Endlich Wohlgschaft Biographie erschienen

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rodger
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Beitrag von rodger » 13.9.2007, 17:46

Ich kann mich erinnern, daß diesen Satz Karl May in einem seiner Werke anführte (den mit den Wohnungen), wenn ich im Moment auch nicht sagen kann, in welchem!
am Schluß von Satan und Ischariot III
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Doro
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Beitrag von Doro » 13.9.2007, 17:54

rodger hat geschrieben:am Schluß von Satan und Ischariot III
Gracias!
People may hate you for being different and not living by society’s standards, but deep down they wish they had the courage to do the same. (Kevin Hart)
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rodger
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Beitrag von rodger » 13.9.2007, 17:56

daß wir uns dort begegnen müssen, geschweige denn in ein WG zu ziehen!
Das wäre nicht des "Vaters Haus", sondern eher (sozusagen) weiter unten, Sartre hat ein Stück darüber geschrieben, Huis Clos, Geschlossene Gesellschaft ... ("Die Hölle, das sind die anderen")

:lol:
Sandhofer
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Beitrag von Sandhofer » 13.9.2007, 17:59

Hallo zusammen!
marlies hat geschrieben:Aber versuche DEINE MEINUNG zu wiederpiegeln, anstatt:

müssten wir uns verbitten
ob uns das nun passt oder nicht

Du redest 'fuer uns alle' mit dieser Wortwahl
Ähm ... nein. Ich rede für "uns", nicht für "uns alle". Eine gewisse Präzision in der Formulierung darfst Du mir ruhig zugute halten ;). Im übrigen geht es mir hier nicht um meine Meinung, sondern um Karl Mays Glauben. Nicht mehr und nicht weniger.
marlies hat geschrieben:So aehnlich habe ich es auch gesagt - mit meinen Worten - den Mitmenschen nur zum Vorteil, nie zum Nachteil sein - und wenn man die ehrlichen 'Religionen' 'Glaubensrichtungen' 'oderwasauchimmer' ansieht, dann findet man die 'Christlichen Elemente' in allen - nur die Namen aendern. Und ich bin sicher dass auch ein Buddhist sagen kann dass er in der 'Christlichen Religion' Elemente von 'seinem' Buddhismus findet.
Es geht mir auch nicht um marlies' Glauben, dies sei vorausgeschickt. Worum es mir geht: Kara-Ben-Nemsi-Old-Shatterhand hätte Dir hier wohl kaum zugestimmt. Denn ihm ging es nicht um "Glaubensrichtungen", sondern um den konkreten Menschen vor sich: um Old Surehand, Old Wabble, Hanneh ... Er konnte im Denken und Handeln (v.a. in Letzterem!) von Halef christliche Elemente finden, nicht in der muselmanischen Religion. (Und er konnte im Denken und Handeln so manchen Nominal-Christen eben keine christlichen Elemente finden.)
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rodger
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Beitrag von rodger » 13.9.2007, 18:35

»Heimat für Verlassene!« Welch ein schönes und beruhigendes Wort! Lieber Leser, auch ich werde und du wirst einst zu den Verlassenen gehören, wenn alles, was wir unser nennen, vor unserm sterbenden Auge verschwindet; dann öffnet sich uns jene Heimat, von welcher der Erlöser sagt: »Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen, und ich gehe hin, sie für euch zu bereiten!« - - -

Das ist übrigens der Schluß von "Satan und Ischariot". - Wenn jemand den Band in Berlin bei der großen Ausstellung ("so etwas war noch nie dagewesen") im Museumsshop kauft, wird er den Satz dort vergeblich suchen, wenn es stimmt, daß dort nur die Grünen Bände erhältlich sind (und die aktuelle Ausgabe von Band 22 textlich noch der mir vorliegenden Ausgabe in den "Klassischen Meisterwerken" entspricht, was meines Wissens der Fall ist. Dort ist der Schlußabsatz gestrichen.)
Hermann Wohlgschaft
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Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 13.9.2007, 21:34

