|
Hilfe für Sachsen |
||||||||||
|
Schloß Wiesenstein
ragt von einem hohen Granitfelsen so hoch empor, daß oft die Wolken um
seine Zinnen streichen. Es blickt weit in das Land hinein, und wer im
Bahnzuge sitzend durch das Fenster die Gegend betrachtet, der bekommt es
bereits eine Stunde, bevor der Zug Wiesenstein erreicht, von mehreren
Seiten zu Gesicht, da die Bahn sich dem Orte in weiten Schlangenwindungen
nähert.
Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Georg Milbradt, hat zwei Spendenkonten für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Sachsen eingerichtet:
Prof. Milbradt bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Betroffenen der Flutkatastrophe engagieren wollen, um ihre solidarische Unterstützung.
Weltbekannt sind die May-Stätten Villa »Shatterhand« und »Bärenfett«. Das Karl-May-Museum lockt jährlich 80.000 Besucher in die Wein- und Gartenstadt Radebeul. Daß aber durch Karl May auch andere Örtlichkeiten in oder bei Dresden literarisch verewigt wurden, ist weniger bekannt. Eine kleine Auswahl diverser Romanstellen soll dies hier verdeutlichen. Die Liebe des Ulanen, Lieferung 1, September 1883, zitiert nach der Münchmeyer-Erstausgabe, ›Deutscher Wanderer‹, Dresden 1883-1885, S. 3: »Es war in Dresden und er war Officier. Ich fuhr nach dem berühmten Blasewitz, welches Schiller durch seine »Gustel« verewigt hat, und begegnete da auf der Straße einer kleinen Truppe von Offizieren. Sie jagten an meinem Wagen vorüber, schnell wie Phantome, und doch sah ich das Bild meiner Träume unter ihnen – es war dabei.« Die Liebe des Ulanen, Lieferung 62, November 1884, spielt in Tharandt und Dresden. S. 981, 983 u. 984: »Das weiß ich nicht. Ich kam, gerade wie Sie, von Chemnitz her und nahm nur bis Tharandt Billet, um die berühmten heiligen Hallen in Augenschein zu nehmen. In Dresden bin ich noch gar nicht gewesen.« Das Trompeterschlößchen und das
Hotel de Saxe sind historisch. Das
Hotel de Saxe soll wiedererrichtet werden.
»Wolf, der
Heimberger Förster, hat einen kinderlosen Bruder in Amerika, welcher vielen,
vielen Wald, große Herden und ich glaube gar auch Silbergruben besitzt. Dieser
Bruder hat ihn gebeten, ihm seinen Sohn hinüberzuschicken, den er zu seinem
Nachfolger und Universalerben machen will, wenn er ihm gefällt. Der Förster
fragte seinen Sohn, welcher sich auf der Tharandter Forstakademie befand, und
dieser hatte sogleich Lust, dem Rufe zu folgen, nachdem er sein Examen bestanden
haben würde.« »Old
Shatterhand,« fuhr Sam fort zu erzählen, »ebnete den Weg zur Aufnahme in das
Institut, und die Häuptlingssquaw brachte dann ihren Sohn hinüber, bei welcher
Gelegenheit sie die große Freude hatte, ihre Heimat wiederzusehen. Später
lernte ich den ›großen Donner‹ kennen und erfuhr zu meinem Erstaunen von
ihm, daß er einen Sohn in Kötzschenbroda bei Direktor Krieger habe. Der Knabe
rechtfertigte die Empfehlungen Old Shatterhands; seine Zensuren lauteten ohne
Ausnahme auf ›Eins‹, und als er von dort nach Tharandt ging, gestanden
sich seine Lehrer, daß dieser rote Schüler von keinem der bisherigen weißen
übertroffen worden
sei. »Sehr wohl;
jetzt weiß ich, woran ich bin, und kann nun wieder nach Tharandt übergehen.
Schi-So und Wolf kamen nämlich von Tharandt oft nach Heimberg herauf, welches
ein vielbesuchter Luftkurort ist, und kehrten in der Leiermühle, später auch
in der Schmiede ein, als die Müllerin den Schmied geheiratet hatte. Sie waren
also mit beiden gut bekannt. Gerade als mich der Hobble-Frank bestimmt hatte,
nach Amerika zu gehen und seine Helden aufzusuchen, kam der Brief des Onkels und
auch die Nachricht, daß Schi-So zu seinem Stamme zurückkehren werde. Dieser
Onkel war ungeheuer reich und wohnte, wie man bald heraus hatte, in der Nähe
der Navachos; das ging rasch im Dorfe herum, welches meist blutarme Einwohner
hat; da fiel es mir denn nicht schwer, einige von ihnen zu vermögen
auszuwandern und mit mir hinüber zu ziehen.«
»[...]
