Lieferung 68

Deutscher Wanderer

3. Januar 1885

Die Liebe des Ulanen.

Original-Roman aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges von Karl May.


// 1073 //

Der Rittmeister fuhr sich mit beiden Händen in den Schnurrbart, drehte die Spitzen weit hinaus und fragte:

»Was? Er selbst sollte geplaudert haben?«

»Er selbst!«

»So hat er Dich zum Narren gehabt!«

»Mich? Der Richardt? Sicherlich nicht! So Etwas hat er nie gethan!«

»Und er soll gesagt haben, daß er eine Liebste hat?«

»Wenigstens so ähnlich.«

»Was soll ich darunter verstehen? Was ist denn einer Liebsten so ähnlich, he, Nesthäkchen?«

»Nun schau, Großpapa; man kann nämlich eine Geliebte haben und doch keine Liebste.«

»Gehe mir mit solchen Spitzfindigkeiten! Welche Unterscheidungsmerkmale willst denn Du da hervorsuchen, Weisheit?«

»Wenn Einer ein Mädchen liebt, so ist sie seine Geliebte.«

»Natürlich!«

»Aber noch lange nicht seine Liebste!«

»Warum nicht?«

»Eine Liebste ist nur Die, die ihn wieder liebt.«

»Mädel, hast Du etwa die Physiologie der Liebe studirt?«

»Ja.«

»Etwa an Dir selber?«

»Noch nicht, Großpapa, aber an Andern.«

»Zum Beispiele?«

»Hier an unserer Madelon.«

»Aha! Hat sie einen Geliebten oder einen Liebsten?«

»Das muß ich erst noch weiter beobachten.«

»So so! Wer ist denn der Kerl?«

»Der Maler Haller.«

»Alle Wetter! Der soeben hier war?«

»Ja.«

»Emma!« bat Madelon, welche ganz roth geworden war.

»Ja, Großpapa, es ist dennoch wahr. Du hättest sie sehen sollen, als ich ihn einen gefährlichen Menschen nannte!«

»Da sprang sie wohl für ihn ein?«

»Sehr! Aber, um wieder auf Richardt zu kommen, so hat er mir einmal Etwas erzählt, worüber ich allerdings das tiefste Stillschweigen beobachten sollte.«

»Du hast ihm auch Verschwiegenheit versprochen?«

»Ja, wie das Grab!«

»So schweige, Mädchen!«

»O, jetzt liegen die Verhältnisse so, daß ich doch reden möchte.«

»So sage mir vorher, ob Du nicht bereits geplaudert hast!«

»Nur der Tante habe ich es erzählt.«

»Da hat man's! Verschwiegenheit wie das Grab, und der Tante schwatzt sie es vor! Weißt Du denn nicht, daß man gerade den Tanten nichts sagen darf?«

»O, sie hatte so große Freude darüber!«

»Natürlich! Welches Weibsbild würde sich nicht freuen, Etwas zu hören, was Geheimniß bleiben soll!«

»Sie hat sich sogar mit mir die betreffende Gegend angesehen.«

»Nun werde mir Einer klug, was das Mädchen meint! Grab, Verschwiegenheit, Liebster, Richardt, Tante, Gegend! Wer soll sich daraus einen Vers machen?«

»Du, alter Blücher! Ich meine nämlich die Gegend, in welcher Richardt sich verliebt hat.«


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»Ach so! Sakkerment, er hat sich also wirklich verliebt?«

»Wirklich!«

»Na, für so gescheidt hätte ich ihn nicht gehalten. Die Liebe ist nämlich der Senf für die Pfeffergurke des Lebens. Der Eine ist ohne das Andere nicht zu verdauen. Und davon hat er zu Dir gesprochen? Das hat er Dir erzählt? Ich glaube nicht daran!«

»Es ist wahr, Großpapa!« betheuerte sie ernsthaft.

Der sonst so stille und wortkarge Mann hatte heute seinen guten Tag. Er war ungewöhnlich gesprächig geworden und zeigte eine Laune, wie sie bei ihm seit Margots Tode und dem Verluste seines Sohnes höchst selten war.

»So flunkerst Du also wirklich nicht?« fragte er.

