Überall May ...

Dernen
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Re: Überall May ...

Beitrag von Dernen » 16.12.2012, 19:20

Thomas Math hat geschrieben:Warum Indianer mehr dem Alkohol zusprechen weiss ich auch nicht vielleicht weil sie einfach weniger anpassungsfaehig und fauler sind (würde auch die hohe Rate von Arbeitslosigkeit und Welfareabhaengigkeit erklären).
Wenn man sich anschaut was fuer Foerderungsprogramme es heutzutage fuer diese Bueffeljager Nachkommen gibt kommt man zwangslaeufig zum Schluss das den Indianern historisch geschehen nichts besseres passieren konnte als die Indianerkriege zu verlieren.
Das mit dem Pferd gefaellt mir nur ist es falsch,man schaue sich nur mal die Comanchen an wahrscheinlich das am besten ans Pferd angepasste Volk,im Grunde fand keinerlei kulturelle Entwicklung von 1600-1800 statt ausserdem das die Steinzeitmenschen jetzt ihre Raubzuege auf Pferden unternahmen.
Je nun. Wenn man sich quasi technologisch (in dem Falle wohl eher hippologisch) weiterentwickeln kann, so spricht das doch für diese Leute. Apropos Raubzüge: Die Mescalero-Apachen haben es auf jeden Fall richtig gemacht, also richtig im amerikanischen Sinne: sie rauben jetzt die Leute im "Inn of the Mountain Gods" aus, jenem Hotel in New Mexico mit angeschlossenem Kasino. Da sag mal einer, die Indianer seien nicht entwicklungsfähig. (Ja, ich weiß, daß Kasinobetreibung dort den Ureinwohnern vorbehalten ist. So eine Art Subvention, beinahe schon Kommunismus...)
Thomas Math
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Re: Überall May ...

Beitrag von Thomas Math » 16.12.2012, 20:09

Mit der Dummheit anderer Geld zu verdienen ist nicht verwerflich ich habe nun wirklich nichts gegen Casinos aber ich wuerde es natuerlich jedem erlauben eine Lizenz dafuer zu erwerben.Dann koennen die lieben Indianer mal beweisen ob sie das Grundprinzip des Wettbewerbs verstanden haben.
In einen anderen Thread ging es um fehlende Mittel fuer Büchereien,hier werden die zu grossen Teilen vom Profit der Staatslotterie finanziert und da die Dummen nicht aussterben klappt das ganz gut.
Mein Hund hat gelernt die Katzen meiner Tochter zu hueten obwohl sie eigentlich ein Retriever ist ,so gesehen hat mein Hund sich kulturell weiter entwickelt,felinologisch sozusagen.
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Helmut
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Re: Überall May ...

Beitrag von Helmut » 18.12.2012, 11:21

1. Das mit der "Anfälligkeit" der Indianer und dem Alkohol hängt sicherlich mit den kulturellen Unterschiede zu den Europäern zusammen. Jene hatten eine jahrhundertlange Gewöhnung mit und an das Rauschmittel Alkohol, während die amerikanischen Ureinwohner eher mit Rauschmitteln zum Rauchen (und Essen (Pilze)) zu tun hatten. Solche auch kulturellen Unterschiede sind eben nicht einfach und nicht schnell auszugleichen, aber als Arzt weiß man da sicher besser Bescheid.
2. Die "Wandlungsfähigkeit" der "steinzeitlichen Indianer" hat sich schon im 18. Jahrhundert gezeigt, als sie sehr schnell lernten von ihren "steinzeitlichen" Waffen (Pfeil und Bogen und steinernen Tomahwks) auf die damals modernen Waffen der Weißen (Gewehre und stählerne Messer und Äxten) "umzusteigen". Jene modernen Waffen erhielten sie von den weißen Einwanderern um deren Kriege (i.w. den zwischen England und Frankreich und den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg) mit auszufechten. Gerade in dem ersten Krieg (dem zwischen England und Frankreich) "fielen" wohl wesentlich mehr Ureinwohner als europäische Einwanderer, "deren Krieg" es eigentlich wahr. Und außerdem hatten die Einwanderer es dabei sehr gut verstanden, die Differenzen der verschiedenen Indianerstämme zu nutzen und "auszubauen". So haben z.B. die Engländer Todesurteile gegen Indianer dadurch zu vollstrecken, indem sie die Deliquenten an feindliche Stämme auslieferten, mit dem Zusatz diese doch bitteschön nur umzubringen und nicht auch noch (zu sehr) zu foltern. Aber zu jener Zeit gab es ja noch keine amerikanische Nation, der sich die Indianer hätten anschließen können, sondern meines Wissens gab es da nur die sieben Nationen der Huronen, Irokesen, Leni Lenape usw.

