Nummer 9

Der
Gute Kamerad

Spemanns Illustrierte Knaben-Zeitung.

5. März 1887

Der Sohn des Bärenjägers.

Von
K. May


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Am Quell traten die Bäume zurück, so daß ein kleiner freier Platz gebildet wurde, auf welchem das Feuer brannte. Die beiden sahen drei Personen an demselben sitzen, deren Gesichtszüge sie wegen der beträchtlichen Entfernung aber nicht zu erkennen vermochten.

»Was meint mein Bruder?« fragte Winnetou. »Werden es die richtigen sein?«

»Es sind nur drei; wir aber suchen viere. Bevor wir unsere Gegenwart merken lassen, wollen wir einmal sehen, wen wir vor uns haben.«

Er stieg ab, und Winnetou that dasselbe.

»Es genügt, wenn ich allein hingehe,« sagte Shatterhand.

»Gut! Winnetou wird warten.«

Er nahm die Pferde bei den Zügeln und trat mit ihnen möglichst weit zur Seite, da, wo die Felswand ein weiteres Zurückziehen unmöglich machte. Old Shatterhand huschte vorsichtig vorwärts bis unter die Bäume und schlich sich dann von Stamm zu Stamm weiter, bis er sich hinter dem letzten der Bäume niederlegte und nun die Drei in aller Gemütlichkeit beobachten konnte. Sogar die Worte konnte er verstehen, welche sie miteinander sprachen.

Es war der lange Davy mit Wohkadeh und Martin Baumann. Bob, der Neger, war nicht da. Der gute Schwarze war mit wahrer Begeisterung für den abenteuerlichen Ritt eingenommen. Er fühlte sich als Ritter der Prairie und war überaus beflissen, sich ganz genau als solcher zu verhalten. Darum war er, nachdem er gegessen hatte, vom Feuer aufgestanden und hatte erklärt, daß er für die Sicherheit seines jungen »Massas« und der anderen beiden »Massers« wachen werde. Davy hatte ihm vergebens erklärt, daß dies jetzt und hier gar nicht nötig sei.

Anstatt nun den Eingang der Schlucht, woher allem Ermessen nach jede etwaige Gefahr kommen mußte, zu bewachen, war er beflissen gewesen, in gerade entgegengesetzter Richtung zu patrouillieren. Dort hatte er nichts Verdachterregendes bemerkt, und so kehrte er gerade in dem Augenblicke, an welchem Old Shatterhand hinter dem Baume Posto faßte, zu dem Feuer zurück, setzte sich aber nicht nieder, sondern ging weiter.

»Bob,« sagte Davy. »Bleib doch da! Was soll das Herumstreichen nützen! Es sind ganz gewiß keine Indsmen in der Nähe.«

»Wie Massa Davy das können wissen!« antwortete Bob. »Indsman kann sein


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überall, rechts, links, hüben, drüben, oben, unten, hinten, vorn - - -«

»Und in deinem Kopfe!« lachte der Lange.

»Massa mögen lachen. Bob kennen seine Pflicht. Massa Bob sein groß und berühmt Westmann; er machen kein Fehler. Wenn Indsman kommen, Massa Bob ihn sofort schlagen tot.«

Er hatte sich nämlich eine junge, dürre Fichte abgebrochen und hielt deren wohl zehn Zoll starken Stamm in den gewaltigen Fäusten. Mit dieser Waffe fühlte er sich sicherer als mit der Flinte in der Hand.

Er schritt jetzt in entgegengesetzter Richtung davon.

Old Shatterhand war jetzt überzeugt, die Gesuchten vor sich zu haben; er hätte seine Anwesenheit zu erkennen geben können; aber da Bob gerade nach dem Punkte zuhielt, an welchem Winnetou stand, so war mit Wahrscheinlichkeit ein kleines Intermezzo zu erwarten, und so blieb der Jäger noch ruhig hinter dem Baume liegen.