»Nicht im Geringsten!«

»Das freut mich! Das läßt mich doch noch frohes Leben erhoffen. Komm her, Emma! Dafür sollst Du einen Kuß bekommen!«

Er drückte sie herzlich an sich und küßte sie auf den Mund. Es war eine wirklich schöne Gruppe, dieser ehrwürdige, trotz seines Alters noch immer rüstige Greis und dieses blühende, lebensvolle Mädchen!

»Soll ich Dir auch davon erzählen?« fragte sie.

»Ich denke, Du sollst schweigen!«

»Ich sagte ja bereits, daß ich es für nöthig halte, Dir eine Andeutung zu geben. Fangen wir also bei der Gegend an!«

»Ja, bei der Gegend! Wo war es?«

»Auf der Straße von Dresden nach Blasewitz.«

»Sakkerment! Damals also ist es gewesen? Und auf offener Straße hat er sich verliebt?«

»Du nicht auch?«

»Hm! Ja! Daran habe ich nicht gedacht! Ich begegnete meiner guten Margot auch zuerst auf der Straße, damals, als ich sie gegen die Russen in Schutz nahm und dann nach Hause geleitete. Also, wie ist's gewesen?«

»Er ist mit mehreren Officieren spazieren geritten, und sie ist ihm entgegen gefahren gekommen. Sie sind rasch, wie der Wind, an einander vorüber; aber er hat sie doch sogleich lieb gewonnen.

»O weh, Kind! Rasch wie der Wind - sogleich lieb gewonnen - da wird aus der ganzen Geschichte wieder Wind!«

»Da kennst Du Richardt schlecht!«

»Aber, lieb gewinnen kann man doch nur eine Person, mit der man spricht, die man genau sieht!«

»Nicht immer. Die Liebe soll ein wunderbares Wesen sein!«

»Ein unbegreifliches Ding ist sie; das ist wahr. Nun aber, ist sie denn gar so schön gewesen?«

»Außerordentlich!«

»Hat er sie denn gesehen und gesprochen?«

»Nein.«

»Und hat dennoch am Angelhaken gehangen?«

»Fest, sehr fest!«

»So ist er ein Thor, ein Phantast, ein Schwärmer, den ich bedauern möchte!«

Da schlug Emma ein fröhliches Gelächter auf und rief:

»Richardt und ein Phantast und Schwärmer! Er ist nichts weniger als gerade das! Er hat nicht dafür gekonnt, aber er hat doch immer an diese Begegnung, an dieses Gesicht, an dieses Mädchen denken müssen!«

»Was nützt ihm das? Wiedersehen muß er sie!«

»Das ist dann später auch geschehen.«

»Gott sei Dank! Jetzt endlich finden wir Grund und Boden! Aber er ist ja gar nicht wieder in Dresden gewesen!«

»Das ist gar nicht nöthig. Die Liebe hat ihre eigenen Wege. In seinem ersten Briefe von Ortry aus schreibt er mir, daß er die heimlich und still Geliebte dort getroffen hat.«

»In Ortry! O weh! Sollte sie dort wohnen?«

»Vielleicht!«

»Etwa gar zur Familie des alten Capitäns oder der Sainte-Maries gehören?«

»Hm!«

»Eine solche Dummheit traue ich dem Richardt doch nicht zu! Das giebt mir zu denken! Das macht mir Sorge!«

»Siehst Du! Dachte ich es doch! Deshalb erzählte ich es ja!«

»Was! Um mir Sorge zu bereiten?«

»Ja!«

»Unhold, der Du bist!«

»Nun wirst Du mich wohl reisen lassen!«

»Wieso?«

»Ich muß sehen, wer die Dame ist. Ich muß mich des Bruders annehmen. Ich muß sie kennen lernen!«

»Du? Zu was soll das helfen? Glaubst Du etwa, ein Unheil, welches daraus zu entstehen droht, abwenden zu können?«

»Ja, viel eher und leichter als ein Mann. Glaube mir, in so zarten Angelegenheiten sieht ein Frauenauge schärfer als ein anderes, und ein mildes Frauenwort hat mehr Ein- und Nachdruck als das kräftigste Wort aus Mannesmund.«

»Schau! Du sprichst da wie ein Buch!«

»Und Du giebst mir Recht?«

»Hm! Mit Dir Schmeichelkatze ist eben nichts anzufangen. Und wenn ich es mir recht überlege, so hat ein sanftes Wort meiner guten Margot allerdings mehr über mich vermocht als alles Andere.«

»Ich darf also reisen, Großpapa?«

»Bist Du denn wirklich gar so sehr darauf versessen?«

»Ganz und gar!«

»Hm!«

Er brummte noch Einiges vor sich hin, was die beiden Mädchen nicht verstehen konnten, und begann dann seine Promenade durch das Zimmer von Neuem. Das dauerte eine ziemliche Weile; dann drehte er sich scharf auf dem Absatze herum, so recht nach alt gewohnter Husarenweise, und sagte:

»Gut! Du sollst gehen!«

Da flog sie ihm jubelnd an den Hals und küßte ihn viele, viele Male und streichelte ihm die Wangen.

»Na gut! Schon gut!« schmunzelte er. »Du erdrückst mich ja und beißest mir den Schnurrwichs weg! Du hast wirklich ein Stück von meiner seligen Margot. Gerade so machte die es auch, wenn sie mich einmal herumgekriegt hatte!«


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Es war rührend, wie der alte Veteran bei jeder Gelegenheit an Diejenige dachte, welche das Licht und die Sonne seines Lebens gewesen war!

»Aber klug mußt Du sein!« fügte er hinzu.

»O, Du habe nur keine Angst!«

»Willst Du nur nach Diedenhofen oder vielleicht gar nach Ortry?«

»Das muß sich zeigen, Großpapa. Ich werde thun, was ich für nothwendig halte.«

»So nimm Dich um Gotteswillen in Acht! In Ortry darf kein Mensch ahnen, daß Du eine Königsau bist!«

»Ich weiß das ganz genau!«

»Und den Richardt darfst Du nicht in Verlegenheit bringen. Eine Erkennungsscene könnte Alles verrathen, Euch Beide in die größte Gefahr bringen und sein ganzes Werk zu nichte machen. Darum sei vorsichtig!«

»Keine Sorge! Aber das Reisegeld, Großpapa?«

»Ja, wenn fährst Du denn?«

»Um ein Uhr geht der Zug, den Madelon benutzen muß.«

»Und da willst Du mit?«

»Freilich!«

»Schon! Das geht ja riesig schnell.«

»Weißt Du nicht, daß wir seit der neuen Heeresverfassung in unserem Mobilisationsplan unübertrefflich sind?«

»Hexe! Na, mir soll es recht sein. Auf diese Weise haben wir nicht mehrere Tage lang den gewöhnlichen Skandal, den bei Euch das Einpacken verursacht.«

»O, ich bin augenblicklich fertig! Den Koffer her, einige Kleider und Weißzeuge hinein, in die Droschke und dann fort!«

»Gut so! Pasta! Abgemacht, sagte Blücher!«

Jetzt ging es sofort an's Einpacken, und auch Madelon eilte fort, um ihre Vorbereitungen noch zu vollenden. Kurz vor Abgang des Zuges trafen sie auf dem Bahnhofe zusammen. Sie freuten sich königlich, mit einander reisen zu können.

»Nehmen wir Damencoupee?« fragte Madelon.

»Nein, sondern nur Coupee für Nichtraucher. Bei so weiten Reisen ist es oft angenehm, sich das Rathes und der Hilfe eines erfahrenen Passagieres bedienen zu können.«

Das Gepäck wurde aufgegeben; die Billets waren gelöst. Der alte Rittmeister, welcher seine Enkelin nach dem Bahnhofe begleitet hatte, brachte Beide in das Coupee. Es klingelte bereits zum zweiten Male, so wurde die schon geschlossene Thür abermals geöffnet, und man hörte die Stimme des Schaffners:

»Coupee für Nichtraucher. Hier herein!«

Der, welcher einstieg, war sehr kurz und sehr dick. Er trug einen feinen, hechtgrauen Reiseanzug und einen neuen riesigen Calabreser. Auf der Nase hatte er einen goldenen Klemmer und in der Hand eine ziemlich umfangreiche Mappe.

