Lieferung 65

Deutscher Wanderer

13. Dezember 1884

Die Liebe des Ulanen.

Original-Roman aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges von Karl May.


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»Ich werde auf alle Fälle zugegen sein, mein Fräulein, und wünsche mir recht baldigst eine Gelegenheit herbei, Ihnen dankbar sein zu können.«

Damit war derjenige Theil der heutigen Abendunterhaltung, welcher ihn interessirte, erschöpft, und Haller zog sich nach Kurzem in sein Schlafzimmer zurück. Als er sich dort allein befand, überdachte er die Erlebnisse der letzten Tage, unter denen ihn seine heutige Begegnung mit der jungen, allerliebsten Französin am Meisten beschäftigte.

Er sagte sich zwar, daß er für sie nur deshalb ein so reges Interesse hege, weil sie ihm versprochen hatte, seine Bekanntschaft mit der Familie Königsau zu vermitteln; allein er täuschte sich damit nur selbst. Ihre reizende Persönlichkeit nahm sein Denken in noch viel höherem Grade in Anspruch als ihr Versprechen, ihn in dem Hause einzuführen, an welches er von seinem Vorgesetzten adressirt worden war.

Sie hatte einen Eindruck auf ihn gemacht, über welchen er sich noch nicht Rechenschaft geben konnte. Und doch traf er bereits einen Vergleich zwischen ihr und Derjenigen, welche ihm seit langer Zeit zur Gattin bestimmt war.

Es war in seinem Herzen ein Zwiespalt entstanden, welcher einerseits ihn gegen sich selbst erzürnte, andererseits aber ihn freudig erregte, wenn er daran dachte, daß er Gelegenheit habe, die junge Dame öfterer zu sehen.

»Warum gefällt mir diese Gesellschafterin doch nur weit besser als Ella von Latreau?« fragte er sich. »Es giebt Menschen, die man schon beim ersten Zusammentreffen lieb haben muß. Ella ist ein Grafenkind, unendlich reich und eine Schönheit ersten Ranges. Diese kleine, nette Madelon stammt jedenfalls aus einer armen, bürgerlichen Familie und kann eine eigentliche Schönheit nicht genannt werden. Aber doch - aber doch! Als ich diese prächtige Gouvernante im Walde sitzen sah, entzückte sie mich; diese Madelon entzückt mich auch. Und doch wie verschieden ist dieses Entzücken. Die Gouvernante entzückte meine Augen, mein Schönheitsgefühl, da ich Maler bin; die Französin aber macht einen Eindruck, welcher nicht nur auf das Auge wirkt; er geht tiefer hinab. Hm, ich glaube, dieser süße Kolibri könnte Einem gefährlich werden! Kolibri? Ja, bei Gott, das ist der richtige Ausdruck, um die Erscheinung dieses reizenden Mädchens zu kennzeichnen!«

Aber mit diesem Selbstgespräch war das Thema noch nicht beendet. Noch als er bereits im Bette lag, dachte er an sie, und dann als er entschlafen war, erschien sie ihm im Traume mit goldig schillernden Flügeln, über duftigen Blüthen schwebend und von dem Honig nippend, der in den Kelchen lag.

»Wahrhaftig, sie ist mir im Traume erschienen!« sagte er, als er erwachte. »Es giebt Leute, welche dem Traume im neuen Logis eine große Bedeutung beilegen. Wenn sie Recht haben, so darf ich vermuthen, daß dieser Kolibri mich noch länger umflattern wird.«

Als er seinen Kaffee getrunken hatte, schickte er sich zu einem Morgenspaziergange an. Er mußte, um wirklich als Maler zu erscheinen, sich einige Requisiten beilegen, ohne welche die Künstler der Palette nun einmal nicht sein können. Eben als er die untere Treppe hinabsteigen wollte, kam Madelon die Stufen herauf. Sie hatte ein kleines, elegantes Körbchen am Arme und sah so frisch und munter aus wie der junge Morgen selbst. Er zog höflich grüßend den Hut und blieb stehen, um sie an sich vorüber zu lassen; aber sie hemmte ebenso ihre Schritte und sagte:

»Guten Morgen, Herr Haller! Ich denke, wir können


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schon ein Wörtchen miteinander wechseln. Wir sind uns ja nicht ganz und gar fremd. Haben Sie eine angenehme Ruhe gehabt?«

»Ich danke, ja, mein Fräulein.«

»Das ist schön; das freut mich, denn es ist ein gutes Zeichen. Vielleicht haben Sie sogar geträumt?«

Sie blickte ihm fröhlich in das Gesicht und zeigte ihm dabei ein so kindlich herziges Lächeln, daß er sie gleich auf der Stelle hätte küssen mögen.

»Allerdings habe ich geträumt,« antwortete er.

»Wirklich? Wissen Sie, daß es Leute giebt, welche sagen, daß der erste Traum in einer neuen Wohnung stets in Erfüllung gehe?«

»Ich habe davon gehört.«

»Aber Sie glauben natürlich nicht daran! Die Herren sind ja meistens große unverbesserliche Zweifler. War es etwas Angenehmes?«

»Ja. Ich träumte von einem kleinen reizenden Kolibri, der mich immer umschwirrte und gar nicht von mir lassen wollte.

Ihr liebes Gesichtchen nahm plötzlich einen ernsten Ausdruck an. Ihr dunkles Auge schien größer zu werden, als sie sagte:

»Von einem Kolibri, einem becque-fleur, wie wir Franzosen den Vogel nennen? Dieses Wort hat eine nicht gewöhnliche Bedeutung für mich. Kolibri oder becque-fleur ist der Kosename meiner armen, verstorbenen Mutter gewesen. Mein kleiner, süßer Kolibri hat er sie genannt, wenn sein Auge liebevoll auf sie leuchtete. Sie ist nämlich auch so klein gewesen wie ich.«

Er sah ihr freundlich in das ernste Gesicht und antwortete:

»Vielleicht leuchtet einmal ein Auge ebenso auf Sie. Und vielleicht sagt dann auch eine liebevolle Stimme den Kosenamen becque-fleur zu Ihnen. Wissen Sie, Fräulein, daß der Kolibri, von welchem ich träumte, menschliche Gestalt hatte?«

»Menschliche? Ja, der Gott des Traumes zeichnet mit phantastischen Stiften. Aber, Herr Haller, wollen wir hier vor der Treppe stehen bleiben? Haben Sie sehr nothwendig?«

»Nein, gar nicht.«

»Nun, ich möchte gern von meiner Schwester Etwas hören. Wenn Sie nichts versäumen, so bitte ich Sie, für einige Augenblicke bei mir einzutreten.«

Sie sagte das so einfach, als sei es gar nicht gegen die Regeln der Gesellschaft, daß ein junges Mädchen einen Herrn, den sie noch dazu erst gestern kennen gelernt hat, bei sich empfängt. Dem Reinen ist Alles rein. Ihre Herrin war verreist. Madelon befand sich allein, aber dennoch fürchtete sie sich nicht, den Maler zu sich einzuladen. Es kam ihr ganz und gar nicht in den Sinn, dabei an eine Gefahr für ihren guten Ruf zu denken.