Liebe Marlies,

deinen langen, sehr ehrlichen, ja freundschaftlichen Brief habe ich aufmerksam und mit weitgehender Zustimmung gelesen. Ich fühle mich in vielem verstanden. Aber eine kleine Anmerkung sei mir doch gestattet:

»Was wird aus mir, wenn ich sterbe?« In der Tat, ich frage mich das wirklich, das hast du völlig richtig erkannt. Aber ist es wirklich nur mein »kleines Ego«, das so fragt? Marlies, es geht mir nicht nur um mich, es geht mir um bestimmte Menschen, die mir sehr nahe stehen und die schon gestorben sind. Ich habe eine liebe Weggefährtin während ihrer tödlichen Krankheit begleitet. Nun wünsche ich mir sehnlichst, dass sie im Himmel ist – sie SELBST in ihrer Einmaligkeit. Ja, ich sage es – obwohl dies nicht ins Forum gehört – ganz offen: Ich möchte ihr in der Ewigkeit wieder begegnen. (WIE das konkret sein könnte, weiß ich natürlich nicht.) Vor allem aus DIESEM Grund steht mir der Buddhismus (der den Menschen, falls ich den Buddhismus nicht missverstehe, in seiner Personalität und Individualität überhaupt nicht ernst nimmt) sehr ferne.

Hallo Sandhofer,

im Zuge seiner Vorstudien für ›Et in terra pax‹ (1901) hat sich Karl May durchaus mit den altchinesischen Religionen befasst. Im Jahrbuch der KMG 2007 ist aus meiner Feder ein längerer Beitrag enthalten, der sich mit den Spuren taoistischer Weisheit in Mays ›Friede‹-Roman auseinandersetzt. Allerdings stimme ich Ihnen darin zu: Was May im Resultat aus dem Taoismus und dem Konfuzianismus macht, läuft auf eine Verchristlichung hinaus. Das liegt freilich auch an der Sekundärliteratur, die May benutzt hat. Diese Literatur hatte die (May sicher willkommene) Tendenz, die ›Heiligen Schriften‹ des Taoismus im Sinne der Bibel, des Neuen Testamentes, zu interpretieren.

Einen guten Abend wünscht
Hermann Wohlgschaft
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Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 13.9.2007, 22:55

Mit dem Brief von Marlies meine ich deren heutigen Eintrag (14.03).

Gute Nacht!
marlies

Beitrag von marlies » 14.9.2007, 2:54

@rodger :lol: :lol:

Hi Sandhofer

schnip>>>Ähm ... nein. Ich rede für "uns", nicht für "uns alle". Eine gewisse Präzision in der Formulierung darfst Du mir ruhig zugute halten.<<<schnap

Yeah, okay :wink: - ich kann von hier den Unterschied zwischen 'uns' und 'uns alle' nicht beurteilen - ist 'uns alle' nicht eine Tautologie? :wink:

Nicht wieder mit dem baseball bat - bitte! :wink:

-------------

Hi Hermann

schnip>>>Aber eine kleine Anmerkung sei mir doch gestattet:<<<schnap

gestattet? :wink: bitte bitte bitte - - - nur SO kommt man weiter in seinem Denken - beim 'Mitdenken' von anderen. Ich habe mir auch 'gestatted' hier so draufloszuplappern, und das habe ich von May gelernt.

schnip>>>Nun wünsche ich mir sehnlichst, dass sie im Himmel ist – sie SELBST in ihrer Einmaligkeit. Ja, ich sage es – obwohl dies nicht ins Forum gehört – ganz offen: Ich möchte ihr in der Ewigkeit wieder begegnen.<<<<schnap

Und (so wie ich die Dinger sehe) ist genau dies was unsere Individualitaet ausmacht, sie bestaetigt und uns die individuelle 'Ewigkeit' praesentiert.

