Nummer 43

Der
Gute Kamerad

Spemanns Illustrierte Knaben-Zeitung.

21. Juli 1888

Der Geist der Llano estakata.

Von K. May, Verfasser von »Der Sohn des Bärenjägers«.


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Da, wo der von den Teufelsbergen kommende Togahfluß in den Rio Pekos mündet, bildete zur betreffenden Zeit der letztere die Grenze zwischen dem Gebiete der Komantschen und Apatschen. Westlich von ihm steigt das Terrain zur Sierra Guadelupe, Sierra Pilaros und Sierra del Diablo empor, während im Osten von ihm die Staked Plains liegen - die berüchtigte Llano estakata.

Aber die Llano beginnt nicht sofort an seinem Ufer; sie ist vielmehr durch eine Bergkette von ihm getrennt, welche entweder als einfacher Höhenzug, oft aber auch in mehrfachen Zügen mit ihm nach Südosten streicht. Diese Züge schließen Längsthäler ein, welche meist ein sehr tristes Aussehen haben und von engen, schluchtartigen Querthälern durchschnitten werden, die sich nach der Llano öffnen.

Die Nähe des Flusses hat da, wo die Bodenverhältnisse es gestatten, eine zuweilen sogar üppige Vegetation zur Folge. Das Wort Wüste ist, gerade wie bei der Gobi und Sahara, so auch hier nicht im strengsten Sinne des Wortes zu nehmen. Da, wo der westliche Rand der Llano estakata sich zu den erwähnten Bergen erhebt, kommen verschiedene kleine Wasserläufe von den letzteren herab, welche zwar meist im Sande versiegen, aber auf ihrem Wege doch so viel Feuchtigkeit verbreiten und den angrenzenden Boden so durchtränken, daß an ihren Ufern Sträucher und sogar Bäume recht gut zu existieren vermögen. Diese grünen Stellen ragen gleich Halbinseln oder Landzungen in das Sandmeer der Llano hinein und bilden zwischen sich breitere oder schmälere, tiefere oder seichtere Busen, in denen Gras und Kräuter Nahrung finden.

Es geht sogar die Sage, daß es in der Mitte der Llano eine starke Quelle köstlichen Trinkwassers gebe, welches tief aus dem Erdinnern emporsteige und eine kleine, seeartige Fläche bilde, deren Ufer mit schattengebendem Baum- und Buschwerke eingefaßt sei. Alte Jäger hatten davon gesprochen, die Quelle und den See aber niemals selbst gesehen! Gelehrte Leute, welche davon gehört hatten, waren der Ansicht gewesen, daß das Vorhandensein von Wasser mitten in der Llano keineswegs als eine hydrographische Unmöglichkeit zu bezeichnen sei.

Am Ufer des Togahflüßchens saßen vier Männer, deren Aussehen nicht eben sehr vertrauenerweckend war. Ihre wirren, struppigen Kopf- und Barthaare hatten lange Zeit der Pflege entbehrt; ihre Anzüge befanden sich in einem Zustande, welchen jeder Flickschneider für unverbesserlich erklärt hätte, und ihre braunen Hände und vom Wetter gegerbten Gesichter schienen monatelang mit keinem Tropfen Wasser in Berührung gekommen zu sein. Desto besser aber waren sie bewaffnet, denn jeder von ihnen hatte einen Hinterlader neben sich liegen und neben dem Messer zwei Revolver im Gürtel stecken.

Drei von ihnen waren ganz gewiß Yankees. Ihre langen, hageren Gestalten, ihre nach vorn gebeugten, schmalbrüstigen Oberkörper und ihre scharfgeschnittenen Gesichtszüge bewiesen das. Aber welcher Nationalität der vierte angehöre, das war schwerer zu bestimmen.

Dieser Mann hatte eine untersetzte, breitschulterige Figur, außerordentlich große, breite Hände und ein ebenso in die Breite gehendes Gesicht mit sehr großen, weit abstehenden Ohren. Wer nur einen kurzen, oberflächlichen Blick in sein Gesicht warf, der konnte ihn leicht für einen Neger halten, denn sein Gesicht war schwarz oder vielmehr körnig blauschwarz, aber nur bis in die Gegend der Augen. Er pflegte den Hut so tief hereinzuziehen; sobald er ihn aber in den Nacken schob, konnte man sehen, daß die Gesichtshaut bis über die Nasenwurzel herab weiß war. Der Mann war jedenfalls durch explodierendes Pulver verbrannt worden.

Trotz der dadurch hervorgebrachten Entstellung seiner Züge hatte das Gesicht nichts geradezu Abstoßendes. Wer ihn genauer betrachtete, kam gewiß zu der Ueberzeugung, einen »guten Kerl« vor sich zu haben.

Ganz ebenso war es mit den drei anderen. Wer sie in ihrem jetzigen Aufzuge in einer zivilisierten Gegend hätte sitzen sehen, der wäre ihnen gewiß weit ausgewichen, bei näherer Bekanntschaft aber mußte diese Scheu verschwinden.


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Die vier Pferde weideten im Grase, welches reichlich zwischen den grünen Büschen stand. Man sah es ihnen an, daß sie sehr strapaziert worden waren. Das Sattel- und Zaumzeug war alt und an vielen Stellen nur notdürftig ausgebessert.

Ihre Herren hatten gegessen. Den in der Nähe zerstreuten Knochen nach war anzunehmen, daß sie sich ein Racoon*) dem kleinen Feuer gebraten hatten, dessen Reste nur noch leise glimmten. Während sie sich nun unterhielten, unterließen sie es nicht, die Gegend öfters mit scharfen Blicken abzusuchen. Sie befanden sich eben in den »Shears«, wo die größte Aufmerksamkeit geboten ist.

»Nun wird es Zeit, uns zu entscheiden«, sagte derjenige Yankee, welcher der älteste von ihnen zu sein schien. »Reiten wir durch die Llano, so kommen wir eher ans Ziel, laufen aber mancherlei Gefahr und haben an diesem alten 'Coon hier für Tage hinaus unser letztes Fleisch gegessen. Reiten wir aber am Rio Pekos hinab, so brauchen wir weder Hunger noch Durst zu leiden, machen aber einen Umweg von beinahe einer Woche. Was ist deine Meinung, Blount?«

Blount, welcher neben ihm saß, strich sich nachdenklich den Bart und antwortete dann:

»Wenn ich alles genau abwäge, so möchte ich vorschlagen, daß wir durch die Llano reiten, und ich denke, du wirst mir recht geben, Porter.«

»So laß uns deine Gründe hören!«

»Eine Woche ist eine lange Zeit, welche ich nicht gern versäumen möchte. Am Rio Pekos hinab haben wir die Apatschen und Komantschen zu fürchten, in den Plains aber die Llanogeier; das hebt sich gegenseitig. Wir haben nicht nötig, die ganze Breite der Plains zu durchmessen. Halten wir uns nach Südost, etwa gegen den Rio Contscho hin, so kommen wir auf die Karawanenstraße, welche von Fort Mason nach Fort Leaton führt, und haben weder eine schlimme Begegnung noch Hunger oder Durst zu fürchten. Das ist meine Meinung. Was sagst du dazu, Falser?«

»Ich stimme dir bei,« antwortete Falser, der dritte Yankee.

»Ich bin überhaupt der Ansicht, daß die Estakata nicht halb so gefährlich ist, wie sie zu sein scheint. Wer sie einmal durchquert hat, der schildert, um sich nur recht rühmen zu können, die Gefahren in einer Weise, als ob sie die reine Hölle sei. Ich bin mit Vergnügen bereit, sie kennen zu lernen.«

»Eben weil du sie noch nicht kennst!« meinte Porter, der erste Yankee.