»Ich stelle mich sehr gern zur Verfügung,« sagte er, innerlich erfreut über das Vertrauen, welches ihm das liebe Mädchen erwies.

»So kommen Sie!«

Sie öffnete ein Entré, und bald stand er in einem reich und vornehm ausgestatteten Salon. Sie winkte ihm, sich niederzulassen, und nahm selbst auf einem Divan Platz.

»Jetzt sind wir einmal recht vornehme Leute,« sagte sie. »Ich empfange Sie in einem gräflichen Salon und gebe Ihnen Audienz, mit dem Gemüsekorb in der Hand. Ich bin jetzt allein und lebe als Garçon; da bin ich gezwungen, selbst für meine Küche zu sorgen. Gefällt Ihnen das Bild?«

Sie bemerkte nämlich, daß er unter einem eigenthümlichen Ausdrucke seines Gesichtes ein Gemälde musterte, welches grad über ihr an der Wand hing. Es stellte einen jungen, bildschönen Mann in der Tracht eines Husarenoffiziers vor.

»Das Bild muß mir seiner meisterhaften Ausführung wegen auffallen, weil ich selbst Maler bin,« antwortete er. »Natürlich ist es nicht Phantasiestück, sondern Portrait?«

»Ja, es wurde vor kaum einem Jahre gefertigt.«

»Wen stellt es vor?«

»Den Herrn Rittmeister, den Sohn meiner Dame. Ah, ich muß ja den Namen sagen: Graf Arthur von Hohenthal.«

»Hm!« sagte Haller nachdenklich. »Welche Aehnlichkeit!«

»Nicht wahr? Der Herr Rittmeister ist außerordentlich gut getroffen! Aber, Sie finden das Bild ähnlich! Ich muß also annehmen, daß Sie den Grafen kennen?«

»Nein; ich kenne ihn nicht, Fräulein. Ich habe ihn jedenfalls noch nie gesehen.«

»Aber dann ist es ja zu verwundern, daß Sie von einer Aehnlichkeit sprechen!«

»Ich meine eine andere. Ich habe vor kurzer Zeit einen Herrn gesehen, den man für das Original dieses Portraits halten könnte.«

»Wo?«

»In Paris, in der großen Oper. Ich begleitete zuweilen meine Ver - - Verwandte, nämlich eine Cousine, in die Vorstellung, und da saß regelmäßig in der Nachbarloge ein Herr, welcher eine gradezu frappirende Aehnlichkeit mit diesem Portrait hat.

Fast hätte er sich versprochen und das Wort »Verlobte« gesagt. Er zog sich durch das Wort »Verwandte«, welches mit der gleichen Vorsylbe beginnt, noch rechtzeitig aus der Schlinge; aber seine Stimme hatte doch ein klein wenig gestockt, und sein Gesicht war, wenn auch nur für einen einzigen Moment, etwas röther geworden. Das war ihr zwar nicht entgangen, doch fiel es ihr ganz und gar nicht ein, dieser Kleinigkeit eine Bedeutung oder gar ein besonderes Gewicht beizulegen. Sie meinte unbefangen:

»In Paris war es? So ist diese Aehnlichkeit eine ganz zufällige. Es soll ja Menschen geben, welche man verwechseln könnte, und die trotzdem in keiner Verbindung zu einander stehen.«

»Welches ist die Garnison des Herrn Grafen?«

»Potsdam.«

»Dort befindet er sich?«

»Augenblicklich nicht. Er begleitet seine Mama auf einer Erholungsreise.«

»So kann er es doch gewesen sein. Es ist doch leicht möglich, daß ihn diese Reise mit der Gräfin nach Paris geführt hat.«

»Nein. Sie befinden sich gegenwärtig in Wien. Ich


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habe erst vorgestern von dort her die Befehle meiner Gebieterin erhalten.«

Madelon aber ahnte nicht, daß die Gräfin sich ganz allein in Wien befand. Während der Sohn derselben in geheimer Mission nach Paris gegangen war, mußten selbst seine nächsten Bekannten annehmen, daß er sich bei seiner Mutter befinde.

»Also vor kurzer Zeit waren Sie in Paris?« fuhr Madelon fort. »Wie beneide ich Sie!«

»Um diesen Aufenthalt in Paris beneiden Sie mich? Fühlen Sie sich hier in Berlin vielleicht unglücklich?«

»O nein, nein!« antwortete sie rasch. »Die Worte, welche ich sprach, gaben nur dem längst gehegten Wunsche Ausdruck, einmal die Hauptstadt meines Vaterlandes wiederzusehen. Ich befinde mich hier so wohl, wie es unter den angegebenen Verhältnissen nur immer möglich ist.«

»So ist die Frau Gräfin eine freundliche Dame?«

»Sie ist mir viel mehr Mutter als Herrin. Ich bin ganz und gar wie ein Glied der gräflichen Familie. Und auch außerhalb derselben habe ich Freundinnen gefunden, welche es mich fast vergessen lassen, daß ich eine Waise bin.«

»Sie armes Kind! So haben Sie also keine Eltern mehr?«

»Daß ich keine Mutter habe, das weiß ich; möglich aber ist es, daß mein Vater noch lebt. Ich habe ihn nie gesehen.«

»Das läßt ja auf ganz ungewöhnliche Verhältnisse schließen!«

»Allerdings. Ich spreche nicht gern davon, denn es betrübt mich stets, an das Unglück meiner armen Mutter denken zu müssen. Aber Ihr Gesicht ist so offen und ehrlich, so Zutrauen erweckend, daß ich schon einmal das Schweigen brechen darf.«

Diese Worte berührten ihn angenehm; sie bewiesen ihm von Neuem, daß die Sprecherin ihm ihr Vertrauen schenkte.

»Es ist nämlich einmal ein Herr von altem Adel gewesen,« erzählte sie, »dessen Herz nichts Anderes gekannt hat als die Vorrechte seines Standes. Sein Sohn aber ist das Gegentheil des Vaters gewesen. Er hat gewußt, daß alle Menschen als Individuen gleichen Werth besitzen. Er hat sich also durch die Vorurtheile seines Standes nicht abhalten lassen, einer Bürgerlichen seine Liebe zu schenken.«

»Ah, ich ahne: diese bürgerliche Dame ist Ihre Mutter.«

»Ja, Sie haben richtig gerathen. Vater hat sie geheirathet und ist in Folge dessen verstoßen worden. Was nun gefolgt ist, weiß ich nicht. Kurz und gut, Mutter ist eines Tages mit mir und meiner Schwester bei unserm Pflegevater erschienen und hat um Aufnahme gebeten. Leider hat sie nicht lange mehr gelebt, dann ist sie gestorben.«

»War der Pflegevater ein Verwandter von Ihnen?«

»Nein. Sie hat sich als Fremde bei ihm eingemiethet. Als sie starb, hinterließ sie uns so viel, daß wir später ein Institut besuchen und uns auf unsern jetzigen Beruf vorbereiten konnten. Ich fand dann Stellung bei der Gräfin von Hohenthal und meine Schwester in der Familie Sainte-Marie. Wir haben keine Veranlassung gehabt, uns zu verändern.«

»Sie wissen aber, wer Ihr Vater war?«

»Nein.«

»Ihre Mutter muß doch seinen Namen getragen und sehr oft von ihm gesprochen haben!«