DAS DA - was man 'erwartet' 'in den Ewigen Jagdgruenden' - die 'Erwartung' oder 'Vorstellung von was da wird' ist einzig und allein Sache des Individuums. Jeder einzelne von uns hat die 'sacred duty' (damit ich nicht immer 'heilige Pflicht' schreiben muss) sich das 'Jenseits' selber zu gestalten. Es ist nicht vorgeschrieben. (Im Gegensatz zu dogmatischem oder 'fundamentalist' Denken). Niemand kommt zu uns zurueck und sagt: 'So isses!' - Wir haben keine Bilderbuecher darueber wie es da ist. Warum wohl? Weil innerhalb der 'Schoepfer/Schoepfung Symbiose' (sorry ich mag den Ausdruck :wink: ) wir gestattet sind - ja sogar muessen - auch da mitzuschoepfen.

David's Mutter (meine Schwiegermutter) verstarb nicht so lange her. David war ziemlich mitgenommen und sagte zu mir: "Sie hat keine Ahnung was sie vom 'Jenseits' erwarten soll, und ich weiss nicht ob ich es darf ihr zu erklaeren wie ich es verstehe." Da sagte ich. "Du darfst ihr nicht deine Gedanken aufzwingen. Rede mit ihr und wenn sie eine Vorstellung vom Jenseits hat das sie gluecklich macht, dann ist es die richtige Vorstellung fuer sie."

Der alte Spruch: 'Du kamst in die Welt allein, du verlaesst die Welt allein.' Stimmt schon. Niemand hat dir im Moment der Zeugung gesagt: "Nu hoer mal her. Wenn du denn da anlangst auf der Erde wirst du von einem ungeheuren Laerm umgeben, und Leute die so aehnlich aussehen wie du, nur viel groesser, und angsteinfloessender, wollen dir weiss gott was weismachen ... usw."

Und leidergottes geht es uns beim 'adieu' sagen gerade genau gleich wie damals beim 'hello'.

Aber ein Gott-gegebenes Leben vermiessen mit stressvollen 'what if' Gedanken ist, in meinen Augen, eine Suende. Die groesste Verantwortung die wir in unserem Leben haben m.M.n. ist gegenueber unsereiner Selbst. Numero Uno muessen wir uns selber gesund und gluecklich erhalten, lernen was wir koennen und moechten, und dem 'Ganzen' von Wert sein, nur dann danken wir Gott fuer was ER/SIE uns gegeben hat. Denn durch 'sein Ebenbild' hat er sich selbst ermoeglicht seine 'Kunst' zu bewundern.

Die Musik die ich dir schickte ... Augen zumachen ... tief einatmen, ausatmen, nochmals tief einatmen ... und in deinen Gedanken (in deiner Gedankenwelt) ein Gespraech anknuepfen mit deiner Herzensdame. Sieh mal wie weit du kommst. Da lebt sie und da wird sie immer leben. Wir koennen nix mitnehmen - nicht mal unseren Koerper, ABER die Gedanken und Bilder und ja sogar ganze Welten die wir in unsere Seele einbetten - die bleiben - fuerimmer.

Nu hoer ich aber wirklich auf. Ich muss in den Garten Salatsamen ausduennen - eines von Gottes Wunder pflegen ... ein kleines Pflaenzchen das mich fuettern wird.
:wink:
marlies

Beitrag von marlies » 14.9.2007, 10:25

PS - ich rede da von 'Visualization Exercise' innerhalb einer 'Relaxation Technique'. Davon fehlt mir leider das deutsche Vocab. Re: Musik. 2 Wochen nachdem ich meiner Freundin ein CD dieser Musik gab zum 'relaxen', sahen wir eine docu im TV - der Einfluss von Sound auf den Mensch. Heavy Metal (wiesauchimmer auf deutsch heisst die 'moderne' Musik) ist stressful, am meisten relaxing ist Classical Music, und innerhalb Classical Music ist es die Classical (Latin) Guitar die den groessten Entspannungs Effekt hat. Das ist nur ein Zusatz.
Wenn ich mich recht erinnere hat auch der May mal so schoen geschrieben vom 'Augen zumachen und im Innern weitersehen...' wie von rodger zitiert ein paar Seiten vorher:

Das Auge haftet nicht auf ihm, sondern auf dem Horizonte, der sich wie eine sichtbare aber nicht zu greifende Ewigkeit immer von neuem gebiert; es richtet sich nach oben, wo zwischen den strahlenden Lichtern des Himmels immer andre und andre, immer mehr und mehr Lichter erscheinen, bis der Blick sie nicht mehr zu fassen vermag. Und wenn der Sehnerv an dieser Anfangs- und Endlosigkeit ermüdet, und die staunend erhobene Wimper sich niedersenkt, so währt die Unendlichkeit im eigenen Innern fort, und es entstehen Gedanken, die nicht auszudenken sind; es steigen Ahnungen auf, die man vergeblich in Worte fassen möchte, und es wallen und wallen Gefühle und Empfindungen empor, die man aber nicht einzeln zu fühlen und zu empfinden vermag, weil sie eine einzige, endlose Woge bilden, auf und mit welcher man weiter und weiter schwebt;

Das Wetter drohte umzufallen deshalb musste ich weg eilen in den Garten, und tatsaechlich ists umgefallen und jetzt etwas windig, duester und regnerisch.
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Doro
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Beitrag von Doro » 14.9.2007, 10:54

Hallo Marlies,

bei dem Sonnenschein, den Du in Deinem Inneren birgst, kann das Wetter außen gar nicht so trüb werden!

Wundervoll!

Lieben Gruß
Doro
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marlies

Beitrag von marlies » 14.9.2007, 11:59

Hi Doro
Daran is 'meerschtenteels' der Karle schuld! :wink: thankyou !
marlies

Beitrag von marlies » 18.10.2007, 11:16

Ich weiss dass momentan in einem anderen thread ein neueres biographisches Werk diskutiert wird, however, von einer anderen geographischen Richtung:

@ dearest Hermann !!!

heute durfte ich von unserer Poststelle ein sehr schoenes Geschenk abholen - die dreiteilige Wohlgschaft Biografie 'Karl May - Leben und Werk'. Ein einfaches 'Dankeschoen' scheint hier viel zu wenig - selbst mein Australischer Ehemann sagte: 'schade dass ich nicht Deutsch lesen kann' (natuerlich in English :-) ).

Das sind wunderschoen gestaltete Buecher und ich freue mich jetzt schon darauf mich darin vertiefen zu koennen (was man eigentlich nur kann mit einem echten Buch, und 'online' nur schwer).

Die drei Buecher haben, was man hier in 'surfer jargon' sagen wuerde 'good vibrations', und Dein grosszuegiges Geschenk hat mich sehr be- und ge-ruehrt.

Many thanks and much love and light to you from downunder from Marlies.
Hermann Wohlgschaft
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Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 18.10.2007, 21:06

Hallo liebe Marlies,

natürlich freut es mich, dass du dich über die Bücher freust. Viel Spaß beim Schmökern!

Herzlichst, Hermann
marlies

Beitrag von marlies » 25.10.2007, 15:09

@ Hermann

Ich denke oft an diese (thread) Diskussion ... war sie doch sehr 'involved'.

Habe gerade dies gefunden in 'Merhameh' und dachte ich kopiere es hierhin. Es passt einfach (braucht keine Antwort oder Weiterfuehren einer Diskussion...suche auch keine Antwort...ist nur eine gefundene Passage...)

quote:
"Seine Seele spricht mit ihrer Seele. O, Effendi, wenn die Menschen doch wüßten, wie heilig so ein inneres Leben ist!"
unquote.

cheers
Hermann Wohlgschaft
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Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 8.1.2008, 10:48

Der Thread hat, bei 374 Antworten, über 100 000 Aufrufe erreicht – ein doppelter Rekord im Stiftungsforum. Natürlich freut mich das. :wink:

Den Rekord nehme ich zum Anlass für die Mitteilung: Im April 2008 werde ich im Rahmen einer städtischen Veranstaltung in Günzburg die Biographie noch einmal vorstellen.
Antworten
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