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Re: Überall May ...

Beitrag von Helmut Prodinger » 18.12.2012, 19:47

Chinesen, Japaner und andere Asiaten vertragen Alkohol auch schlecht. Die amerikanischen Indianer sind doch mongolischen Ursprungs...

Deutschland produzierte Hitler, aber auch auch Winnetou, las ich vor einigen Tagen.
Ueber das Jubilaeum 50 Jahre Film "Schatz im Silbersee" las ich in den Medien, aber hier gar nicht. Das ist schade, dasz hier kaum Informationsflusz herrscht.
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Re: Überall May ...

Beitrag von markus » 18.12.2012, 20:30

Das ist hier ja auch nicht karl may & Co.

:lol:
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Re: Überall May ...

Beitrag von Thomas Math » 18.12.2012, 23:36

Helmut Prodinger hat geschrieben:Chinesen, Japaner und andere Asiaten vertragen Alkohol auch schlecht. Die amerikanischen Indianer sind doch mongolischen Ursprungs...
So isses zumindest sibirischen Ursprungs und Asiaten koennen Alkohol nicht so schnell und nur in kleinen Mengen abbauen,mit historischen Gewoehnung an Alkohol hat das nichts zu tun,erscheint mir eher als eine Ausrede um das weit ueberdurchnittliche Suchtverhalten der Indianer zu erklaeren.Und wenn man sich die Arbeitslosenquote vor allem der Praerieindianer anschaut faellt einen schon der Begriff arbeitsscheu ein.Aber dass muss man schon verstehen denn schliesslich koennen sie nur Bueffeljagen,Pferde stehlen und andere Staemme bekriegen.Und solch ein Anforderungsprofil gibt es ja dank der boesen Weissen nicht mehr.
Was die Indianer der Ostkueste angeht die Helmut erwaehnt so haben sich die lieben Indianer ganz gerne als Soeldner verdingt so konnte man seine Feinde bekriegen und bekam auch noch Waffen und aehnliche Gebrauchsgueter.Die Irokesen die im 18.Jh Angst und Schrecken unter anderen Staemmen verbreiteten sind ein Paradebeispiel.
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Re: Überall May ...

Beitrag von markus » 19.12.2012, 1:14

Versteh ich Sie richtig, die Ururenkel der Indianer des 19. Jahrhunderts jagen immer noch Büffel, stehlen Pferde und bekriegen andere Stämme? Wenn das stimmt, haben Sie natürlich mit allem recht was Sie sagen.

8)
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Re: Überall May ...

Beitrag von Helmut » 19.12.2012, 13:27

Warum fällt mir nur immer wieder (bei solchen "Diskussionen") der Ursprung des amerikanischen Thanksgiving ein?
Als eine der ersten Einwanderer aus Europa (ich glaube, es waren die "Pilgrim Fathers") von (den bösen) Indianern vor dem Hungertod gerettet wurden. Aber das ist sicher nur eine Legende.

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Re: Überall May ...

Beitrag von Thomas Math » 20.12.2012, 1:55

markus hat geschrieben:Versteh ich Sie richtig, die Ururenkel der Indianer des 19. Jahrhunderts jagen immer noch Büffel, stehlen Pferde und bekriegen andere Stämme? Wenn das stimmt, haben Sie natürlich mit allem recht was Sie sagen.

8)
War natürlich ironisch gemeint.Die Ururenkel liegen betrunken im Reservat warten auf ihren welfare check ( manchmal gibt es auch eine Auszahlung vom Casino) und wanken gelegentlich zum Indian Health Service um sich für Gonorrhö und Hepatitis behandeln zu lassen.Gegessen wird auch nicht Büffelfleisch (das übrigens vorzüglich schmeckt) sondern fast food und davon Unmengen.
Zuletzt geändert von Thomas Math am 20.12.2012, 2:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Überall May ...