»Hast etwa du schon ihre Bekanntschaft gemacht?«

»Nein; aber ich hörte Leute, an deren Wahrheitsliebe nicht zu zweifeln ist, in einer Weise von ihr reden, daß mich ein Schauer überlief. Jetzt, da wir uns an ihrer Grenze befinden, sehe ich erst ein, welches Wagnis wir unternehmen wollen. Keiner von uns kennt die Llano. Wenn wir uns verirren, wenn uns das Wasser ausgeht, wenn - - -«

»Wenn, wenn und abermals wenn!« unterbrach ihn Blount. »Wer so viele Wenns zu sagen hat, der mag überhaupt nichts unternehmen. Du bist doch sonst ein mutiger Kerl; fürchtest du dich etwa jetzt?«

»Fürchten? Fällt mir nicht ein! Zwischen Vorsicht und Furcht ist ein ungeheurer Unterschied, und ich glaube nicht, daß ihr mich jemals ängstlich gesehen habt. Wir sind vier Personen. Dem, was die Mehrheit beschließt, muß Folge geleistet werden. Bevor man einen Beschluß faßt, muß man überlegen. Das habe ich gewollt, und das ist doch kein Grund, mich zu fragen, ob ich mich fürchte. Zwei haben ihre Meinung abgegeben; sie sind entschlossen, durch die Llano zu gehen. Jetzt sage du, Ben New-Moon, ob du dich ihnen anschließen willst oder nicht!«

Diese Aufforderung war an den Mann mit dem Pulvergesicht gerichtet. Er legte die Hand salutierend an die Hutkrämpe, gerade wie ein Soldat, welcher vor seinem Offiziere steht und antwortete:

»Zu Befehl, Master Porter! Ich reite überall mit hin, selbst wenn's ins Teufels Küche wäre.«

»Das ist nichts gesagt. Ich will eine bestimmte Antwort. Den Rio Pekos hinab oder durch die Llano?«

»Dann bitte, durch die Llano, wenn's Euch beliebt. Ich möchte diese alte Sandgrube doch gar zu gern kennen lernen.«

»Sandgrube? Täusche dich nicht, alter Mondonkel! Bildest du dir etwa ein, hüben hineinspringen und dann gleich drüben wieder heraussteigen zu können? Das Ding ist etwas größer, als du es dir vorzustellen scheinst. Du kannst vier oder auch fünf Tage lang reiten, bevor du dieses Sandfaß hinter dir hast. Und gerade wenn wir den südlichen Teil desselben durchschneiden, ist es sehr wahrscheinlich, daß wir auf Indianer treffen.«

»Mögen sie kommen! Ich habe noch nie einem Roten etwas zuleide gethan und brauche diese Leute also nicht zu fürchten. Und würden sie sich feindselig gegen uns verhalten, nun, so haben wir unsere guten Waffen. Vier kräftige Kerls, welche so viel Pulver gerochen haben wie wir, nehmen es gut und gern mit zwanzig und auch noch mehr Indianern auf.«

»Das ist sehr richtig. Was aber das Pulverriechen betrifft, so bist du uns um eine ganze Pferdelänge voraus. Es muß ja ein ganzes Pulverfaß vor deinem Gesichte explodiert sein!«

»Beinahe ist es so.«

»Wie ging das zu? Du hast es uns noch nicht erzählt. Ist eine Heimlichkeit dabei?«

»Gar nicht; aber ich habe keine Veranlassung, mich über die Sache zu freuen; darum spreche ich nicht von ihr. Es ging mir damals hart an das Leben. Wenigstens war es auf das Licht meiner Augen abgesehen, und wenn mein alter Freund, der Juggle-Fred, nicht gewesen wäre, so wäre ich jetzt geblendet oder gar tot.«

»Wie? Du kennst den Fred? Habe viel und oft über diesen Mann gehört.«

»Wir waren gute Kameraden und haben manchen Koup miteinander ausgeführt, bei welchem es anderen Leuten angst und bange geworden wäre. Möchte ihn gern einmal wiedersehen! Er scheint aber verschollen zu sein. Wer weiß, in welcher Prärie seine Gebeine bleichen. Habe ihm sehr viel zu verdanken von damals, als er den Plan des Stealing-Fox zu nichte machte.«

»Stealing-Fox?« fragte Porter überrascht. »Also bist du auch mit diesem berüchtigten Spitzbuben zusammengetroffen?«

