Nummer 35

Der
Gute Kamerad

Spemanns Illustrierte Knaben-Zeitung.

26. Mai 1888

Der Geist der Llano estakata.

Von K. May, Verfasser von »Der Sohn des Bärenjägers«.


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»So! Wie hieß denn dieser illustre Mann?«

»Sein Name war Elias Funkelmeier.«

»Ach so! Nomen et omen!«

»Bitte, rede nur du nich portugiesisch! Es paßt gar nich zu deinem Gesichte! Wie kannst du diesen Helden des euphemistischen Wissens eenen illustren Mann nennen! Illustrierter Mann muß es heeßen; das weeß heutzutage jeder Buchdruckerlehrjunge. Du aber scheinst den großen Fortschritt des letzten Jahrhunderts gar nich mitgemacht zu haben. Du bist am Kleister des vorchristlichen Mittelalters hängen geblieben und an deiner Wiege hat keen freundlicher Troubadour gesungen:

»Gaudeamus, Igelkur,
Juvenal kaut Humus!«

Da begann Fred zu lachen, daß ihm die Thränen über die Wangen rannen, und Helmers stimmte ein.

»Was gibt's denn dazu lachen?« fragte Frank, »die Troubadours waren doch nich etwa lächerliche Erscheinungen der lappländischen Kreuzzüge. Sie haben unter Gottfried von Oleum Jerusalem erschtürmt und zwee Jahre schpäter, als Parmenio sagte: >Schtralsund muß ich kriegen, und wenn es mit Ketten am Himmel hing<, da antworteten sie: >Mach dich nich lächerlich, alter Schwede! Die Garde schtirbt, aber sie gibt nischt her!< Und über solche Helden lacht ihr? Habt ihr denn gar keenen Sinn für die grimmigen Geschtalten der insultierten Welt- und Kriegsgeschichte?«

»O, über die Troubadours lachen wir nicht,« antwortete Fred, »sondern über dein Gaudeamus.«

»Das muß ich mir verbitten! Dieses Lied habe ich schtudiert wie meine Mütze. Der zweete Versch lautet:

Gaugamela, Inventur,
Pflaumenboom ist Prunus.

Uebrigens bringst du mich mit deinen überflüssigen morphologischen Bemerkungen ganz von unserem urschprünglichen Thema ab. Wir schprachen von den Geschpenstern und - - -«

Er hielt inne, denn er sah einen Reiter kommen, der die Uniform der Vereinigten-Staaten-Dragoner trug. Die Abzeichen derselben ließen ihn als Offizier erkennen.


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Dieser Mann kam von Süden her, in scharfem Galopp, und hielt sein Pferd vor den drei Männern an.

»Good day!« grüßte er. »Ich bin doch so richtig bei der Farm, welche Helmers Home genannt wird?«

»Yes Sir!« antwortete Helmers. »Ich bin der Mann, welchem dieses Haus gehört.«

»Helmers selbst? Ich freue mich, Euch zu treffen, denn ich komme, um eine Erkundigung einzuziehen.«

»Worüber?«

»Das läßt sich nicht so schnell sagen. Erlaubt mir, ein wenig bei euch niedersitzen zu dürfen!«

Er stieg ab und nahm bei ihnen Platz. Sie betrachteten ihn genau, und er that gar nicht, als ob er das bemerke. Er war von starker, untersetzter Statur und trug einen dichten, schwarzen Vollbart. Sein Blick war scharf und stechend; seine Lippen konnte man nicht sehen, da er den Schnurrbart gerade herabgekämmt hatte.

»Ich bin, so zu sagen, als Eklaireur hier,« sagte er in leichtem Tone. »Wir halten oben bei Fort Sill und wollen in die Llano hinein.«

»Weshalb?« fragte Helmers.

