KARL-MAY-SUCHLISTE

     
Das Fundament für wissenschaftliche Untersuchungen und eine historisch-kritische Gesamtausgabe Karl Mays sind seine Originaltexte. Durch unermüdlichen Einsatz namhafter Forscher konnten seltene Erstdrucke der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Dies stellt nicht nur einen beachtlichen Gewinn für die May-Forschung dar, sondern ist von immensem Interesse für Literaturwissenschaftler überhaupt. Die Existenz mancher, teils heute verschollener Unterhaltungsblätter konnte zuweilen erstmals anhand der Beschäftigung mit Karl May nachgewiesen werden.

Das Aufspüren seltener Schriften bedeutet einen Wettlauf mit der Zeit. Vieles wurde im vergangenen Jahrhundert auf säurehaltigem Papier gedruckt und ist vom endgültigen Zerfall bedroht. Was dem Zahn der Zeit widerstand, wird heute nicht selten beim Entrümpeln alter Dachböden achtlos weggeworfen. Manches Kulturgut – dazu gehören auch in Vergessenheit geratene Unterhaltungsblätter – sind so unwiederbringlich verlorengegangen.

Wirklich verlorengegangen? Vielleicht existiert ja doch noch irgendwo das ein oder andere verschollen geglaubte Exemplar, sei es eine Zeitung, ein Unterhaltungsblatt oder ein Sammelwerk. Forciert muß deshalb eine Suchaktion – auch länderübergreifend – durchgeführt werden. Ein Erfolg ist nicht unmöglich, wurden doch das "Buch der Liebe" und völlig unbekannte May-Beiträge im "Neuen deutschen Reichsboten" aufgefunden, in jüngster Zeit gar der verschollen geglaubte 1. Jahrgang vom "Beobachter an der Elbe" (1874). Auch wenn sich dort nach näherer stilistischer Überprüfung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein May-Text befindet, so ist dieser erste Jahrgang für die Forschung bedeutsam, denn am 8. März 1875 übernahm Karl May die Redaktion des zweiten Jahrgangs.

Die enormen politischen Umwälzungen der letzten Jahre erlauben jetzt eine besonders fruchtbare Suche: Das damalige Schlesien und Böhmen, heute zu Polen und Tschechien gehörend, sind vielleicht eine wahre Fundgrube. Als Hilfsmittel soll an dieser Stelle eine aktuelle Suchliste  vorgelegt werden, die das Aufspüren seltener Publikationen – im Zusammenhang mit Karl May – erleichtert. [In den Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 48/1981 wurde bereits eine Suchliste von Dr. Hainer Plaul vorgelegt; sie hat heute noch weitgehend ihre Gültigkeit und wird deshalb hier berücksichtigt.]

Es werden Zeitschriften und Lieferungswerke aus unterschiedlichen Zeiträumen genannt, in denen May-Texte zum Abdruck gelangt sein könnten.

Die Redaktion


Diverse Volkskalender - Zum Beispiel: "Neuer deutscher Reichsbote"        - ab 1860er Jahre 


Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden:

"Hephata".          - um 1862 ff.

"Abendglocke".          - um 1862 ff.
Ein Haus- und Familienbuch.

"Feierstunden am deutschen Heerd". 2 Bände.        - um 1865/1867

"Das schwarze Buch". Raub-, Mord-, Diebes u. Gaunergeschichten etc., 2 Bände.      - um 1867 ff.

"Feierstunden am deutschen Heerd". 2 Bände, 3. Auflage.        - um 1868

"Familienbuch". Feierstunden am …        - um 1869 ff.
Mit zusätzlichen Texten versehene Neuausgabe des 1. Bd. der "Feier-Stunden am deutschen Heerd".

"Erntefeld". Feierstunden am …"        - um 1869 ff.
Mit zusätzlichen Texten versehene Neuausgabe des 2. Bd. der "Feier-Stunden am deutschen Heerd".

