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Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 20.5.2016, 15:19
von rodger
... von Küken verstößt nicht gegen das Tierschutzgesetz. Heute entschieden. Helau ! Wer noch nicht wußte, daß die Welt ein Narrenhaus ist, und zwar ein recht übles, kann sich wohl zumindest gelegentlich "des Eindrucks nicht erwehren".

(Bezug zu Karl May: nachzulesen z.B. in Winnetou I oder "Am Jenseits". Einmal spricht Nscho-Tschi, einmal der Erzähler, zum Thema, was der Mensch so mit Tieren treibt ...)

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 20.5.2016, 17:41
von Hermann Wohlgschaft
So ist halt unsere Gesellschaft. Was zählt, ist der wirtschaftliche Nutzen.

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 20.5.2016, 17:50
von rodger
auch im Krankenhaus; eine Krebspatientin, die seit 12 Tagen kaum etwas gegessen hat, für die wenigen Schritte zur Toilette einen Rollator benutzt, wird seitens der Verantwortlichen gefragt, ob sie nicht demnächst wieder nach Hause wolle … auf ihren Einwand, das schaffe sie zuhause noch nicht, sie würde dann lieber in eine Pflegeeinrichtung gehen, informiert man sie, daß sie dann mit ungefähr 1500 € Eigenanteil im Monat zu rechnen habe … Sieh zu wie du klar kommst, Patient, oder zahl‘ halt … So geht’s zu.

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 20.5.2016, 18:09
von rodger
nochmal zum Lebend-Schreddern; wer's nicht glaubt:

http://www.n-tv.de/wissen/Wie-maennlich ... 04591.html

("damit du ganz klar guckst und nicht frierst", klassischer wirklich guter Spruch von meinem Vater ...)

("daß ich wie ein Frierender am ganzen Körper zitterte und kaum im Stande war, die Hand an der Stelle festzuhalten"; Karl May, Old Firehand)

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 14:29
von Doro
rodger hat geschrieben:("damit du ganz klar guckst und nicht frierst", klassischer wirklich guter Spruch von meinem Vater ...)

("daß ich wie ein Frierender am ganzen Körper zitterte und kaum im Stande war, die Hand an der Stelle festzuhalten"; Karl May, Old Firehand)
[Aussage eines Arztes gegenüber eines Krebskranken, an Ihnen verdienen wir sowieso nichts mehr, was wollen sie eigentlich noch .... ]
Irgendwo auf Deiner Seite schriebst Du mal, zu Am Jenseits, oder Und Friede auf Erden war's, man kann sich anziehen, das kann man lernen ... Kann man? Manchmal friert man aus seinem Inneren heraus, da hilft dann kein Anziehen ...

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 15:05
von rodger
Doro hat geschrieben:
rodger hat geschrieben:("damit du ganz klar guckst und nicht frierst", klassischer wirklich guter Spruch von meinem Vater ...)

("daß ich wie ein Frierender am ganzen Körper zitterte und kaum im Stande war, die Hand an der Stelle festzuhalten"; Karl May, Old Firehand)
[Aussage eines Arztes gegenüber eines Krebskranken, an Ihnen verdienen wir sowieso nichts mehr, was wollen sie eigentlich noch .... ]
Irgendwo auf Deiner Seite schriebst Du mal, zu Am Jenseits, oder Und Friede auf Erden war's, man kann sich anziehen, das kann man lernen ... Kann man? Manchmal friert man aus seinem Inneren heraus, da hilft dann kein Anziehen ...
Ich habe das mal herausgesucht, es ist diese Stelle zum Schluß von "Und Friede auf Erden":
Am Ende kündigt sich der Krieg an ... So ist das, und auch Karl May wird es gewußt haben: Friede AUF ERDEN ? Niemals. (Das steht ja auch schwarz auf weiß im - am Ende atemberaubenden - Text: "Die Leiche eines aus dem Paradies gestürzten fiel in das Licht; da dunkelte es für einen Augenblick, und dieser Augenblick ist unser Erdenleben"; Fehsenfeld-Reprint S. 658) Allenfalls im eigenen Innern. Auch die Jahreszeiten werden sich nicht abschaffen lassen. Aber vernünftig sich anziehen und dann nicht frieren (leiden), das kann man lernen.
In Sachen Krankenhaus könnt' ich ein Lied singen, ein garstig Lied wär's ... Beschränken wir uns hier und heute auf die Anmerkung, daß Chemotherapie halt Umsatz bringt, auch wenn sie [im Einzelfall] sinnlos ist, und da werden dann Patienten und Angeörge auch schon mal beschwatzt ... Die Realität ist nicht nur "kabarettistischer, als wir sie überhaupt betreiben und beschreiben können" (Hanns Dieter Hüsch), sondern auch gruseliger und abgefahrener ...