»Leider! Lernte ihn sogar genauer kennen, als mir lieb sein konnte. Der Kerl hieß Henry Fox, wenigstens nannte er sich so. Ob dies sein wirklicher Name war, weiß ich nicht, denn es ist zu vermuten, daß er sich verschiedener Namen bedient hat. Wo er auftauchte, war kein Mensch seines Pferdes, seiner Biberfallen, überhaupt seines Eigentums sicher, und niemals gelang es, ihm das Handwerk zu legen, denn er entwickelte eine Schlauheit, welche geradezu ihresgleichen suchte. Er verschwand stets so schnell, wie er gekommen war. Sollte ich ihm einmal begegnen, so würde ich augenblicklich mit ihm abrechnen. Eine Kugel wäre ihm sicher, denn ich habe - - - horcht!«

Er unterbrach seine Rede, richtete sich

*) Waschbär.


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halb auf und horchte nach der Seite, nach flußaufwärts hin. Die in der Nähe befindlichen Pferde spitzten die Ohren. Man hörte Huftritte nahen.

Die vier Männer sprangen auf und nahmen ihre Gewehre schußbereit in die Hände.

»Sollten es Rote sein?« flüsterte Blount.

»Nein, es sind Weiße, und zwar nur zwei,« antwortete Ben New-Moon, welcher hinter dem Busche, welcher ihn deckte, nach den Nahenden hervorlugte. »Mexikanisch gekleidet. Sie halten an und betrachten unsere Fährte, welcher sie bis hierher gefolgt zu sein scheinen.«

Porter trat zu ihm, um die beiden auch zu sehen. Sie hielten auf ihren Pferden, weit herabgebeugt, um die Spuren im Grase zu betrachten. Ihre Kleidung und Ausrüstung war diejenige der Mexikaner: weite Schlitzhosen, bunte Westen, kurze, weite, mit Silberschnüren verzierte Jacken, flatternde, rote Halstücher, ebensolche Schärpen, aus denen die Griffe der Messer und Pistolen hervorblickten, breitkrämpige Sombreros und, last not least, ungeheure Sporen an den Fersen.

Ihre Pferde befanden sich, wie es schien, in einem vortrefflichen Zustande, was an diesem Orte wohl befremden konnte.

»Die sind nicht zu fürchten,« sagte Porter leise. »Mexikanische Caballeros, welche wir gern willkommen heißen können.«

Er trat hinter dem Busche hervor und rief den beiden zu:

»Hier sind diejenigen, welche ihr sucht, Mesch'schurs. Hoffentlich hängt ihr nicht in schlimmer Absicht an unserer Fährte!«

Die Mexikaner erschraken sichtlich, als sie sich so plötzlich angeredet hörten und die lange Gestalt des Yankee erblickten. Sie rissen schnell die Gewehre von den Sattelknöpfen, an denen sie gehangen hatten.

»Laßt das sein!« riet Porter. »Wir sind ehrliche Leute, von denen ihr nichts zu fürchten habt.«

»Wie viele Personen?« fragte der eine.

»Vier. Eure Gewehre würden euch also nichts nützen, falls wir Lust hätten, euch feindlich zu empfangen. Kommt also getrost herbei!«

Sie wechselten einige leise Worte miteinander und trieben dann ihre Pferde langsam herzu. Erst als sie die anderen drei Yankees betrachtet und den Ort mißtrauisch gemustert hatten, stiegen sie ab.