Er hatte sich nicht verrechnet. Der Neger näherte sich der betreffenden Stelle. Es ist eine alte Erfahrung, daß indianische Pferde sich nicht leicht mit Negern befreunden, was seinen Grund jedenfalls in den Transpirationsverhältnissen hat. Die beiden Rappen rochen Bob von weitem und wurden unruhig. Winnetou hatte die dunkle Hautfarbe des Nahenden bemerkt, und da er von Shatterhand gehört hatte, daß ein Neger sich bei den Gesuchten befinde, so war er jetzt überzeugt, Freunde vor sich zu haben; darum verhielt er sich nicht feindselig, sondern ließ den Schwarzen ruhig herankommen.

Eines der Pferde schnaubte. Bob hörte es. Er blieb stehen und horchte. Ein abermaliges Schnauben brachte ihn zu der Ueberzeugung, daß irgend wer oder irgend was sich in der Nähe befinde.

»Wer da sein?« fragte er.

Keine Antwort.

»Bob fragen, wer da sein! Wenn nicht antworten, so schlagen Massa Bob tot, wer da sein!«

Abermals keine Antwort.

»Nun, dann sterben müssen all, wer da sein!«

Winnetous Hengst sträubte die Mähne; seine Augen funkelten. Er stieg vom empor und schlug mit den Vorderhufen nach Bob.

Er erhob den Knüttel und trat näher. Winnetous Hengst sträubte die Mähne; seine Augen funkelten. Er stieg vom empor und schlug mit den Vorderhufen nach Bob. Dieser sah, da er sich jetzt in solcher Nähe befand, eine hohe, riesige Gestalt vor sich. Er bemerkte die funkelnden Augen und hörte das drohende Schnauben; einer der Hufe sauste an seinem Kopfe vorüber und im Niederfallenlassen schleuderte ihn das Pferd zur Seite.

Er war ein mutiger Kerl, aber mit einem solchen Gegner sich einzulassen, das war ihm doch zu gefährlich. Er ließ den Knüttel fallen, riß aus und schrie dabei aus Leibeskräften:

»Woe to me! Help, help, help! Er wollen Massa Bob erschlagen! Er wollen Massa Bob verschlingen! Help, help, help!«

Die drei am Feuer Sitzenden sprangen auf.

»Was gibt's?« fragte Davy

»A giant, ein Riese, ein Gespenst, ein Geist wollen Massa Bob verwürgen!«

»Unsinn! Wo denn?«

»Dort, dort am Felsen es sein.«

»Laß dich nicht auslachen, Schwarzer! Gespenster gibt es gar nicht.«

»Massa Bob haben es sehen!«

»Es wird ein seltsam geformter Fels gewesen sein.«

»Nein, es nicht sein Fels!«

»Oder ein Baum!«

»Auch nicht sein Baum. Es sein lebendig!«

»Du hast dich getäuscht.«

»Massa Bob sich nicht täuschen. Gespenst so groß, so, so!« Dabei streckte er beide Hände möglichst hoch über seinem Kopf empor. »Es haben Augen wie Feuer, sperren ein Maul auf wie Drache und blasen Massa Bob an, daß er hinfallen. Massa Bob haben sehen großen Bart, so groß, so lang!«

Jedenfalls hatte er die Mähnenhaare, welche bei dem Rappen sehr lang waren, trotz der Dunkelheit gesehen und hielt sie nun für den Bart des Riesen.

»Du bist nicht bei Sinnen!« behauptete Davy.

»O, Massa Bob sein bei Sinn, sehr bei Sinn! Er weiß, was er haben sehen. Massa Davy nur gehen hin und es auch ansehen!«

»Nun, so wollen wir doch einmal schauen, welchen Gegenstand der Nigger für einen Riesen oder ein Gespenst gehalten hat!«

Er wollte gehen. Da erklang es hinter ihm:

»Bleibt in Gottes Namen hier, Master Davy! Es handelt sich in Wirklichkeit nicht um ein Gespenst.«

Er fuhr herum und riß sein Gewehr an die Wange. Wohkadeh hielt in demselben Augenblicke sein Gewehr auch schußfertig, und Martin Baumann legte auch das seinige an. Alle drei Läufe waren auf Old Shatterhand gerichtet, welcher sich vom Boden erhoben hatte und hinter dem Baume hervorgetreten war.