»Es ist der Bundesregierung berichtet worden, welche Menge von Unthaten in letzter Zeit da drin in den Plains verübt worden sind. Das erfordert natürlich schnelle und strenge Ahndung. Es steht mit aller Sicherheit zu erwarten, daß die einzelnen Thäter sich miteinander in Verbindung befinden. Die einzelnen Verbrecher stehen miteinander in einem so offenbaren Zusammenhange, daß man annehmen muß, man habe es mit einer sehr wohlorganisierten Bande zu thun. Gegen diese soll ein kräftiger, vernichtender Schlag geführt werden. Zwei Schwadronen Dragoner sind beordert, denselben auszuführen und die Plains und deren Umgegend von allem verdächtigen Gesindel zu säubern. Diese Leute halten jetzt, wie bereits gesagt, bei Fort Sill, und ich wurde vorausgesandt, Erkundigungen einzuziehen und mit den braven Anwohnern Beziehungen anzuknüpfen. Wir gehen natürlich von der Ueberzeugung aus, daß jeder ehrliche Mann uns unterstützen werde.«

»Das versteht sich ganz von selbst, Sir! Es freut mich sehr, daß Ihr bei mir vorgesprochen habt, und Ihr dürft überzeugt sein, daß ich Euch aus allen Kräften Vorschub leisten werde. John Helmers ist als ein Mann bekannt, auf den sich jeder brave Kerl verlassen kann.«

»Das habe ich gehört, und darum komme ich zu Euch.«

»Schön! Aber Fort Sill liegt im Norden von hier, und Ihr kommt von Süden her. Wie stimmt das zusammen?«

»Ich komme nicht direkt von Fort Sill, sondern ich bin bis fast hinab an den Fluß geritten und dann am Rande der Llano heraufgekommen, um diese Gegend zu inspizieren.«

»So allein! Warum hat der Kommandierende Euch nicht mehrere Leute mitgegeben?«

»Weil er, grad so wie ich, das nicht für vorteilhaft hielt. Ein größerer Trupp erregt Aufsehen, was wir natürlich vermeiden müssen.«

»Aber zwei, drei Reiter kommen ebenso unbemerkt hindurch wie ein einzelner. Wie leicht kann Euch etwas Menschliches passieren! Dann kehrt Ihr nicht zurück, und Eure Leute wissen nicht, woran sie sind.«

»O, was das betrifft, so weiß der Major sehr genau, was er von mir zu halten hat und daß er sich auf mich verlassen kann. Ihr wißt doch, daß man zum Aufklärungsdienste nur Leute nimmt, die zu demselben befähigt sind, weil sie den Westen genau kennen.«

»So habt Ihr Euch schon früher in demselben befunden?«

»Eine ganze Reihe von Jahren lang.«

»Hm! Daher kommt es vielleicht, daß es mir ganz so ist, als ob wir uns bereits einmal gesehen hätten. Kommt es Euch nicht vielleicht auch so vor?«

Der Offizier betrachtete Helmers mit einem langen, nachdenklich prüfenden Blicke und antwortete:

»Nein, Sir.«

»So war't Ihr wohl noch nicht so weit unten?«

»O, eigentlich war ich noch viel weiter unten, nur nicht auf dieser Seite der Llano. Drüben bin ich bis nach Chihuahua und noch weiter gekommen.«

»Als Soldat?«

»Nein. Ihr wißt ja, daß es verboten ist, in Uniform über die Grenze zu gehen.«

»Das ist richtig. Also seid Ihr als Privatmann bis hinein ins Mexico gegangen. Nun, ich war auch mehrere Male drüben, und da mag es ja wohl sein, daß ich Euch flüchtig sah, ohne daß Ihr mich bemerkt habt. Wann müßt Ihr zu Eurer Truppe zurück?«

»Das kommt ganz auf die Verhältnisse an. Sobald ich die nötigen Daten beisammen habe, solle ich kommen; so lautete der Befehl. Vermöge ich aber nichts Wichtiges zu erfahren, so werde man aus freier Hand nach der Llano gehen. In diesem Falle solle ich nach Verlauf einer Woche mich in Helmers Home einfinden, wo die beiden Schwadronen kurze Rast machen wollen.«

»Also bei mir? Das ist mir sehr, sehr interessant. Und wann ist denn diese Woche zu Ende?«

»Uebermorgen. An diesem oder dem nächsten Tage werden die Kameraden hier eintreffen.«