»Ihr seid verteufelt vorsichtig, Mesch'schurs,« meinte Porter. »Sehen wir aus wie Räuber?«

»Nun,« antwortete der eine lachend, »viel Staat macht ihr mit euren Anzügen nicht. Und was eure Pferde betrifft, so sind dieselben wohl schwerlich für eine Zirkusvorstellung geeignet. Caramba, seht ihr herabgekommen aus, Sennores!«

»Könnt Ihr es in dieser Gegend anders verlangen? Man hat bis zur nächsten Ansiedelung fast eine Woche zu reiten. Wenn man sich so lange unterwegs befindet wie wir, so ist man freilich nicht in der geeigneten Verfassung, der Frau Präsidentin in Washington eine Staatsvisite zu machen. Wenn ihr uns trotzdem die Hände reichen wollt, so sollt ihr uns willkommen sein.«

»Eine Begegnung mit ehrlichen Leuten ist immer angenehm, zumal in dieser gefährlichen Gegend. Wir schlagen also gern ein. Erlaubt aber, euch unsere Namen zu nennen. Wir sind Brüder und heißen Kortejo. Nennt mich Karlos und meinen Bruder Emilio!«

Die Yankees nannten ihre Namen auch und gaben den Angekommenen ihre Hände. Porter erkundigte sich weiter:

»Wir kommen aus dem alten Kalifornien herüber und wollen nach Austin, Sennores. Vielleicht dürfen wir erfahren, welche Angelegenheit euch so nahe an die Llano treibt?«

»Wir wollen uns ihr nicht nur nähern, sondern wir müssen sie durchreiten. Wir sind in einer Estanzia nahe bei San Diego als Oberhirten angestellt und wurden vom Estanziero beauftragt, drüben in Neu-Braunfels Gelder einzukassieren. Eine gefährliche Sache, nicht wahr? Darum reiten wir zu zweien.«

»Gefährlich wird es erst auf dem Rückwege, wo ihr das Geld bei euch habt. Es ist immer eine heikle Aufgabe, anderer Leute Geld durch die Llano zu schleppen. Das, was wir uns in Kalifornien gespart haben und jetzt bei uns tragen, ist unser Eigentum. Wir haben also keine Verantwortlichkeit zu tragen und sind besser daran als ihr. Trotzdem muß man euren Mut bewundern. Wir sind vier Personen und haben es uns doch überlegt, ob es nicht geratener sei, einen Umweg zu machen. Ihr wollt euch zu zweien über die Plains wagen. Das ist kühn!«

»Nicht allzusehr, Sennor,« antwortete Karlos. »Kennt Ihr die Llano genau?«

»Keiner von uns hat sie gesehen.«

»Das ist freilich etwas anderes. Wer sie nicht kennt, der mag von ihr lassen. Wir beide aber haben sie bereits wohl über zwanzigmal durchritten und sind also so vertraut mit ihr, daß von einer Gefahr eigentlich nicht die Rede sein kann.«

»Ah, steht es so! Hm! Nach Neu-Braunfels wollt ihr? Das liegt ja fast genau in unserer Richtung! Also könnten wir uns euch anschließen, wenn ihr nichts dagegen hättet.«

Als er vorhin unvorsichtigerweise das Geld erwähnte, welches er und seine Gefährten mit sich führten, hatten die beiden Mexikaner einen schnellen Blick miteinander gewechselt. Jetzt antwortete Karlos fast allzuschnell:

»Wir haben nicht das mindeste dagegen. Ihr seid uns im Gegenteile sehr willkommen, denn je zahlreicher wir sind, desto besser sind wir Gefahren gegenüber gewappnet.«

»Dann gut, Sennor! Wir reiten mit, und ihr werdet es nicht bereuen, uns hier getroffen zu haben. Wie aber steht es da nun mit eurem heutigen Tagesritte?«

»Wir wollten noch bis zum Rio Pekos hinab, vielleicht gar bis zum Anfange des Yuavh-Kai.«

»Was ist das?«

»Das Wort ist aus der Sprache der Yutahs und Komantschen und bedeutet so viel wie »singendes Thal«. Man erzählt, daß sich in diesem Thale nächtlicherweile oft überirdische, ganz unbegreifliche und unerklärliche Stimmen hören lassen. Wir beide aber haben, obgleich wir oft durch dasselbe geritten sind, noch nie etwas davon vernommen. Ihr hattet euch hier wohl schon zur Abendrast gelagert?«


Ende des fünfundzwanzigsten Teils - Fortsetzung folgt.



Karl May: Der Geist der Llano estakata

Karl May - Leben und Werk