»Good evening!« grüßte er. »Thut euer Schießzeug weg, Mesch'schurs! Ich komme als Freund und soll euch vom dicken Jemmy und vom Hobbel-Frank grüßen.«


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Da ließ der lange Davy die Büchse sinken, und die anderen folgten seinem Beispiele.

»Uns von ihnen grüßen?« fragte er. »So habt Ihr sie getroffen?«

»Ja freilich.«

»Wo?«

»Da unten am Rande des Blutsees, bis wohin sie der Elefantenfährte gefolgt waren.«

»Das stimmt. Haben sie denn entdeckt, wer dieser Elefant gewesen ist?«

»Ja, mein Pferd war es.«

»Alle Wetter! Hat es denn gar so riesenhafte Plattfüße, Sir?«

»Nein; es hat vielmehr gar zierliche Hüfchen. Freilich kann ich nicht dafür, daß Ihr die Schuhe hier für die Füße gehalten habt.«

Er deutete auf die vier Schilfsohlen, welche er am Gürtel hängen hatte. Der Lange begriff sogleich, um was es sich handelte:

»Ah, wie gescheit! Schnallt dieser fremde Master seinem Pferde solche Sohlen an, um die Leute, welche dann die Fährte sehen, irre zu machen! Mann, dieser Gedanke ist sehr gut; er ist so ausgezeichnet, als ob ich selbst ihn erfunden hätte!«

»Ja, der lange Davy hat von allen Jägern, welche zwischen den zwei Meeren reiten und laufen, stets die besten Gedanken!«

»Spottet nicht, Sir! So klug wie Ihr seid, bin ich wohl auch. Verstanden?«

Sein Auge flog dabei mit einem geringschätzenden Blicke über die saubere Erscheinung Old Shatterhands.

»Das bezweifle ich gar nicht,« antwortete dieser. »Und weil Ihr so klug seid, werdet Ihr mir wohl auch sagen können, wer das Gespenst ist, welches Euer guter Bob gesehen hat?«

»Ich will einen Centner Flintenkugeln verzehren, und zwar ohne Butter und Petersilie, wenn es nicht Euer Pferd gewesen ist!«

»Ich meine, daß Ihr es erraten habt.«

»Dies zu erraten, braucht man nicht Gymnasiast gewesen zu sein wie der dicke Jemmy. Aber nun sagt mir doch, wo der Kerl mit dem Frank eigentlich steckt. Warum kommt Ihr allein?«

»Weil sie abgehalten sind, selbst zu kommen. Sie sind von einer Schar Schoschonen zum Abendessen eingeladen worden.«

Der Lange machte eine Bewegung des Schreckens.

»Heavens! Wollt Ihr damit vielleicht sagen, daß sie gefangen genommen worden sind?«

»Leider meine ich das.«

»Wirklich? Gewiß? Wahrhaftig?«

»Ja. Sie wurden überfallen und fortgeführt.«

»Von den Schoschonen? Gefangen! Fortgeführt! Das werden wir uns verbitten! Wohkadeh, Martin, Bob, schnell zu Pferde! Wir müssen den Schoschonen augenblicklich nach. Sie müssen die beiden herausgeben, sonst hauen wir sie zu russischem Salat zusammen!«

Er eilte zu den Pferden, welche am Wasser grasten.

»Stop, Sir!« sagte Old Shatterhand. »So schnell bringt Ihr das nicht fertig. Wißt Ihr denn, wo die Schoschonen zu finden sind?«

»Nein; aber ich hoffe, daß Ihr es uns sagen könnt!«

»Und wie viele Personen sie zählen?«

»Personen? Meint Ihr, daß es mir einfallen kann, die Personen zu zählen, wenn es gilt, meinen dicken Jemmy herauszuhauen? Es mögen hundert sein oder nur zwei, das ist egal: heraus muß er!«

»So wartet wenigstens noch ein wenig, bevor Ihr zuschlagt! Ich denke, wir haben uns zunächst noch einiges zu sagen. Ich bin nicht allein. Da kommt ein Kamerad, welcher Euch auch einen guten Abend bieten möchte.«