»Also steht, da Ihr nicht zurückgekehrt seid, zu vermuten, daß Ihr nichts Wichtiges erfahren habt?«

»Ja. Ich muß zu meinem großen Leidwesen gestehen, daß mein beschwerlicher Ritt fast ganz unnütz gewesen ist. Ich habe keinen Erfolg zu verzeichnen, denn ich bin in der einsamen Gegend keinem Menschen begegnet, von dem ich hätte etwas erfahren können.«

»Das ist freilich großes Pech. Die Anwohner der Llano hätten Euch mehr als genug erzählen können, und ich begreife nicht, daß Ihr sie nicht aufgesucht habt.«

»Ich hielt das nicht für klug, Sir. Man sagt, daß gerade diese Anwohner mit dem Treiben der Bande einverstanden seien. Eine Erkundigung bei einem solchen Farmer hätte also nur die Folge gehabt, daß die Verbrecher von der Nähe des Militärs unterrichtet worden wären, was den Erfolg unseres Handstreiches natürlich ganz in Frage gestellt hätte.«

»So habt Ihr eben, nehmt es mir nicht übel, Sir, einen sehr großen Fehler begangen!«

»Welchen?«

»Den, daß Ihr nicht Eure Uniform ablegtet. Wenn es Euch darum zu thun war, daß niemand die Anwesenheit Eurer Truppe ahnen solle, so mußtet Ihr in Zivilkleidern reiten.«

»Da habt Ihr recht. Aber ich bin Soldat und muß thun, was mir befohlen wird. Uebrigens hoffe ich, wenigstens zu guter Letzt bei Euch einiges über das Treiben der Llano-Geier zu erfahren.«

»Das könnt Ihr. Erst vor zwei Wochen sind vier Familien von hier fort, um über die Plains zu gehen. Man hat sie in der Llano überfallen und ermordet.«

»Alle Teufel! Wißt Ihr das gewiß?«

»Ja. Ein Trader, Namens Burton, kam gestern und erzählte es. Er hatte


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die Leichen gesehen und war darüber vor Entsetzen so angegriffen, daß er sich bei mir erholen mußte.«

»Wo ist der Mann? Ich muß natürlich sofort mit ihm sprechen!«

»Das ist unmöglich, denn er ist heute früh wieder fort, Sir. Uebrigens ist es nicht notwendig, daß Ihr gerade nur mit ihm redet. Er hat uns alles erzählt, und wir können es Euch also ebenso genau sagen wie er. Uebrigens scheint eben jetzt etwas im Werke zu sein. Es wäre recht gut, wenn Eure Dragoner baldigst kämen.«

»Warum vermutet Ihr einen neuen Streich?«

»Weil gestern abend zwei Kerls da waren, welche jedenfalls nur die Absicht hatten, irgend etwas auszukundschaften.«

»Wie? Was? Es sind doch nicht etwa Kundschafter der Llano-Geier gewesen?«

»Höchst wahrscheinlich waren sie nichts anderes, Sir. Dem einen gelang es, uns zu entweichen; dem anderen aber ist es desto schlechter bekommen. Er hat ins Gras beißen müssen.«

»Das ist wichtig, sehr wichtig. Erzählt doch, Sir, erzählt!«

Helmers hatte zu dem Offizier volles Vertrauen gefaßt. Er erzählte zunächst, was er von dem Trader gehört hatte, und berichtete dann weiter über das gestrige Duell und den Tod des Fremden.

Der Offizier hörte ihm sehr aufmerksam zu. Seine Züge bewegten sich nicht, aber seine Augen funkelten. Helmers glaubte dies dem Interesse zuschreiben zu müssen, welches der Soldat an dem Zweikampfe nahm. Ein aufmerksamerer Beobachter aber hätte vielleicht bemerkt, daß dieses intensive Aufglimmen der Augen nichts anderes sei als das Funkeln des Zornes, des Hasses. Seine Faust ballte sich um den Griff des Säbels, und einmal war es sogar, als ob seine Zähne ein leises Knirschen hören ließen. Sonst aber blieb er sehr ruhig und gab sich alle Mühe, nichts zu zeigen als nur die gespannte Aufmerksamkeit, welche die Erzählung bei jedem Zuhörer erwecken mußte.