»Nein. Sie hat unter ihrem Mädchennamen gelebt, unter dem Namen Köhler, den wir auch jetzt noch führen, und niemals ist ein Wink gefallen, aus dem sich hätte vermuthen lassen, wer unser Vater ist.«

»Aber sie hat Sie doch als ihre Kinder legitimiren müssen. Und das konnte nur durch Documente geschehen, in denen auch der Name ihres Mannes genannt war!«

»Das scheint nicht der Fall gewesen zu sein. Warum sie sich von ihrem Gemahle getrennt hat, das kann ich mir denken, obgleich ich es nicht genau weiß; aber auf welche Weise es ihr gelungen ist, die Vergangenheit in vollständiges Dunkel zu hüllen, das kann ich nicht sagen.«

»Woher aber wissen Sie, daß sowohl Ihr Vater als auch Ihr Großvater den Kreisen des Adels angehörten?«

»Der Pflegevater hat es uns erzählt. Er hat es aus Verschiedenem geschlossen. Noch vor ihrem Tode hat die Mutter ihm Vieles erzählt; aber wie es scheint, hat er ihr schwören müssen, zu schweigen. Nun wissen wir weiter Nichts als das, was ich Ihnen bereits mitgetheilt habe.«

»Das ist interessant, höchst interessant! So giebt es also keinen einzigen Punkt, welcher Ihnen bei dem Forschen nach Ihrem Vater und Großvater als Anhaltepunkt dienen könnte?«

»Nichts, als daß der Vater mit seinem Rufnamen Guston geheißen hat. Höchstens könnten wir noch angeben, daß er einen Diener gehabt hat, welcher Flory gerufen wurde.«

»Wenig, außerordentlich wenig! Haben Sie sich nie die Mühe gegeben, in dieses Dunkel einzudringen?«

»Nein.«

»Und Ihr Pflegevater hat Ihnen auch nie Mittheilung gemacht, irgend eine Andeutung gegeben oder Sie wenigstens auf irgend einen späteren Zeitpunkt vertröstet?«

»Nie.«

»So muß man sich bei ihm erkundigen.«

»Vielleicht ist dies bereits zu spät. Wie Sie bereits wissen, erhielt ich einen Brief meiner Schwester. Sie schreibt mir, daß der Pflegevater todtkrank darnieder liege und daß die Aerzte keine Hoffnung geben.«

»Er wird diese Hoffnungslosigkeit erkennen und dann vielleicht sein Schweigen brechen. Ein jeder vernünftige Mann bringt, wenn er den Tod nahe fühlt, seine irdischen Angelegenheiten in Ordnung, und zu diesen letzteren gehört betreffs Ihres Pflegevaters doch auch die Ihrige.«

»Allerdings. Aber wenn er wirklich Stillschweigen schwören müßte, so ist es fraglich, ob er die Erlaubniß hat, vor seinem Tode das Schweigen zu brechen. Uebrigens werde ich, wenn er sterben sollte, bald erfahren, ob er noch gesprochen hat. Ich habe der Schwester telegraphirt, mich seinen Tod sofort durch eine Depesche wissen zu lassen, da ich ihn zu Grabe geleiten will.«

»Ihre Schwester wird seinen Tod also eher erfahren als Sie?«

»Ja. Sie wohnt ihm näher.«

»Ah! Sie wohnt in Ortry. So lebt er in Frankreich?«

»Ja. Es wird eine weite Reise sein, die ich dann


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plötzlich zu machen habe; aber er ist uns ein treuer Versorger gewesen, gerade so, als ob er unser wirklicher Vater gewesen wäre. Da ist es Pflicht der Dankbarkeit und Pietät, daß wir an seinem Grabe erscheinen. Auch Schwester Nanon wird auf alle Fälle kommen.«

»Ist sein Wohnort in der Nähe von Ortry?«

»Es ist in der Gegend von Etain.«

Haller horchte auf. Er bemerkte rasch:

»Dort bin ich bekannt. Darf ich nach dem Orte fragen?«

»Der Pflegevater ist Verwalter auf Schloß Malineau.«

»Malineau?« fragte Haller, indem er überrascht aufsprang. »Sein Name ist Berteu?«

»Ja, ja! Kennen Sie ihn denn?«

»Gut, sehr gut sogar. Er steht im Dienste des Generals Grafen von Latreau, dem das Schloß gehört.«

»Ja, ja! Das ist richtig! Welch' ein Zufall, daß Sie ihn kennen!«

»So kennen Sie wohl auch Ella von Latreau, die Tochter des Generals?«

»Natürlich! Sie hat mit uns Schwester gespielt, wenn sie sich zur Sommerszeit mit ihrem Vater auf dem Schlosse befand.«

»Das ist allerdings eigenthümlich! Ella von Latreau ist nämlich meine -«

»Verlobte,« wollte er sagen; aber er bemerkte sofort, welchen Fehler er damit begehen würde, und hielt inne. Sie blickte ihn fragend an, und er erklärte, fast ein Wenig verlegen:

»Sie ist meine Schülerin. Ich nahm vor einigen Jahren einen kurzen Aufenthalt in Paris, um die dortigen Kunstschätze zu studiren, und da hatte ich die Ehre, ihr einigen Unterricht im Aquarell zu geben.«

»Das ist mir interessant. Ich habe sie seit mehreren Jahren nicht gesehen. Sie muß eine sehr schöne Dame geworden sein!«

»Sie ist eine Schönheit ersten Ranges, ja, was noch mehr ist, eine ganz und gar eigenartige Schönheit.«

»Verheirathet ist sie noch nicht?«

»Nein.«

»So viel ich weiß, war sie, was man verlobt nennen könnte. Haben Sie vielleicht in Paris im Hause des Generals einen jungen Grafen Bernard de Lemarch kennen gelernt?«

Sein Gesicht nahm eine leichte Röthe an; er selbst war ja Der, nach dem sie fragte. Doch antwortete er unbefangen:

»Lemarch? Nein. Ich bin ihm nicht vorgestellt worden.«

Damit hatte er nun freilich keine Unwahrheit gesagt, denn er war ja niemals sich selbst vorgestellt worden. Madelon fuhr fort:

»Dieser Offizier ist Ella's bestimmter Bräutigam. Die Väter sollen das bereits seit langer Zeit bestimmt haben.«

»Haben Sie ihn gesehen?« fragte er gespannt.

»Ein einziges Mal. Ich war damals noch ein Kind, und er besuchte bereits die Kriegsschule. Er war ein sehr hübscher, kräftiger Knabe. Er müßte sich jetzt eigentlich zu Ihrer Gestalt und Größe entwickelt haben. Ja, wenn ich Ihnen recht aufmerksam in das Gesicht blicke, so ist es mir, als ob Sie sogar einige Aehnlichkeit mit ihm hätten.«

»Wieder Einer!« sagte er lächelnd.

»Wieso?« fragte sie.

»Gestern war ich dem Diener des Rittmeisters von Königsau ähnlich und heute, was mir allerdings schmeichelhafter ist, dem Grafen de Lemarch.«

»Das ist wahr, wenigstens ist Ihre Aehnlichkeit mit dem guten Feldwebel oder Wachtmeister Fritz geradezu eclatant. Aber, entschuldigen Sie, bei welchem Thema haben wir vorhin an der Treppe unser Gespräch unterbrochen?«

»Beim Kolibri.«

»Richtig! Sie hatten von einem Kolibri geträumt.«

»Der mich ruhelos umschwirrte und dabei Honig aus den Blüthen trank.«

»Und der eine menschliche Gestalt hatte.«

»Das erwähnte ich bereits. Und jetzt bin ich es, der von einer Aehnlichkeit zu reden hat. Wissen Sie, wem dieser kleine Kolibri so außerordentlich ähnlich sah?«

»Nun?«

»Sein Gesicht war ganz und gar das Ihrige, Fräulein.«

Sie erröthete. Doch schlug sie leise die Hände zusammen und sagte:

»Also von mir, von mir haben Sie geträumt? Wie spaßhaft!«

»Finden Sie das wirklich nur spaßhaft?«

»Ja, wie sonst?«

»Nun, Sie selbst sagten ja vorhin, daß der erste Traum in der neuen Wohnung stets eine tiefe Bedeutung habe?«

Jetzt erröthete sie tiefer als vorher. Sie wendete ihr hübsches Köpfchen ab und antwortete:

»Das ist ja wirklich nur Scherz gewesen. Ich bin keineswegs abergläubisch. Was kann ein Traum für eine Bedeutung haben?«

»O, eine doch!« sagte er langsam und mit hörbarer Betonung. »Er hat die Bedeutung eines Beweises.«

»Was für eines Beweises?«

»Daß der Träumende, bevor er entschlief, an den Gegenstand gedacht hat, von welchem er träumte.«

»Sie wollen doch nicht etwa behaupten, daß Sie gestern Abend noch an mich gedacht haben?«

»Ja, gerade das will ich sagen. Fräulein Madelon, erlauben Sie mir etwa nicht, an Sie zu denken?«

Er stand bei diesen Worten auf, trat zu ihrem Sitze und ergriff ihr kleines, feines Händchen. Sie ließ es ihm und antwortete in völlig unbefangenem Tone:

»Kann ich die Association der Ideen, das heißt, den Gedankengang eines Menschen, der mich gesehen hat und sich folgerichtig meiner erinnert, verhindern oder verbieten?«

»Nein. Aber gleichgiltig kann es Ihnen nicht sein, was und wie er von Ihnen denkt.«

»Vielleicht.«

»Und ob er gern an Sie denkt?«

»Ebenso vielleicht.«

Er stand im Begriffe, dieses Thema weiter zu verfolgen, als die Klingel ertönte. Sie entfernte sich, indem sie sich entschuldigte. Als sie nach einigen Minuten zurück-


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kehrte, hatte ihr Gesicht einen sehr ernsten, fast traurigen Ausdruck angenommen.

»Wovon haben wir soeben gesprochen?« sagte sie. »Hier, mein Herr, lesen Sie!«

Sie hielt ihm eine geöffnete Depesche entgegen. Er las:

»Soeben telegraphirt man, daß der Pflegevater gestorben ist. Schnell! Damit Du noch zur rechten Zeit eintriffst!«

»Ich condolire aus aufrichtigem Herzen, mein Fräulein!« sagte Haller. »Nun werden Sie schleunigst abreisen?«

»Ja. Ich habe mich, den Todesfall erwartend, bereits nach dem vortheilhaftesten Zuge erkundigt. Ich packe sofort.«

»Wird man Sie bald wiedersehen?«

»Ich folge meiner Pflicht, werde dann aber gleich zurückkehren. Ich darf diese Wohnung nicht lange Zeit ohne Aufsicht lassen.«

»Ich wollte, ich dürfte Sie begleiten. Für eine junge Dame ist es ein Wagniß, so eine weite Reise zu unternehmen.«

»O,« lächelte sie, »ich fürchte mich nicht. Jetzt adieu, Herr Haller! Bevor ich abreise, sehen wir uns aber wohl noch einmal. Ich muß doch droben Abschied nehmen.«

Er drückte ihr freundschaftlich das kleine Händchen und ging.

»Ein herziges Wesen,« murmelte er, indem er die Treppe hinabstieg. »Gerade so fein, lieblich und zutraulich wie ein Kolibri, von dem man doch auch erzählt, daß er die Nähe der Menschen nicht fürchtet.«

Er machte seine Einkäufe, und da er sich dann in der Nähe der Wohnung seines dicken neuen Bekannten befand, so suchte er diesen auf, um sich seine »Bude« anzusehen.

Die Wohnung des guten Hieronymus zeigte das Bild einer echten, richtigen Junggesellenwirthschaft. Die Staffelei stand hinter dem Bette; auf dem Waschtische lag ein Stiefel und auf dem Ofen eine alte Geige. Es herrschte die schönste Unordnung, welche man sich nur denken kann. Der Kleine saß auf der Diele, hatte eine Menge alter Bilder um sich liegen und machte sich mit ihnen und einem riesigen Schwamme zu schaffen, den er abwechselnd in Wasser und andere Flüssigkeiten tauchte, um dann damit über die Gemälde zu wischen. Er blickte bestürzt auf, als Haller eintrat; sobald er aber diesen erkannte, sagte er:

»Gott sei Dank! Ich dachte, es wäre jemand Anderes! Ich bin gerade nicht in meinem Paradeanzuge. Donnerwetter, wo sind meine Hosenträger!«

Er war nämlich vom Boden aufgestanden und kam dabei in Gefahr seine Beinkleider zu verlieren. Haller warf einen raschen Blick umher, deutete dann nach dem Waschbecken und sagte:

»Dort im Waschbecken im Wasser liegen sie!«

»Dort? Wirklich? Alle Wetter, ja! Wie sind sie nur da hineingekommen! Na, lederne Hosenträger und in Wasser eingeweicht! Thut aber nichts! Und die Weste? Wo in aller Welt mag diese stecken!«

»Guckt sie nicht dort aus dem Stiefelschaft heraus?«

»Ja, richtig! Ich wußte wohl, daß ich sie sehr gut aufgehoben hatte! Na, während ich mich ankleide, lassen Sie sich nieder, mein lieber Herr College! Freut mich, daß Sie mich so bald besuchen. Haben Sie Logis gefunden?«

»Ja, sogleich.«

»Also das, was im Blatte angekündigt war?«

»Dasselbe. Ich wohne bei einer Wittwe. Ihr verstorbener Mann war Ministerialbeamter.«

»Aeußerer oder innerer?«

»Innerer. Sein Sohn aber ist im äußern angestellt.«

»Das bleibt sich Pudding! Minister ist Minister. Gefällt Ihnen die Wohnung?«

»Ja. Die Leute scheinen anständig zu sein.«

»Gut geschlafen?«

»Ja.«

»Geträumt?«

»Sehr. Von einem hübschen jungen Mädchen, welches ich gestern Abend kennen gelernt habe.«

Der Dicke hatte unterdessen die Weste und den Rock angezogen. Jetzt stellte er sich vor Haller hin und sagte:

»Wunderbar! Ganz auch mein Fall! Habe auch von einer jungen Dame geträumt. Was ist die Ihrige?«

»Gesellschafterin.«

»Donnerwetter! Die Meinige ist Gouvernante.«

»Doch nicht etwa die aus dem Tharandter Walde?«

»Natürlich die! Welche denn sonst? Dieses Weibsen hat mir's angethan. Das Herz hängt mir wie ein gewaltiger Pudding zwischen den Rippen. Es schwillt auf; es wird von Minute zu Minute größer, als wenn ich für zwanzig Thaler Hefe verschlungen hätte. Habe gar nicht geglaubt, daß die Liebe grad so wie Hefe wirken kann.«

»Poetischer Vergleich!« lachte Haller.