»Ihr Diener, meine Damen!« grüßte er. »Bitte, nicht zusammenrücken. Ich brauche wenig Platz.«

Emma ließ ein leises aber bezeichnendes Räuspern hören, wodurch Madelon aufmerksam gemacht wurde.

»Kennen Sie ihn?« flüsterte die Letztere unter ihrem dichten Schleier hervor.

»O, nur zu gut.«

»Wer ist er?«

»Herr Hieronymus Aurelius Schneffke.«

»Mein Gott.«

»Ich befürchte sehr, daß der Waggon zusammenbrechen wird, nur um dem Pechvogel Gelegenheit zu geben, mir parterre zum vierten Male seine Huldigung zu erweisen!«

»Verlassen wir doch das Coupee!«

»Nicht doch. Versuchen wir es eine Weile! Er ist zu drollig. Vielleicht fährt er nicht sehr weit mit.«

Der Dicke hatte seine Mappe untergebracht und sich zurecht gesetzt. Da machte er plötzlich eine Bewegung des Schreckes.

»Sapperlot! Mein Regenschirm!« sagte er. »Der liegt an der Casse. Das ist so sicher wie Pudding!«

Erfuhr von seinem Sitze auf, langte durch das offene Fenster, öffnete die Thür und drängte seinen umfangreichen Leichnam hinaus.

»Das Pech geht an!« lachte Emma.

»Wir sind ihn los!« meinte Madelon. »Es läutet zum dritten Male. Er kommt nicht zur Zeit retour!«

»Himmel, Pinsel und Palette!« rief es draußen. »Wer hält mich denn dahinten!«

Herr Hieronymus war mit einer inneren Seitentasche seines Rockes hängen geblieben. Ein kräftiger Ruck, und sein gewichtiger Leib war frei; er plumpste auf die Erde nieder. Aber der rechte Schoß seines neuen Rockes hing oben über ihm. Er raffte sich auf, ohne den Verlust zu bemerken und wollte davon springen, um den Schirm zu holen. Da aber faßte ihn ein schneller Schaffner beim Arme und fragte:

»Wohin denn noch?«

»An die Casse! Ich habe meinen Schirm dort stehen lassen.«

»Dazu ist keine Zeit. Es hat zum dritten Male geläutet!«

»Aber ich muß ihn haben.«

»So versäumen Sie den Zug!«

»Heiliges Pech. Das ist der reine Pudding. Und da hängt weiß Gott mein Rockschoß.«

»Also hinein oder nicht? Hören Sie? Die Maschine giebt bereits das Zeichen.«

»Na, denn in Gottes Namen wieder hinein.«

»Aber schnell, schnell!«

So schnell allerdings, wie es wünschenswerth war, ging das bei dem dicken Maler nicht. Er drückte und quetschte sich vorwärts, und der Schaffner schob aus Leibeskräften. Der Zug kam bereits in's Rollen. Da endlich stand Hieronymus Aurelius wieder im Coupee, und die Thüre ward hinter ihm zugeworfen.

Emma hatte, um diese amüsante Scene besser beobachten zu können, den Schleier aufgeschlagen. Der Maler erkannte sie jetzt. Ueber sein Gesicht zog ein breites, wonniges Lächeln:

»Habe die Ehre, Fräulein König! Freut mich ungemein. Ihr ergebenster Diener - - Himmeldonnerwetter.«

Er hatte ihr eine tiefe Verbeugung machen wollen, wurde jedoch höchst fataler Weise daran verhindert. Es hielt ihn abermals Jemand an der hinteren Fronte seines Körpers. Er versuchte, sich umzudrehen. Es gelang ihm


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nur sehr schwer, und da sah er denn zu seinem Entsetzen, daß der Schaffner ihm den zweiten Schooß seines neuen Rockes in der Eile zwischen die Thüre geklemmt hatte.