Als Helmers mit derselben geendet hatte, verbreitete er sich noch über die allgemeinen Zustände dieser Gegend, über die Gefährlichkeit der Llano estakata, und schloß hieran die Erklärung, daß er es für höchst schwierig, wenn nicht gar für unmöglich halte, daß zwei Schwadronen Kavallerie sie durchreiten könnten; es fehle an Futter und, was die Hauptsache sei, an Wasser. Wolle man das mitnehmen, so brauche man sehr viele Lasttiere, welche den Zug erschweren und die mitgenommenen Vorräte für sich selbst in Anspruch nehmen würden.

»Ihr mögt recht haben,« meinte der Offizier. »Mich geht es nichts an, denn das ist Sache des Kommandierenden. Aber sagt mir doch einmal, Herr, was es eigentlich für eine Bewandtnis mit dem Geiste der Llano estakata hat! Ich habe so viel über dieses unbegreifliche Wesen gehört, etwas Sicheres noch nie erfahren können.«

»Da ergeht es Euch gerade so wie mir und allen anderen. jedermann hört von dem Geiste sprechen, aber niemand weiß etwas Genaues über denselben. Meine Kenntnisse über ihn kann ich Euch in wenigen Worten mitteilen. Der Geist der Llano estakata ist ein geheimnisvoller Reiter, den noch keiner, der lebend geblieben ist, in der Nähe gesehen hat. jeder der sein Angesicht zu sehen bekam, hat es sofort mit dein Tode bezahlen müssen und ist an einer Kugel gestorben, welche ihn mitten in die Stirne traf. Auffälligerweise sind diese Toten stets Verbrecher gewesen, welche die Llano unsicher gemacht haben. Der Geist scheint also eine Person zu sein, welche sich die Aufgabe gestellt hat, die in der Llano begangenen Verbrechen zu bestrafen.«

»Also ein Mensch?«

»Natürlich!«

»Aber wie fängt er es an, überall und überall zu sein, ohne doch gesehen zu werden? Er muß doch Speise und Trank für sich und Futter und Wasser für sein Tier haben! Woher nimmt er das?«

»Das eben ist es, was kein Mensch begreifen kann.«

»Und wie fängt er es an, niemanden zu begegnen?«

»Hm! Ihr fragt mich da wirklich zu viel, Sir. Er ist ja gesehen worden, aber nur von weitem. Da sieht man ihn, wie vom Sturmwinde getragen, vorübersausen. Oft sprühen Funken vor und hinter ihm her. Ich habe einen Bekannten, der ihn des Nachts gesehen hat. Dieser Mann behauptet, mit tausend Eiden beschwören zu können, daß der Kopf, die Schultern, die Ellbogen, der Gewehrlauf des Reiters und ebenso das Maul, die Ohren und der Schwanz des Pferdes mit kleinen Feuerflammen besetzt gewesen sind.«

»Das ist Unsinn!«

»Man sollte es denken. Aber mein Bekannter ist ein wahrheitshebender Mann, aus dessen Munde ich noch keine Lüge oder Aufschneiderei vermuten konnte.«

Jetzt da dieses Thema berührt wurde, ergriff der Hobble-Frank das Wort. Es wurde englisch gesprochen; darum war seine Rede nüchtern und glatt wie die jedes andern. Nur wenn er deutsch sprach, begannen die bunten Raupen, welche in seinem Kopfe lebten, sich zu bewegen.

»Da haben wir es!« rief er aus. »Niemand will an die Natürlichkeit des Uebernatürlichen glauben. Ich behaupte, der Geist der Llano estakata ist kein Mensch, sondern ein gespensterhaftes Wesen, welches von den Furien Griechenlands übrig geblieben ist und sich in die einsame Llano zurückgezogen hat wie ein alter Auszügler in seine Dachkammer. Daß er Flammen und Funken sprüht, glaube ich sehr gern. Wir sterbliche Menschen blasen den Tabaksrauch in Massen aus dem Munde; warum soll da ein Geist nicht Feuer speien können?«

»Aber kann ein Geist mit einem Gewehre schießen?« fragte der Offizier, indem er dem Hobble-Frank einen verächtlichen Blick zuwarf.