Winnetou hatte bemerkt, daß Old Shatterhand mit den Männern sprach; darum kam er nun mit den Pferden herbei. Der lange Davy war zwar überrascht, einen Roten in Gesellschaft des Weißen zu sehen, schien aber den Häuptling nicht für besonders achtenswert zu halten, denn er sagte:

»Eine Rothaut! Und auch wie aus dem neuen Ei geschält, gerade wie Ihr. Ein Westmann seid Ihr wohl eigentlich nicht?«

»Nein, eigentlich nicht; das habt Ihr wieder sogleich erraten.«

»Dachte es mir! Und dieser Indsman ist wohl auch ein ansässiger, der sich vom >großen Vater< in Washington einige Hände voll Land hat schenken lassen?«

»Jetzt täuscht Ihr Euch, Sir!«

»Wohl schwerlich.«

»Ganz gewiß. Mein Gefährte ist nicht der Mann, welcher sich vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Land schenken läßt. Er wird vielmehr - - -«

Er wurde von Wohkadeh unterbrochen, welcher einen Ruf freudigen Erstaunens ausstieß. Der junge Indianer war nämlich zu Winnetou getreten und hatte die Büchse in dessen Hand bemerkt.

»Uff, uff!« rief er aus. »Maza-skamon-za-wakon - die Silberbüchse!«

Der Lange verstand so viel von der Sprache der Sioux, daß er wußte, was Wohkadeh meinte.

»Die Silberbüchse?« fragte er. »Wo? Ah, hier, hier! Zeigt sie doch einmal her, mein roter Sir!«

Winnetou ließ sie sich aus der Hand nehmen.

»Es ist Maza-skamon-za-wakon,« rief Wohkadeh. »Dieser rote Krieger ist also Winnetou, der große Häuptling der Apachen!«

»Was? Wie? Unmöglich!« meinte der Lange. »Aber gerade so wie dieses Gewehr hat man mir die Silberbüchse beschrieben.«

Er blickte Winnetou und Old Shatterhand fragend an. Sein Gesicht hatte in diesem Augenblicke keineswegs den Ausdruck allzugroßer Klugheit.

»Es ist die Silberbüchse,« antwortete Shatterhand. »Mein Gefährte ist Winnetou.«

»Hört, Mann, macht keinen dummen Spaß mit mir!«

»Pah! Wenn Ihr partout wollt, so nehmt's meinetwegen für Scherz. Ich habe keine Lust, Euch den Stammbaum des Apachen auf den Rücken zu malen.«

»Das würde Euch auch sehr schlecht bekommen, Sir! Aber wenn dieser rote Gentleman wirklich Winnetou ist, wer seid denn Ihr? In diesem Falle müßtet Ihr ja wohl der - - -«

Er hielt mitten in der Rede inne. Bei dem Gedanken, welcher ihm gekommen war, vergaß er, den Mund zu schließen. Er starrte Old Shatterhand an, schlug dann die Hände zusammen, that einen Luftsprung und fuhr sodann fort:

»Na, da hab' ich freilich einen Pudel geschossen, welcher größer als der ausgewachsenste Elefant ist! Beleidige ich da den berühmtesten Westmann, den nur jemals die Sonne beschienen hat! Wenn dieser Indsman Winnetou ist, so seid Ihr kein anderer als Old Shatterhand, denn diese beiden gehören gerade so zusammen wie der dicke Jemmy und ich. Also sagt ist's richtig, Sir?«

»Ja, Ihr habt Euch nicht getäuscht.«

»So möchte ich vor Freuden gleich alle Sterne vom Himmel herunterlangen und da auf die Bäume setzen, um den Abend, an welchem ich euch kennen lernte, durch eine Illumination zu feiern! Willkommen, Mesch'schurs, willkommen an unserem Lagerfeuer! Verzeiht die Dummheit, welche wir gemacht haben!«