Was mich betrifft, so is mir das bei meiner fachmännischen Begabung gar nich
schwer gefallen; aber wo haben denn Sie eegentlich schtudiert?« Der kauzige Hobble Frank, in Moritzburg geboren, zählt zu den liebenswertesten Romangestalten Karl Mays: »Allemal
nur Sachsen! Verschtehen Sie? Ich hab' schon noch mit anderen Deutschen
geschprochen, aberst ich hab' so einen niemals nicht so gut verschtanden, als
wenn er eben in Sachsen geboren gewest wäre. Sachsen ist das Herz von
Deutschland. Dresden ist klassisch; die Elbe ist klassisch; Leipzig ist
klassisch; die sächsische Schweiz ist klassisch, und der Sonnenstein ooch. Das
schönste und reinste Deutsch hört man auf der Schtrecke zwischen Pirna und Meißen,
und grad so ziemlich zwischen diesen beiden Schtädten hab' ich mein erschtes
Licht der Welt erblickt. Und nachhero schpäter hab' ich ganz in derselbigen
Gegend meine Karriere angefangen. Ich war nämlich Forschtgehilfe in Moritzburg,
was een sehr berühmtes königliches Jagdschloß ist mit eener famosten
Bildergalerie und großen Karpfenteichen. Sie sehen also, daß ich een wirklich
angeschtellter Beamter gewest bin mit zwanzig Thaler Monatsgage. Mein bester
Freund war der dortige Schulmeister, mit dem ich alle Abende Sechsundsechzig
geschpielt und nachhero von den Künsten und Wissenschaften geschprochen habe.
Dort hab' ich mir eene ganz besondre allgemeine Bildung angeeignet und auch zum
erschtenmale erfahren, wo Amerika liegt. In der deutschen Schprache waren wir
einander sehr überlegen, und darum weiß ich ganz genau, daß in Sachsen ohne
alle Umschtände der allerschönste Syntax geschprochen wird. Oder zweifeln Sie
etwa daran? Sie machen mir so een verbohrtes Gesicht!« Die sächsische Stadt Pirna wurde von Karl May besonders einfallsreich verewigt. Das KARL MAY Figurenlexikon verrät uns: »Elias Pirnero
(eigentl. E. Matzke): blonder Wirt und Venta-Besitzer in Fort Guadeloupe am
Rande des Llano estakado; Witwer, Vater von Resedilla; er stammt aus Pirna in
Sachsen und ist nach Mexiko ausgerückt, weil er Schulden nicht bezahlen konnte.
Nun ist er einer der reichsten Männer der Gegend. Seine Gespräche beginnt er
stets mit einer Anspielung auf das Wetter, und stets kommt er während des Gespräches
darauf zu sprechen, daß er einen Schwiegersohn sucht. Ein Lieblingsthema ist
ihm auch die ›Abstammungslehre‹: daß nämlich alle guten Eigenschaften
seiner Tochter sich vom Vater auf die Tochter vererbt haben. Er ist nicht sehr
tapfer und hält sich bei dem Gefecht um das Fort sehr zurück. Seine Venta
verkauft er an den endlich gefundenen Schwiegersohn, den schwarzen Gérard und
reist dann in seine Heimatstadt. Dort will er großprotzig auftreten, wird aber
schon ganz zu Beginn mit recht unangenehmen Wahrheiten über sich, seinen Vater
und seinen Großvater konfrontiert, so daß er sofort wieder abfährt. Er nimmt
mit seiner Tochter und Gérard am Maskenball in Rheinswalden teil.«
Waldröschen, Münchmeyer-Erstausgabe, Dresden 1882-1884, Lieferung 109, S. 2595: »[…] Kutscher, giebt es an der Elbe Dampfschiffe?« Die Droschke setzte sich abermals in Bewegung, um ihre Insassen nebst deren Inventar nach dem Dampfschiffe zu bringen. Es war grad die höchste Zeit.
Noch heute
fahren Dampfschiffe von Dresden nach Pirna und gar noch weiter in die Böhmische
Schweiz. Es ist die älteste und größte Raddampferflotte der Welt! Nicht nur dem Karl-May-Freund kann ein Besuch der hier genannten Städte dringend empfohlen werden:
|