»Und zutreffend, außerordentlich zutreffend! Wie gesagt, es treibt und bläst mich auf. Ich muß dieses Mädchen kriegen. Sie muß Frau Hieronymus Aurelius Schneffke werden, sonst falle ich wieder zusammen wie ein Dudelsack, der ein Loch bekommen hat!«

Haller hatte die Kaffeemühle und das Rasierzeug vom Stuhle gestrichen und sich darauf gesetzt. Er warf jetzt einen forschenden Blick auf die Bilder und bemerkte dabei:

»Vogelstudien? Interessant! Wie es scheint, lauter Kolibris.«

»Ja, lauter Kolibris, Kolibris von allen Arten und in allen Stellungen.«

»Wem gehören die Bilder?«

Schneffke machte ein sehr erstauntes Gesicht und antwortete:

»Wem? Ueberflüssige Frage! Dem Kolibri natürlich!«

»Wer ist denn das?«

»Ah, richtig! Sie sind hier fremd; Sie können das nicht wissen; Sie haben von ihm wohl noch nichts gehört! Ich habe nämlich einen Bekannten, eine Art Kunstmäcen; er ist ein geradezu unbegreiflicher Kerl. Ich kenne ihn bereits seit Jahren, aber ich weiß noch immer nicht, ob er arm ist oder reich, verrückt, oder bei Sinnen, ein Dummkopf oder ein gescheidter Kerl, ein Kunstkrösus oder ein armseliger Knicker.«

»Das muß ein interessanter Mensch sein!«

»Ja. Er wohnt auf dieser Straße vier Treppen hoch in einem Hinterhause, heißt Untersberg und hat die ganze Etage inne. Ich bin bereits viele hundert Male bei ihm gewesen, habe aber nur drei Zimmer betreten können. Das


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eine steckt voller alter Bücher, und die beiden anderen sind berühmt wegen der Menge Bilder, welche an den Wänden hängen; aber es sind lauter Kolibris. Darum sein Spitzname. Sobald nämlich ein Anfänger der edlen Farbenkunst auftaucht, taucht auch der Gedanke bei ihm auf, um sich einen Kolibri malen zu lassen.«

»Possirlich! Zu welchem Zwecke?«

»Das weiß ich leider nicht. Uebrigens ist er im höchsten Grade menschenscheu. Ich bin der Einzige, der offene Thüre bei ihm hat. Ich weiß wirklich nicht, welchen Narren er an mir frißt!«

»Doch vielleicht Sie selbst!«

»Danke bestens! Uebrigens hat er mich während meiner Abwesenheit sehr vermißt. Als ich nach Hause kam, fand ich von ihm die Botschaft vor, ihn sofort zu besuchen. Ich ging. Er lag bereits im Bette. Ich mußte mir diese Bilder mitnehmen, um sie zu reinigen. Er gab mir fünf Thaler und eine Flasche Wein. Das Geld steckte ich natürlich ein, und den Wein habe ich auch bereits gekostet. Wo steht denn die Flasche? Dunkler portugiesischer Tintio! Prachtvoll! Feurig und durchdringend wie glühendes Eisen. Ah, dort steht die Bulle. Sie müssen ihn kosten.«

Er langte unter den Tisch und zog eine Flasche hervor.

»Gläser habe ich leider nicht,« fuhr er fort, »aber eine Obertasse. Es ist die einzige, welche mir die eheliche Treue bewahrt hat. Doch, für zwei Künstler reicht sie aus. Prosit!«

Er goß die Tasse voll und setzte an, um dem Collegen zuzutrinken. Er nahm einen tüchtigen Schluck; kaum aber war dieser hinab, so zog er ein Gesicht, als ob er die Hölle verschlungen hätte.

»Pfui Teufel!« rief er. »Der schmeckt schlecht! Ich glaube, er verdirbt schnell. Die Flasche muß rasch geleert werden, wenn sie einmal angerissen ist. Hier, versuchen Sie es!«

Er hielt Hallern die Tasse hin. Dieser warf einen vorsichtigen Blick in dieselbe und fragte:

»Was ist denn das, College?«

»Portugiesischer Tintio! Ich sagte es bereits!«

»Hm! Den Tintio kenne ich; ich habe ihn oft getrunken; er verdirbt nicht so leicht. Das, was Sie hier in der Tasse haben, muß etwas ganz Anderes sein!«

»Was soll es denn sein? Tintio ist es. Hier die Etiquette an der Flasche wird Ihnen beweisen, daß -«

Erhielt mitten im Satze inne. Er hatte die Flasche empor gehalten, damit Haller den Namen des Weines lesen solle. Auf der Flasche aber stand: Feinste tief schwarze Kanzleitinte.

»Heiliges Pech!« rief er nach einer Pause sprachlosen Entsetzens. »Da habe ich ja wirklich und wörtlich Tinte gesoffen! Das ist so klar wie Pudding! Drum also zog es mir den Schlund zusammen wie einen alten Tabaksbeutel! Na, Magen, ich gratulire Dir!«

»Prosit Appetit!« lachte Haller.

»Ja, lachen Sie nur!« zankte der Dicke. »Aber ich weiß ganz genau, daß ich die Weinflasche unter den Tisch gestellt habe. Ich glaube gar, meine Wirthin hat sich den Spaß gemacht, sie umzutauschen! Na, da soll sie der Kukuk reiten!«

»Was guckt denn dort aus dem Muff hervor?« fragte Haller, indem er in das Bett deutete, unter dessen halb zurück geschlagener Decke der erwähnte Gegenstand zu erkennen war.

»Aus dem Muff? Den habe ich mir von meiner Wirthin geborgt; ich hatte ein Bisamthier zu malen und wollte die Farbe des Felles studiren. Sapperlot! Ja, in diesem Muffe steckt die Flasche! Da hat also der portugiesische Tintio in seinem Pelzfutteral die ganze Nacht mit mir im Bette gelegen! Na, das schadet nichts! Getrunken wird er doch!«

»Danke, Herr College! Trinken Sie Ihren Schlafkameraden selbst! Ich trinke nur frisch aus dem Keller, nicht aber frisch aus dem Bette!«

»Schön! Ist mir desto lieber! Da komme ich um nichts!«

Er zog die Flasche aus dem Muffe hervor, öffnete sie und that einen kräftigen Zug.