In Sachen Frieren und warm anziehen, gelegentlich muß man auch Kälte und Frieren aushalten können. Wenn selbst das warm angezogensein nicht hilft. Und Trauer und Tränen und Schmerz. Watt mutt datt mutt. Ich zitier' gern nochmal Kohl senior, auch wenn ich der oder dem einen oder anderen damit auf den Keks gehen mag, "Du mußt stehen". Recht hat er. Der eine bleibt stehen der andere fällt um, widebumm widebumm. Der letzte Satz ist aus "Berlin Alexanderplatz" und ich habe ihn mir dreiundvierzig Jahre lang gemerkt. (Nur bei der Schreibweise von "widebumm" bin ich mir nicht ganz sicher, möglicherweise wird es bei Döblin mit ie geschrieben und / oder nur einem m. :D )

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 15:17
von Doro
Juppp! Da gibt's nix hinzuzufügen ... und auch nix wegzustreichen ...

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 15:55
von giesbert
rodger hat geschrieben:Der eine bleibt stehen der andere fällt um, widebumm widebumm. Der letzte Satz ist aus "Berlin Alexanderplatz" und ich habe ihn mir dreiundvierzig Jahre lang gemerkt. (Nur bei der Schreibweise von "widebumm" bin ich mir nicht ganz sicher, möglicherweise wird es bei Döblin mit ie geschrieben und / oder nur einem m. :D )
Und Schritt gefaßt und rechts und links und rechts und links, marschieren, marschieren, wir ziehen in den Krieg, es ziehen mit uns hundert Spielleute mit, sie trommeln und pfeifen, widebum widebum, dem einen gehts gerade, dem andern gehts krumm, der eine bleibt liegen, der andre fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm, widebumm widebum.

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 17:47
von rodger
giesbert hat geschrieben: Und Schritt gefaßt und rechts und links und rechts und links, marschieren, marschieren, wir ziehen in den Krieg, es ziehen mit uns hundert Spielleute mit, sie trommeln und pfeifen, widebum widebum, dem einen gehts gerade, dem andern gehts krumm, der eine bleibt liegen, der andre fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm, widebumm widebum.
Im Netz ist das Zitat aber auch mit dem meinerseits genannten 'der eine bleibt stehen, der andere fällt um' zu finden.

8)

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 17:51
von giesbert
rodger hat geschrieben: Im Netz ist das Zitat aber auch mit dem meinerseits genannten 'der eine bleibt stehen, der andere fällt um' zu finden.
Da vertraue ich doch lieber meiner Ausgabe vom Alexanderplatz …

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 18:05
von rodger
giesbert hat geschrieben:
rodger hat geschrieben: Im Netz ist das Zitat aber auch mit dem meinerseits genannten 'der eine bleibt stehen, der andere fällt um' zu finden.
Da vertraue ich doch lieber meiner Ausgabe vom Alexanderplatz …
So langsam schaltet sich bei mir der Rechthaber-Modus ein ... 8)

'widebumm widebum' mit einmal einem und einmal zwei m ist ja schon verdächtig ... :D

Außerdem kommt's vielleicht mehrmals vor, in abweichenden Varianten. Ich geh' jetzt mal nachgucken. Ich hab' nämlich auch so'n Ding hier stehen.

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 18:11
von rodger
Also, Ausgabe Bibliothek Suhrkamp, S. 501, da steht nun definitiv "der eine bleibt stehen, der andere fällt um" und nicht "der eine bleibt liegen". (Blödsinn ...) Setzen. :lol:

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 18:24
von rodger
Der Hineinversetz-Beauftragte meint, Du warst beim Abtippen gedanklich schon beim Liegen von "der andere liegt stumm", so kam es zu dem Fehler. Yes. Well.

8)

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 22:35
von giesbert
Hast natürlich recht. Wie konnte ich mich denn derart vertippen. Seufz.

Re: Das Lebend-Schreddern ...

Verfasst: 25.12.2016, 23:11
von rodger
Vertippen macht ja nichts, aber die hochmütige Rechthaberei anschließend verlangte Gegenmaßnahmen ... :mrgreen:

:wink: