich da Gustav Knuth gemacht hat, weiß ich - wie gesagt - nicht.
Als Talkmaster oder Gastgeber hat er seine Sache gut gemacht. Meinen Bekannten störten Knuths Ansichten und sein, wie es in einigen Äußerungen wohl herüberkam, etwas schlichtes Weltbild. Mich stört das nicht ...
freut es einen doch, wenn ein (zu seiner Zeit) bekannter und beliebter Schauspieler sozusagen "Mensch geblieben ist".
Er soll ein sehr großes Herz gehabt haben, großzügig gewesen sein usw. Sehr sympathisch.

Als Hawkens vorstellbar. Auch als Halef Omar (habe ich mir vorhin mal vorgestellt und vor mir gesehen / gehört ... er war ja sowohl gutmütig als auch erregbar bzw. konnte beides gut darstellen ...)
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 20.8.2010, 0:25

Ich hatte ihn hier in diesem Forum schon mal am Wickel, in Sachen Hans Albers und "Große Freiheit Nr. 7", ist mir gerade eingefallen
Und dann dieser Knuth, sie sind wirklich beide zum Niederknien, wie der das darstellt, von einer Sekunde zur anderen von Fastvolltrunkenheit zur nüchternen Klarheit und dem anderen beistehen in dessen Elend, Komm’ wieder mit auf See, da ist ein Platz frei weil … und dann verplappert er sich fast, er kann doch jetzt dem armen Hund nicht noch was vom Liebesglück anderer erzählen … da ist wahre Mitmenschlichkeit und Anteilnahme, und eben nicht verlogene Sentimentalität (und das kommt alles herüber, nonverbal und in wenigen Augenblicken. Ich weiß auch nicht wie er das macht; solche Schauspieler gibt es nicht mehr)
In Sachen Sam Hawkens dachte ich eben darüber nach, daß der bei Karl May in "Old Firehand" Indianer skalpiert und seine Witze darüber reißt, und dann fiel mir Knuth ein wie er in "Unter den Brücken" die geschlachtete Gans nicht anrühren mag ... aber da bin ich für einen Moment darauf hereingefallen, Schauspieler mit ihren Rollen zu verwechseln ... naja wenn sie so überzeugend sind ... diese Sensibilität konnte er sehr überzeugend darstellen, aber er hätte sicher auch Hawkenssche (oder andere) Brutalität und (partielle !) Kälte gut darstellen können ...
Zuletzt geändert von rodger am 20.8.2010, 8:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von markus » 20.8.2010, 8:56

Gustav Knuth wäre auch ein guter 'Rodenstein' aus dem "Waldröschen" gewesen (u.a.).

(oder bei einer Neuverfilmung vielleicht Mario Adorf)
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 20.8.2010, 9:16

Oder eine Mischung aus beiden ... Adorfs Statur und Knuths Wesen. Teddybärhafte Gutmütigkeit in einer Statur von preußischem Gardemaß.

:wink:
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von markus » 20.8.2010, 9:26

Preußisches Gardemaß könnte auch ein Adorf hinkriegen, aber natürlich anders als ein Knuth (übrigens, lebt der eigentlich noch der Knuth?).

Der Knuth als Rodenstein fiel mir deshalb ein, weil ich ihn noch als bodenständigen bairischen Herzog oder Graf vor Augen habe, er spielte den Vater von Romi Schneider in den "Sissi" - Verfilmungen. Da hat er mir sehr gefallen, vor allem weil er sich kaum um Hofetikette bekümmerte.
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 20.8.2010, 9:35

markus hat geschrieben:Preußisches Gardemaß könnte auch ein Adorf hinkriegen
Mit Gardemaß meinte ich Adorf. Wobei ich weder weiß wieviel Cm preußisches Gardemaß sind noch wie groß Adorf ist ... Ich assoziiere Adorf mit groß und stark und Knuth mit eher kleiner und eher rundlich, auch wenn er in den frühen Filmen vielleicht noch gar nicht rundlich war ... es gibt auch eine 'innerliche Rundlichkeit'. (Ich habe eben vergeblich versucht im Internet die Körpergröße Adorfs herauszufinden. Selbst wenn mir jetzt einer nachwiese daß die beiden sich in Sachen Körpergröße gar nicht groß unterscheiden, würde das an meiner Assoziiererei nichts ändern ...)
übrigens, lebt der eigentlich noch der Knuth?
Nein; siehe z.B. Renes Link.
Der Knuth als Rodenstein fiel mir deshalb ein, weil ich ihn noch als bodenständigen bairischen Herzog oder Graf vor Augen habe, er spielte den Vater von Romi Schneider in den "Sissi" - Verfilmungen. Da hat er mir sehr gefallen, vor allem weil er sich kaum um Hofetikette bekümmerte.
Schon klar. Aber den Rodenstein stelle ich mir "zackiger" vor. Adorf ist ok, den nehmen wir. :wink:
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von markus » 20.8.2010, 9:40