Er streckte beiden die Hände entgegen und drückte ihnen die ihrigen, daß sie hätten aufschreien mögen. Bob, der Neger, sagte gar nichts. Er schämte sich außerordentlich, ein Pferd für ein Gespenst gehalten zu haben. Wohkadeh war bis an die Bäume zurückgetreten. Er stand an einem derselben gelehnt und ließ die Augen mit bewunderndem Ausdrucke auf den beiden Ankömmlingen ruhen, - bei den Indianern ist die Jugend eben gewöhnt, bescheiden zu sein. Wohkadeh hätte geglaubt, den größten Fehler zu begehen, wenn er als gleichberechtigt in der Nähe der anderen stehen geblieben wäre. Martin Baumann betrachtete sich eben so die beiden Männer, von denen er bereits so viele Heldenthaten hatte erzählen hören, sehr genau, freilich nicht aus solcher Entfernung wie der junge Indianer. Er stand da zwei Vorbildern gegenüber, weichen nachzueifern sein heißes Bestreben war, obgleich er nicht hoffen konnte, sie jemals im Leben zu erreichen.

Winnetou hatte sich von Davy die Hand drücken lassen; den drei anderen nickte er grüßend zu. Das war so seine ernste Art und Weise. Old Shatterhand dagegen, heiterem Naturells und ungewöhnlich menschenfreundlich, gab ihnen, sogar dem Neger, die Hand. Das ergriff Wohkadeh in der Weise, daß er die Rechte aufs Herz legte und leise versicherte:

»Wokadeh wird sein Leben gern für Old Shatterhand geben! Howgh!«

Nachdem diese Begrüßung vorüber war,


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setzten Shatterhand und Winnetou sich mit an das Feuer. Der erstere erzählte. Der letztere sagte kein Wort dazu; aber er nahm seine Pfeife und stopfte sie. Das war für den langen Davy das Zeichen, daß er mit ihnen Kriegskameradschaft rauchen wolle. Natürlich fühlte er sich von Herzen darüber erfreut. Seine Vermutung bestätigte sich, denn Shatterhand erklärte am Schlusse seines Berichtes, daß sie beide, Winnetou und er, bereit seien, heute Jemmy und Frank zu befreien und sodann mit hinauf nach dem Yellowstoneriver zu reiten.

Jetzt zündete Winnetou die Pfeife an und erhob sich. Nachdem er den Rauch in die vorgeschriebenen Richtungen geblasen hatte, erklärte er, der Nta-je (ältere Bruder) der neuen Bekannten sein zu wollen, und gab die Pfeife weiter an Shatterhand. Von diesem kam sie an Davy. Als dieser die ceremoniellen Züge gethan hatte, fühlte er sich in großer Verlegenheit. Die beiden berühmten Männer hatten aus ihr geraucht; durfte er sie nun auch den Knaben und sogar dem Neger geben?

Winnetou ahnte die Gedanken des Langen. Er neigte den Kopf nach den drei Genannten und sagte:

»Der Sohn des Bärentöters hat auch bereits den Grizzly erlegt, und Wohkadeh ist der Besieger des weißen Büffels; beide werden große Helden sein; sie sollen die Pfeife des Friedens mit uns rauchen ebenso wie der schwarze Mann, welcher sogar die Verwegenheit gehabt hat, ein Gespenst erschlagen zu wollen.«

Das war ein Scherz, über welchen wohl gelacht worden wäre; aber das Rauchen der Friedenspfeife ist eine Handlung, bei welcher jede solche Heiterkeit vermieden werden muß. Bob freilich fühlte das Verlangen, seine Ehre wiederherzustellen; darum that er, als er zuletzt die Pfeife bekam, einige mächtige Züge, erhob die Hand, spreizte die fünf Finger weit auseinander, als ob er gleich einen fünffachen Schwur ablegen wolle, und rief:

»Bob sein Massa Bob, ein Held und Gentleman! Er sein Freund und Schutz von Massa Winnetou und Massa Old Shatterhand. Er schlagen tot alle ihre Feinde; er thun alles für sie; er - er - - er - - er schlagen zuletzt ganz sich selber tot!«


Ende des neunten Teils - Fortsetzung folgt.



Karl May: Der Sohn des Bärenjägers

Karl May - Leben und Werk