"Nach der Arbeit". (Lieferungswerk)       - um 1870/71

"Gefahren und Abenteuer, zu Wasser und zu Lande". (Lieferungswerk)       - um 1870/71

"Das schwarze Buch".          - zwischen 1871 u. 1879
Bibliothek ausgewählter Original-Romane …, 4 Bände.

"Der Nachtwächter an der Elbe".          - 1874 (I. Quartal)

"Deutscher Wanderer". Mehrere Jahrgänge.        - 1877 ff.

"Haus und Welt". Unterhaltungsblatt.        - 1879

"Der Gesellschafter". Familienblatt für Stadt und Land.        - 1880 u. 1881

"Criminalarchiv".          - 1880 u. 1881
Unterhaltungsblatt. 2 Bände)

"Münchmeyer’s illustrirter Haus- und Familienkalender auf das Jahr 1882". (l. Jg.)         - 1881 ff.
Seitengleiche Parallelausgabe unter dem Titel: Oeconomischmedicinischer illustrirter Haus- & Familien-Kalender. 

"Die Alpenrosen". (80 Hefte)          - um 1885 f.

"Der Friedensbote". (67 Hefte)          - um 1887

"Der Abendstern".          - um 1888


Verlag H. Oeser, Neusalza:

"Zeitbilder".          - um 1872 ff.
Artistisch-belletristische Zeit-Schrift, später vom Verlag Bruno Radelli, Dresden, übernommen.

"Victoria".          - um 1874
Artistisch-belletristische Zeit-Schrift. 8 Bände, später vom Verlag A. Köhler, Dresden, übernommen.

"Deutsche Novellen-Flora".          - 1876 u. 1877
2. Band, 1878, vom Verlag Bruno Radelli, Dresden, übernommen.


Verlag Lohse, Dresden:

"Die Quelle".     - 1867-1874
Blätter für Unterhaltung und Belehrung


Verlag Tittel, Dresden:

"Der Volksgarten".          - 1869
Illustrirte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung 2. Jg.

"Die Spinnstube".           - 1868 und 1869


Verlag H. Schönlein, Stuttgart

"Blätter für den häuslichen Kreis".            -  1869 bis 1872
Illustrirte Zeitung zur Unterhaltung und Belehrung für Jedermann

"Illustrirte Chronik der Zeit".          - seit 1872

"Illustrirtes Unterhaltungsblatt".          - seit ca. 1873
Belletristische Wochenschrift für die Familie und jedermann. (Zeitungsbeilage)

"Illustrirtes Sonntagsblatt".          - seit ca. 1876
Wochenschrift zur Unterhaltung und Belehrung. (Zeitungsbeilage)

"Illustrirte Volksblätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie".          - 1877
Nur 1 Jg. erschienen; 1878 mit "Illustrirte Chronik der Zeit" verschmolzen.


Verlag B. Radelli, Dresden:

"Frohe Stunden". Unterhaltungsblätter für Jedermann. 1.Jg.        - 1877

"Deutsche illustrirte Romansammlung". 30 Hefte.       - 1879


Verlag H. Liebau, Berlin:

"Fortuna". Illustrirte Unterhaltungsblätter.        - um 1876 ff.

"Feierstunden". Unterhaltungsblätter für deutsche Familien. 2 Bände.         - 1878 bis 1879

"Humoristische Volksbibliothek". 8 Bändchen.        - 1880


Verlag O. Freitag, Dresden:

"Deutscher Herold". Unterhaltungsblatt.        - 1876 bis 1884

"Concordia". Unterhaltungsblatt für den Familienkreis. (Nur 1. Jg. erschienen.)          - 1879 bis 1880

"Germania". Familienblatt.          - 1880 bis 1882


Verlag C. E. Gleißner, Dresden:

"Neuer deutscher Herold". Unterhaltungsblatt für Jedermann.        - um 1887 ff.