Also ein Intelektueller war er nicht. Na Gott sei Dank, mit denen ist die Welt wahrlich übersät. Bodenständig, schlichtes Gemüt, damit könnte er gut als Niederrheiner durchgehen. Was nicht heißt, das denen nicht auch mal der Kragen platzt. Alles zu seiner Zeit.

Hab eben gelesen daß er schon seit Anno 1987 tot ist. Mir ist aber, als hätte man ihn noch vor gut 10 Jahren im Fernsehen auftreten sehen. Tja so ist Zeit, alles relativ.

8)
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von markus » 20.8.2010, 9:54

rodger hat geschrieben:
markus hat geschrieben:Preußisches Gardemaß könnte auch ein Adorf hinkriegen
Mit Gardemaß meinte ich Adorf. Wobei ich weder weiß wieviel Cm preußisches Gardemaß sind noch wie groß Adorf ist ... Ich assoziiere Adorf mit groß und stark und Knuth mit eher kleiner und eher rundlich, auch wenn er in den frühen Filmen vielleicht noch gar nicht rundlich war ... es gibt auch eine 'innerliche Rundlichkeit'. (Ich habe eben vergeblich versucht im Internet die Körpergröße Adorfs herauszufinden. Selbst wenn mir jetzt einer nachwiese daß die beiden sich in Sachen Körpergröße gar nicht groß unterscheiden, würde das an meiner Assoziiererei nichts ändern ...)
Jetzt ham wa wohl ma wieder aneinander vorbei geredet. Aber witzig und interessant. Ich dachte bei dem Teddybär an Adorf und bei dem Gardemaß an Knuth. Und dazu kommt, daß ich bei 'Gardemaß' gar nicht an eine Maßeinheit dachte, denn in militärischen Dingen kenne ich mich überhaupt nicht aus (weiß nur daß ein General das höchste ist, mit anderen Dingen braucht man mir nicht zu kommen). Ich dachte bei "Preußisches Gardemaß" eher an einen preußischen Charackterzug, also ein zackiges und auch alles was er tut und wie er es tut ist "preußisch". Und da dachte ich halt eher, du meinst damit den Knuth und ich erwiederte dann, daß es Adorf auch könnte. Aber alles klar, wir nehmen dafür den Adorf (müssen wir ja wohl).

:wink:

(Lieber Gott, laß jetzt bitte kein zweites "Krüger-Bei" entstehen! :roll: )
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 20.8.2010, 10:02

markus hat geschrieben: Mir ist aber
Das war Dein Thomas-Mann-Moment für heute. "Ihm war aber" steht bei dem einmal an exponierter Stelle. (Aber das nur am Rande; ich bin halt unsäglich schwatzhaft.) :mrgreen:
als hätte man ihn noch vor gut 10 Jahren im Fernsehen auftreten sehen. Tja so ist Zeit, alles relativ.
Eben. Außerdem schrieb Hemingway "Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, daß sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot."

Ich schlage ja gern mal verstorbene Schauspieler für Rollen vor ... das hat mal jemand offenbar nicht richtig verstanden und gefragt Ja aber undsoweiter. Aber es geht ja um die Idee, nicht um die Ausführung ... (Nein, nicht etwa darum, was man für ein toller Hecht sei, solche Ideen zu haben, sondern um die Idee als solche ... die 'lebt' dann ... in der lebt dann wieder einer, auch wenn er schon gestorben ist ...) (Alles klar ? :wink: )
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 20.8.2010, 10:11