»Oh!« rief er dann. »Zwischen Tintio und Tinte ist denn doch ein großer Unterschied. Ich wollte, ich könnte es Ihnen beweisen!«

»Ich verbitte mir diesen Beweis! Uebrigens sind wir von unserem interessanten Thema abgekommen, nämlich vom Kolibri.«

»Richtig! Also gestern habe ich mir diese Bilder, diese Trochilusabbildungen mitnehmen müssen, weil - hm, Herr College, sind Sie Ornithologe, Vogelkenner?«

»Ein Wenig.«

»Kennen Sie die lateinischen Namen der Vögel? Heißt Kolibri nicht Trochilus?«

»Ja.«

»Nun also, der Alte lag im Bette und sagte mir, ich solle mir die sechs eingerahmten Trochilus minimus mitnehmen. Oder sagte er Trochili minimus oder Trochilus minimi? Ich weiß es nicht, ich habe von der Wand genommen, was mir in die Hände kam. Sind es die richtigen?«

»Nein. Was ich da sehe, ist der Kragenkolibri, der Trochilus selasphorus

»So, so! Na, schadet nichts! Wird auch abgewaschen! Also ich erzählte Ihnen bereits, daß der Alte, den wir Kolibri nennen, mir ein Räthsel ist. Warum er es einzig auf Kolibris abgesehen hat, kann ich mir nicht erklären!«

»Haben Sie ihn nicht gefragt?«

»Ein einziges Mal, aber ich habe es nicht wieder gethan. Er wurde toll; er schäumte fast vor Wuth. Er warf mich hinaus wie Pudding, und ich durfte mich lange Zeit nicht wieder sehen lassen. Jetzt aber sind wir ausgesöhnt; er scheint es vollständig vergessen zuhaben. Außer dieser Marotte hat er noch zwei. Er zeichnet nämlich Köpfe.«

»Das nennen Sie eine Marotte?«

»Ja, wie er es thut, ist es eine, vielleicht gar eine Monomanie. Er ist nämlich kein Zeichner; er hat nicht das mindeste Geschick, den Stift oder die Kreide zu führen, und dennoch zeichnet er ohne Unterlaß.«

»Zu welchem Zwecke denn?«

»Das will er jedenfalls nicht wissen lassen; aber er hat es mir einmal doch selbst verrathen. Während er nämlich zeichnet, spricht er mit sich selbst. Einst war ich


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bei ihm, um in den alten Büchern herumzustöbern. Er zeichnete und schien dabei vergessen zu haben, daß ich anwesend war. Ich belauschte sein Selbstgespräch. Er hat einen Sohn, der ihm abhanden gekommen ist, oder der ihn verlassen hat. Nun will er einen Aufruf erlassen, um ihn wiederzufinden, und diesem Aufrufe soll das Portrait des Verschollenen beigefügt werden.«

»Er selbst will dieses Portrait fertig bringen?«

»Ja. Er zeichnet einen Kopf nach dem anderen, bis er einen fertig bringt, der dem Sohne ähnlich ist.«

»Diese Mühe wird vergeblich sein, wenn er nicht selbst ein Künstler ist.«

»Natürlich! Ich halte es für Monomanie, für Verrücktheit. Und die dritte Marotte, welche er hat, ist ebenso eigenthümlich. Er sucht nämlich ohne Unterlaß in seinen Büchern nach einer Schrift, welche er in einem Buche aufbewahrt haben will. Ich habe Tage lang mit ihm in den alten Bänden herumgeblättert, aber nichts gefunden.«

»Was für eine Schrift ist es?«

»Er nennt es ein document du divorce, also ein Ehescheidungs-Document.«

»Was? Sie sprechen französisch?«

»Sogar ziemlich gut, wie ich Ihnen bald beweisen könnte. Aber da stehe ich und faullenze, während der Alte die Bilder bereits am Mittage wieder haben will. Sie erlauben, daß ich weiter wasche, während wir uns unterhalten.«

Er setzte sich wieder auf die Diele nieder, spreizte die Beine auseinander und begann von Neuem, mit dem Schwamme zu kandieren.

»Hier, dieser Kragenkolibri ist verteufelt schmutzig geworden,« sagte er. »Ich reibe beinahe die Farbe ab, und - ah, was ist das? Die Leinwand ist ja doppelt! Und dazwischen scheint Etwas zu stecken!«

Er untersuchte das Bild und sagte dann:

»Es ist wirklich so. Doppelte Leinwand. Sollte -? Hm! Ich werde diesen schmutzigen Kragenkolibri einmal aus dem Rahmen nehmen.«

Er bog die an der hinteren Seite des Bildes angebrachten Stifte zurück und nahm das Bild aus dem Rahmen. Beide, er sowohl, wie auch Haller, stießen einen Ruf der Ueberraschung aus. Der Rahmen enthielt zwei Bilder. Unter dem Kolibri steckte ein zweites Gemälde, und zwischen beiden hatten sich einige Papiere befunden. Der Dicke warf den Kolibri bei Seite und hielt das andere Bild gegen das Licht.

»Ein Portrait,« sagte er. »Das Portrait einer Dame, jedenfalls einer jungen Frau!«

Haller war hinzugetreten und betrachtete den feinen Kopf mit den wunderlieblichen Gesichtszügen.

»Ein Meisterstück,« bemerkte er.

»Ja, ein Meisterstück des Malers, aber auch ein Meisterstück der Schöpfung! Das Original muß geradezu bezaubernd gewesen sein. Nicht?«

»Gewiß! Aber geradezu auffallend ist diese Aehnlichkeit!«

»Eine Aehnlichkeit? Mit wem?«

»Mit der - ja, richtig; es ist kein Irrthum möglich; mit der Gesellschafterin, die ich kenne.«

»Von der Sie geträumt haben?«

»Ja, Fräulein Madelon.«

»So! Hm! Madelon heißt sie also? Sie Glücklicher! Sie wissen den Namen! Von meiner Gouvernante weiß ich kein Sterbenswörtchen. Aber ich muß erfahren, wer sie ist, und sollte ich Stralsund vom Himmel herunterreißen wie einen Pudding vom Präsentirteller!«

»Und was sind das hier für Papiere, welche zwischen den Bildern gesteckt haben?«

»Wollen sehen!«

Er schlug die zusammengefalteten Blätter auseinander und begann den Inhalt zu mustern.

»Französisch!« sagte er. »Zwei Briefe und ein Document.«

»Wirklich? Sollte es vielleicht gar das viel gesuchte document du divorce sein?«

Schneffke las es durch und sagte dann:

»Wirklich! In diesen Zeilen willigt eine Baronin Amély de Bas-Montagne in aller Form in die Scheidung von ihrem Manne. Es ist das Gesuchte.«

»Und die Briefe?«

»Ich werde sie einmal vorlesen.«

Er las die in französischer Sprache abgefaßten Zeilen laut vor. Deutsch würden sie gelautet haben:

        »Mein bester, mein theuerster Guston!
»Wenn Du von der Reise zurückkehrst, findest Du wohl diesen Brief, nicht aber Deine Amély, Deinen süßen Kolibri, vor. Mein Herz bricht, indem ich dieses schreibe; aber ich kann, ich darf nicht anders. Du hast mich geliebt, und ich fand den Himmel in Deinen Armen. Deine Liebe zu mir hat Dich von dem Vater getrennt, welcher unserer Verbindung fluchte. Du hast mir Alles, Alles geopfert, mir, dem armen, fremden, bürgerlichen Mädchen. Jetzt ist die Leidenschaft verschwunden, und Du beginnst zu denken und zu rechnen. Ich beobachte Dich im Stillen und sehe, daß ich Dir nicht mehr Alles bin.
   »Gott ist mein Zeuge, daß mein Leben nur Dir allein gehört! Indem ich von Dir scheide, gebe ich mir den Tod, denn ich kann ohne Dir nicht sein. Aber ich gebe Dich frei; ich gebe Dich Deinem Stande, Deinem Berufe, Deiner Ehre und Deinem Vater zurück. Ich lege meine, von dem Notar contrasignirte Einwilligung zur Scheidung bei.
   »Meine Hand zittert, mein Herze bebt und meine Augen stehen voller Thränen. Ich nehme nichts, gar nichts mit, als meine Kinder, meine süße Nanon und meine herzige Madelon. Du hast sie mir geschenkt, und sie sind mein Eigenthum. Forsche nicht nach uns, denn Du würdest uns doch nicht finden.
   »Dein Kolibri entweicht. Sein Gefieder wird den Glanz verlieren, und sein Flug wird sich bald zum Grabe senken. Aber noch im Sterben werde ich dem heißen Wunsche meinen letzten Athem widmen: Sei glücklich, glücklich, glücklich.
      Dein Weib, Deine Amély, Dein armer, unschuldiger Kolibri.«

Es war gar nicht zu beschreiben, welchen Eindruck dieser Brief auf Haller machte. Seine Augen waren weit geöffnet, als wollte er den Vorleser mit ihren Blicken verschlingen.


// 1033 //

»Das steht da, wirklich da?« fragte er.

»Natürlich!«

»Die Schreiberin heißt wirklich Amély?«

»Hm! Warum sollte Sie einen anderen Namen nennen? Ich kann natürlich nicht garantiren, ob sie einen Pseudonym gewählt hat oder nicht.«

»Und der, an den sie schreibt, also ihr Mann, heißt Guston?«

»Ja. So wenigstens steht es hier.«

»Zeigen Sie her! Ich muß völlige Gewißheit haben!«

Er riß dem Dicken den Brief aus der Hand, um ihn selbst zu lesen. Als er zu Ende war, rief er:

»Seltsam, seltsam! Ja, geradezu wunderbar!«

»Was denn?« fragte Schneffke, indem er verwundert zu ihm aufblickte.

»Diese Namen! Der Kosename Kolibri!«

»Ich will doch nicht befürchten, daß auch Sie in diese verteufelte Kolibrimanie verfallen!«

»Nein. Ganz gewiß nicht.«

»Na, es will mir aber ganz so vorkommen. Was haben denn gerade Sie mit diesem Guston, dieser Amély und dem Kosenamen, wie Sie es nennen, zu thun?«

»Das werde ich Ihnen schon noch mittheilen. Jetzt aber bitte ich, auch den zweiten Brief zu lesen.«

»Hm! Jetzt eben fällt mir ein: Sind wir nicht im Begriff, eine ganz unverzeihliche Indiscretion zu begehen?«

»Ach was Indiscretion! Wo es sich um so viel handelt, giebt es keine Rücksicht!«

»So? Und um was handelt es sich denn?«

»Um - nun, um Etwas, wofür sich meine Gesellschafterin im höchsten Grade interessiren wird.«

»Träumen Sie etwa fort? Ihre Gesellschafterin mag sich für Sie interessiren! Alles Andere ist überflüssig. Ich habe zwar vorhin Tinte gesoffen, aber von einem Kolibri lasse ich mich trotzdem nicht aus der Fassung bringen.«

»Ich habe meine Fassung vollständig; aber Sie werden sie mir rauben, wenn Sie sich noch länger weigern, auch den anderen Brief zu lesen!«

Der Dicke warf einen besorgten Blick auf den Collegen, schüttelte den Kopf und sagte dann:

»Eigentlich sollte ich es wohl nicht thun, aber wir sind ja Kameraden und Leidensgefährten. Wir haben in Tharandt's heiligen Hallen mitsammen die berühmte Rutschparthie unternommen, so wollen wir auch hier Hand in Hand gehen. Also hören Sie!«

Er las folgende Zeilen vor:

          »Dem Herrn Baron de Bas-Montagne.
     »Herr Baron.
»Ihr Unterhändler ist bei mir gewesen. Sie sind ein harter, ein grausamer Mann. Ihre Forderungen zerreißen mir das Leben. Aber ich bin ein Weib; ich habe ein Herz; ich habe zwei Kinder. Ich fühle, was es heißen mag, ein Kind verlieren,
einen Sohn aufgeben zu müssen. Es war nie meine Absicht, Ihnen Guston's Herz zu rauben; Sie haben es von sich gestoßen. Aber Sie haben ein älteres, vielleicht auch ein heiligeres Recht an Ihren Sohn. Ich trete zurück. Ich willige in die Scheidung unserer Ehe, obgleich ich weiß, daß ich damit mein Todesurtheil unterzeichne.
     Gott allein mag Richter sein zwischen Ihnen und
          Amély de Bas-Montagne, geb. Rénard.«

Auch diesen Brief nahm Haller dem Leser aus der Hand, um die Zeilen mit eigenen Augen zu überfliegen.

»Es ist so; es ist richtig; ich kann mich kaum irren!« sagte er dann, indem er eifrig vor sich hin nickte.

»Was ist denn richtig?« fragte der Dicke. »Ihr Kopf etwa? Daran zweifle ich gegenwärtig sehr.«

»Ich kann Ihnen nicht Alles sagen; ich weiß nicht, ob ich überhaupt zu Ihnen oder einem Anderen davon sprechen darf. Aber eine Andeutung will ich Ihnen geben. Nämlich die Gesellschafterin, von der ich sprach -«

»Nein, von der Sie träumten!« fiel Hieronymus ein.

»Meinetwegen! Dieses Mädchen nämlich ist eins von den beiden Kindern, von denen hier die Rede ist.«

»Sapperment! Ist es die süße Nanon oder die herzige Madelon, verehrtester Herr College?«

»Die Madelon.«

»Also nicht süß, sondern herzig! Himmelsakkerment, und von meiner Gouvernante weiß ich nicht einmal, ob sie sauer oder bitter ist! Na, vielleicht erfahre ich es noch! Aber wie kommt denn diese herzige Gesellschafterin hier in den Rahmen?«

»Vielleicht erkläre ich Ihnen das einmal. Jetzt habe ich keine Zeit. Jetzt sind nämlich die Augenblicke gezählt. Madelon wird in einigen Stunden, vielleicht gar bereits in einigen Minuten verreisen!«

»Wohin denn?«

»Nach Frankreich.«

»Futsch also; die herzige Madelon geht futsch! Kommt sie denn nicht wieder?«

»Auf alle Fälle.«

»Nun, so ist sie ja gar nicht verloren, und wir haben also Zeit. Weiß Gott, diese Madelon hat es Ihnen gewaltig angethan. Sie sind verliebt bis über die Ohren! Sie stecken in der Liebe, wie die Fliege im Quark! Arbeiten Sie sich wieder heraus, College! Die Liebe bringt den stärksten Menschen um, und Sie sind noch nicht einmal der stärkste!«