Beitrag von Thomas Math » 20.12.2012, 2:03

Helmut hat geschrieben:Warum fällt mir nur immer wieder (bei solchen "Diskussionen") der Ursprung des amerikanischen Thanksgiving ein?
Als eine der ersten Einwanderer aus Europa (ich glaube, es waren die "Pilgrim Fathers") von (den bösen) Indianern vor dem Hungertod gerettet wurden. Aber das ist sicher nur eine Legende.

Helmut

Das ist eine Legende.Wie ich verstehe fanden diese sogenannten Pilgrims (was ich von religiösen Fanatikern halte, ist wohl klar) fast leere Dörfer mit Vorräten und der Ernte praktisch noch im Feld vor.Die Einwohner waren zuvor an den Pocken,Masern oder Influenza verstorben.
Ohne dieses Massensterben hätte man den amerikanischen Kontinent nie so schnell und erfolgreich besiedeln können.
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Re: Überall May ...

Beitrag von rodger » 20.12.2012, 10:41

Thomas Math hat geschrieben:Die Ururenkel liegen betrunken im Reservat warten auf ihren welfare check ( manchmal gibt es auch eine Auszahlung vom Casino) und wanken gelegentlich zum Indian Health Service um sich für Gonorrhö und Hepatitis behandeln zu lassen.
Kriegt man eigentlich bei Euch in den USA keinen Ärger mit solchen Äußerungen ? Hierzulande genügt manchmal weitaus harmloseres, um an Marterpfahl und Pranger zu stehen und um körperliche Unversehrtheit fürchten zu müssen ... (Das ist die vielzitierte Meinungsfreiheit. Sie gilt immer im Rahmen dessen, was offiziell gerade für angängig angesehen wird …In meiner Jugend war das ein anderer Rahmen als derzeit, und in nochmal fünfzig Jahren wird es wieder anders sein …)

In Sachen Indianer (u.v.a. …) gilt, daß sowohl Idealisierung als auch bloßes Heruntermachen fehl am Platze sein dürften …
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Re: Überall May ...

Beitrag von Thomas Math » 20.12.2012, 21:13

Nee, es gibt ja sowas wie freie Meinungsauesserung,es laesst sich auch schlecht dagegen argumentieren das Indianer Raten von Arbeitslosigkeit,Drogenabhaengigkeit,Unehelichen Geburten,Geschlechtskrankenheiten,mangelnde Schulbildung etc etc haben die erheblich hoeher sind als die fast aller anderen Bevoelkerungsgruppen.Warum sollte man das verschweigen,wer helfen will muss Probleme auch beim Namen nennen und diese Gebetsmuehlenartige Opfermentalitaet ablehnen.
Das dem Urgrossvater Unrecht geschah,erlaubt dem Urenkel nicht auf der faulen Haut zu liegen und Sozialhilfe zu kassieren,die er dann in Alkohol und Methamphetamine anlegt.
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Re: Überall May ...

Beitrag von markus » 20.12.2012, 21:37

Ach, dem Urgroßvater geschah jetzt plötzlich doch Unrecht... :shock:
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Re: Überall May ...

Beitrag von Thomas Math » 20.12.2012, 22:42

markus hat geschrieben:Ach, dem Urgroßvater geschah jetzt plötzlich doch Unrecht... :shock:
Das glaubt zumindest der Urenkel.
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Re: Überall May ...

Beitrag von Helmut » 21.12.2012, 10:56

Es hilft aber auch nicht sehr viel, alles zu pauschalieren (wenn ich alles so aufzählen wollte, was es da an Vorurteilen in der Welt über "die Amerikaner" so gibt ...).
So gibt es ja - meinem bescheidenem Wissen nach - sehr gefragte (und beschäftigte) Bauarbeiter unter den (insbes. Mohawk) Indianern, ja ich habe sogar mal einen leibhaftigen Universitätsprofessor getroffen, der "Vollblut-" Dakota war.
Vielleicht sollte man sich auch mal darüber Gedanken machen, warum so wenige der Indianer diesen "Absprung" schafften. Ob das nur an den Genen oder an der Bequemlichkeit der Betroffenen liegt? Vielleicht hat dies auch aber mit der doch nicht vollkommenen "equal oppurtunity" der Einwohner der USA zu tun? (Das letzte habe ich natürlich nur angeführt, weil ich eben immer noch ein unverbesserlicher Sozialromantiker bin :wink: )

Helmut
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