markus hat geschrieben: Ich dachte bei dem Teddybär an Adorf
Das war doch klar ... (ist ja auch nicht falsch. Auch er ist ein Teddybär. (Sind wir ja mehr oder weniger alle ...))
in militärischen Dingen kenne ich mich überhaupt nicht aus
Zwockel wird uns aufklären, th'is clear. - Es sei denn er sagt sich jetzt ätschebätsche, wenn du damit rechnest dann gerade nicht. - Aber er ist ja keine Frau. :lol:
Ich dachte bei "Preußisches Gardemaß" eher an einen preußischen Charackterzug, also ein zackiges und auch alles was er tut und wie er es tut ist "preußisch".
Ich [dachte] eigentlich auch [daran] ... (an beides. An Größe wie an das.)
Und da dachte ich halt eher, du meinst damit den Knuth
Nee, da meinte ich Adorf. (Auch wenn Knuth es, auf seine Weise, auch könnte. Aber das hast Du ja schon, anders herum, erklärt ...)
(Lieber Gott, laß jetzt bitte kein zweites "Krüger-Bei" entstehen! :roll: )
Alles zu seiner Zeit. Bei Gelegenheit komme ich gerne darauf zurück. Aber heute ist es ja anders, da haben wir ein Mißverständnis erfolgreich ausgeräumt. Das andere besteht, fürchte ich, immer noch ... ( :wink: )
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von rodger » 20.8.2010, 10:22

'rodger' hat geschrieben: Aber er ist ja keine Frau.
Dazu möchte ich denn doch noch Folgendes ausführen ... (gestern habe ich es mir noch verkniffen, heute mag ich nicht mehr ...)

"Aller Weiber Feind" hieß gestern ein Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" (kann man hier nachlesen http://www.sueddeutsche.de/Q5v38k/35259 ... Feind.html) und da hieß es doch tatsächlich "Schopenhauers Haltung zu Frauen diskreditiert sein gesamtes Werk" und "Jede Apologie von Schopenhauers Frauenhass aus Männermund würde heillos auf den Sprecher zurückfallen". So etwas kann wirklich nur eine Frau schreiben ... :mrgreen:

(Aller Weiber Feind, da sind wir ja wieder bei Kara Ben Nemsi, und bei Ironie, siehe anderer Thread, kann man halt nicht immer alles so fein säuberlich auseinanderhalten ... Das ist natürlich Ironie, wenn er das schreibt, der May. Aber natürlich nicht nur. Über das Mischungsverhältnis zu spekulieren, inwieweit ist es Ironie, inwieweit Ernst, überläßt er dem Leser ...)
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Re: Gustav Knuth

Beitrag von markus » 20.8.2010, 10:34

Für mich ist das alles klar :wink: . Mit verstorbenen und noch lebenden Prominenten tu ich mich immer schwer was denn jetzt richtig ist (wie bei Knuth). Bei einem Schauspieler z.B. (ich glaube es war Richard Widmark) habe ich erst vor kurzem erfahren, daß er schon zwei Jahre tot ist. Damals hatte ich das nicht mitbekommen (oder hatte den Tunnelblick). Es ist wohl so, daß solche Leute für einem nicht sterben. Es ist schon was wahres dran was Hemmingway gesagt hat.

Richtig trauern tut man ja im allgemeinen nur um Menschen die einem so richtig nahe standen, um Prominente, auch wenn man sie sehr geliebt hat, eher weniger. Nur ein einziges Mal ist es bei mir vorgekommen, daß ein bischen für mich die Welt zusammen brach und ich einen leichten Kloß im Hals hatte und zwar als Rudi Carell starb. Darüber mag man jetzt lachen und das ist mir auch egal, aber jeder hat halt andere Empfindungen. Es ist kaum in Worten zu erklären warum ich sagen muß daß dieser Mann fehlt, denn er war mehr als nur ein Showmoderator. Mag er vielleicht privat ein Ekel gewesen sein (so hört man oft), so muß er sich im Fernsehen aber sehr verstellt haben, denn er hat den Leuten (auch uns Kindern als Vorbild, ich bin ja schließlich als kleiner Junge mit ihm aufgewachsen) gezeigt wie man herumblödeln und Scherze machen kann, aber gleichzeitig die Leute nicht vorführen darf, vor allem nicht die "nicht-Prominenten", die ja oft seine Kandidaten waren (in der Hinsicht war Hans Rosenthal vielleicht noch besser, aber er war halt nicht der große Entertainer). Das mal eben nur so vom Thema weg...

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