Verlag A. Wolf, Dresden:

"Die bunte Welt". Illustrirtes Volksblatt.        - 1872 bis 1876

"Der Pionier". Illustrirte Zeitschrift.         - 1875

"Hauschronik des Interessanten aus Gegenwart und Vergangenheit".        - 1875 bis 1876

"Deutsche Boten". Illustrirtes Volksblatt.         - 1876 bis 1879
(Textparallele Ausgabe des „Weltspiegel" )

"Weltspiegel". Illustrirte Zeitschrift zur Unterhaltung und Belehrung für Jedermann.          - 1877 bis 1886

"Zu Hause". Eine Sammlung der neuesten und spannendsten Romane zur Unterhaltung für Jedermann.          - 1879 bis 1882

"Wolfs illustrirte Rundschau". Interessante und spannende Romane, Reise- und Jagdabenteuer, Criminalfälle sowie allerlei hervorragende Ereignisse.    - 1880 bis 1882

"Wolfs kleines Journal". Illustrirtes Unterhaltungsblatt für Jedermann.       - 1881 bis 1882

"Neue illustrirte Romane". Unterhaltungsblätter für alle Stände.        - 1883 bis 1885

"Hausblätter". Interessante Romane, Novellen, Kriminalgeschichten, Humoresken etc.          - 1883 bis 1886

"Bunte Blätter". Eine interessante Unterhaltungsschrift für alle Stände.        - 1884 bis 1886

"Familienfreund". Illustrirte Zeitschrift.        - 1887 bis 1890


E. Hallberger, Stuttgart:

"Zu Hause". Geschichten und Bilder zur Unterhaltung und Belehrung.        - 1871 ff.


Velhagen & Klasing, Bielefeld-Leipzig:

"Belletristische Korrespondenz".          - 1871 ff.


M. Rosenberg, Hamburg:

"Omnibus". Illustrirtes Wochenblatt. Ab 1879 unter dem Titel: Illustrirte Familien-Zeitung.          - 1877 ff.


W. & S. Loewenthal, Berlin:

"Sonntagsruhe". Familienblatt zur Unterhaltung und Belehrung.        - 1876 ff.
Auch als Gratisbeilage zur „Berliner Bürger-Zeitung" vertrieben.


R. H. Dietrich (1884-1886), A. Wolf (1886-1887), Dresden, sowie E. Rentzel (1887-1888), Berlin:

"Berliner Gartenlaube". Illustrirtes Familienblatt.        - 1884 bis 1888
Ab 1888 unter dem Titel: "Deutsche Gartenlaube". W. Kohlmann, Berlin.


F. E. Fischer, Leipzig:

"Der Reichsbote". Illustrirtes Familienblatt für Stadt und Land.        - 1887 bis 1888


W. Hoffmann, Mühlhausen, später Dresden:

"Deutsche Gewerbeschau". Central-Organ für die gewerblichen Vereine Deutschlands.          - 1880 bis 1883

Im 4. und 5. Jahrgang der „Deutschen Gewerbeschau" sind die May-Texte Ein Fürst-Marschall als Bäcker sowie Pandur und Grenadier enthalten, leider sind hiervon jeweils zwei Nummern verschollen!

-  4. Jahrgang 1882, Nr. 4 u. 12  - - - -  5. Jahrgang 1883, Nr. 17 u. 18  -


Hier endet die Suchliste, die freilich nur als Leitfaden dienen kann. Selbstverständlich können auch weitere Druckwerke in Betracht kommen. Insbesondere sächsische Kalender aus den 1860/70er Jahren, enthalten möglicherweise May-Texte. Solche Frühwerke müssen nicht unter Autorennamen erschienen sein: Pseudonym oder gar anonym: hierauf hat man sich einzustellen!

Zur Orientierung werden jetzt noch die bekannten Pseudonyme Karl Mays genannt:

C. M, M. Gisela, Emma Pollmer, Karl Hohenthal, Ernst von Linden, Prinz Muamêl Latréaumont, Capitain Ramon Diaz de la Escosura, P. van der Löwen, Hobbelfrank, Richard Plöhn, Oberlehrer Franz Langer.


Falls Sie fündig werden, informieren Sie uns bitte: 
redaktion@karl-may-stiftung.de
   


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