»Warum denn nicht? Ich habe in einer Jahrmarktsbude eine Henne gesehen, welche eine kleine Kanone abschoß; ein Hase that ganz dasselbe. Was eine Henne oder ein Hase vermag, das muß einem Geist doch erst recht möglich sein!«

»Ihr bedient Euch einer ganz sonderbaren Art von Beweisen, Sir! Viel Klugheit und Scharfsinn verratet Ihr dabei freilich nicht!«

Diese Worte mußten Frank beleidigen. Er antwortete in scharfem Tone:

»Das ist freilich wahr. Aber ich habe meinen Grund dazu, nicht so gelehrt zu reden, wie ich eigentlich könnte. Ihr habt nämlich so ein dummes Gesicht, daß ich befürchte, Ihr würdet mich gar nicht verstehen, wenn ich Redewendungen brächte, welche nur ein ganz klein wenig über den Horizont eines Schulknaben hinausgehen.«

»Master!« brauste der Offizier auf. »Was fällt Euch ein, einen Kapitän der Vereinigten Staaten-Truppen in dieser Weise zu insultieren!«

»Pshaw! Regt Euch nicht auf! Ob Ihr Kapt'n seid oder Lampenputzer, das ist mir gleichgültig. Ihr selbst habt mit der Beleidigung begonnen und müßt nun meine Antwort ruhig einstecken. Wollt Ihr das nicht, nun, so bin ich bereit, die Sache mit einer guten Büchsenkugel aus-


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zugleichen. Euer Rang imponiert einem Westmanne nicht.«

Es war dem Offiziere anzusehen, daß es ihm Mühe kostete, seinen Zorn zu beherrschen; doch gelang es ihm, in ruhigem Tone zu antworten:

»Sollte mir leid thun, Euch niederschießen zu müssen. Ich verstehe gar wohl mit einem Gewehre umzugehen, bin aber kein Rowdy und schlage mich nur mit Offizieren. Uebrigens wäre es eine Rücksichtslosigkeit gegen Master Helmers, bei ihm Blut zu vergießen. Ich habe die Absicht, hier zu bleiben, bis meine Truppe eintrifft, und darum liegt mir daran, in seinem Home Frieden zu halten.«

»Dafür bin ich Euch dankbar, Sir,« sagte Helmers. »Wollt Ihr bei mir bleiben, so werde ich Euch eine Extrakammer anweisen lassen, und Euer Pferd soll einen guten Platz im Stalle finden.«

»Ist mir lieb. Ich werde das Tier also sofort in den Stall schaffen. Wo befindet sich derselbe?«

»Werde Euch führen und Euch dann zu meiner Frau bringen, die Euch die Kammer anweisen kann.«

Er stand auf, der Offizier auch, und beide begaben sich mit dem Pferde zu dem Stalle. Später kehrte der Wirt allein zurück und meldete den beiden anderen, daß der Kapt'n in seiner Kammer geblieben sei, um sich dort auszuruhen. Helmers freue sich der Anwesenheit dieses Gastes und des Eintreffens der Dragoner. Frank aber sagte kopfschüttelnd und zwar jetzt deutsch:

»Mir gefällt dieser Mann gar nich. Er hat was im Gesicht, was mein zartes Sympathetengefühl verletzt. Seine Oogen kommen mir vor wie zwee Fettoogen off eener magern Bulljong; sie gucken Eenen so tückisch an, und es ist nischt Gescheites dahinter. Ich möchte ihn nich off die Probe schtellen, ob er een ehrlicher Kerl ist. Ich gloobe nich, daß er das Erkennungswort >Schiebebock< ausschprechen könnte.«

»Schiebebock? Warum dieses Wort?« fragte der Juggle-Fred.


Ende des siebzehnten Teils - Fortsetzung folgt.



Karl May: Der Geist der Llano estakata

Karl May - Leben und Werk