»Larifari! Fällt Ihnen denn bei der Ueberschrift des letzten Briefes gar nichts auf?«

»An der Interpunction oder der Orthographie?«

»Unsinn! Lassen Sie Ihre unzeitigen Witze! Wie heißt Ihr Sonderling, dem diese Bilder gehören?«

»Herr Untersberg.«

»Und wie heißt der Baron, an welchen dieser Brief gerichtet ist?«

»Monsieur de Bas-Montagne.«

»Uebersetzen Sie den Namen in das Deutsche.«

»Hm! Niederberg oder Unter - - alle Teufel, Untersberg! Das ist ja höchst auffällig! Das stimmt ja ganz und gar! Fast möchte man annehmen, daß dieser Untersberg mit diesem französischen Barone identisch sei!«

»Natürlich nehme ich das an!«

»So wäre er ja der Schwiegervater des Kolibri?«

»Ja.«

»Und der Großvater Ihrer Gesellschafterin?«

»Auch das meine ich!«

»Donnerwetter! Und von meiner Gouvernante kenne ich weder den Groß- noch den Schwiegervater! Das nenne ich Pech! Aber ich werde mir Klarheit verschaffen! Ich laufe so lange in der Welt umher, bis ich auf die


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Gouvernante stoße, und da soll sie mir beichten, Alles, Alles. Sie muß sich legitimiren; sie muß mir Alles zeigen, das Dienstbuch, den Meldeschein, das Geburts- und das Taufzeugniß; sogar den Impfschein will ich sehen! Der Hieronymus Aurelius Schneffke läßt sich die Maus, wenn sie nochmals in die Falle gerathen sollte, sicherlich nicht wieder entgehen!«

»Lieber riskiren Sie abermals eine Rutschparthie oder einen Salto mortale vom Pferde herab; nicht wahr?«

»Ja. Alles riskire ich; aber heirathen will ich sie. Das ist so gewiß und fest wie Pudding!«

»Schön! Meinen Segen und meine Hilfe sollen Sie dabei haben; nun aber hoffe ich, daß ich jetzt auch auf Ihre Unterstützung rechnen darf!«

»Herzlich gern! Einen Collegen, der sich in Noth befindet, unterstütze ich gern! Wie viel wollen Sie gepumpt haben?«

Er griff in die Tasche und zog den Beutel hervor.

»Lassen Sie die schlechten Witze. Ich bin sehr ernsthaft gestimmt. Beantworten Sie mir lieber meine Fragen!«

Hieronymus steckte den Beutel wieder ein und sagte:

»Schön! Das ist ganz nach meinem Geschmacke. Antworten gebe ich immer noch lieber als Geld. Also fragen Sie!«

»Hat Ihr Bekannter, der sich also Untersberg nennt, das Aeußere und das Benehmen eines Aristokraten?«

»Er hat das Benehmen eines Barones, der alle zwei Jahre drei lichte Augenblicke hat, oder das Betragen eines Verrückten, der alle zwei Jahre dreimal Baron ist.«

»Besitzt er Vermögen?«

»Wahrscheinlich ist er wohlhabender als ich.«

»Spricht er besser französisch als deutsch?«

»Er brummt Beides gleich gut.«

»Wie alt ist er?«

»Einige sechzig Jahre, wie ich ihn schätze.«

»Ich muß ihn sehen; ich muß mit ihm sprechen! Können Sie mich ihm vorstellen?«

»Ja; aber er wird Sie hinauswerfen!«

»Das sollte ihm schwer werden!«

»Ah pah! Er hat einen Hund, eine riesige Dogge, mit der Sie es gewiß nicht aufnehmen.«

»Er wird doch nicht den Hund auf mich hetzen!«

»Er wird dies ganz sicher thun, falls Sie sich nicht sofort entfernen, wenn er Sie nicht bei sich sehen will.«

»Es muß dennoch versucht werden.«

»Meinetwegen! Ich werde mit ihm sprechen und Sie dann benachrichtigen, wenn Sie mitkommen dürfen.«

»Meinen Sie? Wirklich? Ihn erst sprechen? Mich dann benachrichtigen? Denken Sie denn, daß ich so viel Zeit übrig habe? Habe ich Ihnen nicht gesagt, daß die Gesellschafterin in kürzester Zeit abreisen wird? Bis dahin muß ich mit dem Verrückten gesprochen haben!«

»Wo denken Sie hin! Das ist unmöglich!«

»Es ist sehr möglich. Sie brauchen mich nur als Maler vorzustellen!«

»Ich habe jetzt nichts bei ihm zu suchen!«

»Sie haben ja seine Gemälde hier.«

»Die müssen erst gereinigt werden.«

»Gut; ich helfe Ihnen, sie zu reinigen! Vorwärts!«

Er griff zu dem Schwamme und machte sich sehr eifrig über die Bilder her; aber die Sache war ganz und gar nicht nach dem Geschmacke des Dicken. Dieser kratzte sich sehr nachdrücklich hinter den Ohren und sagte:

»Bei dieser Geschichte werde ich abermals sein Wohlwollen verlieren. Ich werde ihm nie wieder die Bude betreten dürfen.«

»Das thut nichts. Ich entschädige Sie!«

»Sapperment! Ist Ihre Kasse denn gar so voll und groß?«

»Für Sie reicht es zu. Kommen Sie! Arbeiten wir!«

»Na denn meinetwegen. So will ich in des Himmels Namen mit beiden Beinen in's Verderben springen. Trage ich meine Haut zu Markte, so wird's Ihrem Felle nicht viel besser ergehen.«

Die Beiden wischten und polirten, putzten und pinselten jetzt an den Bildern herum, als ob jede Minute eine Million werth sei. In kurzer Zeit waren sie fertig.

»Also vorwärts jetzt!« sagte Haller. »Ist's weit?«

»Ein Stück die Straße hin, in Nummer sechszehn, Hinterhaus vier Treppen.«

»Geben Sie das Frauenportrait und die Briefe her.«

Er wollte bereits zulangen, aber der Dicke klopfte ihm auf die Hand und sagte:

»Oho! Langsam. Diese Gegenstände gehören zunächst mir.

Der Alte ist nicht immer zurechnungsfähig. Man darf nicht zu jeder Zeit und über Alles mit ihm sprechen. Ich muß erst sehen, ob er heute in der Stimmung ist, meine Mittheilung ohne Schaden entgegen zu nehmen!«

»Er wird aber doch das Portrait und die Briefe sehen!«

»Nein. Ich werde das Doppelbild gerade so wieder herstellen, wie es vorher war.«

»Das ist unnöthig, da ich mit ihm gerade über das Bild zu sprechen habe!«

»Das werden Sie bleiben lassen, Verehrtester. Ein geistig Kranker muß mit größter Vorsicht behandelt werden. Ich sehne mich nicht nach einer Wiederholung dessen, was ich damals erlebte, als ich zudringlich war. Ich will Ihnen zwar den Willen thun und Sie zu ihm führen; das Weitere aber haben Sie mir zu überlassen.«


Ende der fünfundsechzigsten Lieferung - Fortsetzung folgt.



Karl May: Die Liebe des Ulanen

Karl May - Leben und Werk