»Na, nun hört mir aber Alles auf!« sagte er. »Die Reise fängt sich allerliebst an. Wo fahren die Damen hin?«

Die Gefragten mußten sich die größte Mühe geben, ein lautes Lachen zu unterdrücken. Emma antwortete, um ihm gleich von vorn herein zu zeigen, daß die etwaige Hoffnung, bis zu Ende seiner jedenfalls kurzen Fahrt in ihrer Nähe zu verbleiben, eine vergebliche sei:

»Nach Frankreich, mein Herr!«

»Das ist prächtig. Ich auch, ich auch! Da bleiben wir natürlich zusammen!«

Zunächst blieb er auch, nämlich stehen, um sich auf der nächsten Station aus seiner Gefangenschaft befreien zu lassen. - - -

_______________

  
Es war ein wunderschöner Morgen über die Gegend von Ortry aufgegangen. Die Sonne hatte den Thau von den Blättern und Halmen geleckt, nur hier und da glänzte ein goldener Tropfen aus dem tiefen Kelche einer Blume hervor. Die frühen Stunden waren vorüber, und die Sonne machte bereits ihre Wirkung höher geltend. Da ging Nanon durch den Wald.

Um diese Zeit pflegte Marion de Sainte-Marie dem Unterrichte beizuwohnen, welchen Doctor Müller ihrem Bruder Alexander gab. War es die Schwesterliebe oder das Interesse von den Lehrgegenständen, welches sie zu diesem Opfer veranlaßte? Sie wußte es sich vielleicht selbst nicht zu sagen.

Nanon aber benutzte dann diese Zeit zu einem einsamen Spaziergange im Walde. Da war es freier, besser und schöner als im Zimmer bei den Büchern und - - da draußen gab es allerlei Kräuter und Gräser, und zuweilen kam Einer, um dieselben abzupflücken und in seinen großen Sack zu stecken.

Ein Plätzchen gab es, wo sie gar zu gern verweilte. Es war der Ort, an welchem sie zum ersten Male mit Fritz ausgeruht hatte. Und wunderbar. So oft Fritz in den Wald kam, er streckte sich gewiß nicht eher in das Moos oder in die Halde nieder, als bis auch er dieses Fleckchen erreicht hatte.

So strich sie leise und langsam zwischen den Bäumen dahin und trällerte, nicht ganz laut, aber auch nicht ganz halblaut, das Lied vor sich hin:

»Fern im Süd', das schöne Spanien,
   Spanien ist mein Heimathsland,
Wo die schattigen Kastanien
   Rauschen an des Ebro Strand,
Wo die Mandeln röthlich blühen,
   Wo die süße Traube winkt,
Wo die Rosen schöner glühen
   Und das Mondlicht goldner blinkt.«

Sie blieb stehen und lauschte. Kein Echo! Es gab aber hier doch gar keinen Berg, keine Felswand, wodurch ein Echo erzeugt werden könnte! Und sie war doch eine so große Freundin des Echo; sie hörte es so gern. Sie setzte also ihren Weg fort und sang weiter:

»Längst schon wandr' ich mit der Laute
   Traurig hier von Haus zu Haus,
Doch kein einzig Auge schaute
   Freundlich noch zu mir heraus.
Spärlich reicht man mir die Gaben;
   Mürrisch heißet man mich gehn.
Ach, mich armen, braunen Knaben
   Will kein Einziger verstehn!«

Sie hielt abermals inne, um zu lauschen. Ueber ihr allerliebstes Gesichtchen glitt ein glückliches Lächeln, denn jetzt, ja jetzt ließ sich ein Echo hören. Aber kam das von einem Berge oder von einer Felswand zurück? Wohl nicht, denn die Töne lagen um eine volle Octave tiefer, und die Worte waren auch ganz andere. Giebt es denn auch Echo's, welche nicht von Felswänden zurückgeworfen werden und die ihre eigenen Töne und Worte haben? Jedenfalls, denn das Echo, welches sich jetzt hören ließ, sang:

»Als beim letzten Erntefeste
   Man den großen Reigen hielt,
Habe ich das Allerbeste
   Meiner Lieder aufgespielt.
Doch, als sich die Paare schwangen
   In der Abendsonne Gold,
Sind auf meine dunkle Wangen
   Heiße Thränen hingerollt!«

Es war eine volle, kräftige Baritonstimme, welche diese Verse sang. Nanon lauschte, und erst als das letzte Wort verklungen war, setzte sie sich wieder in Bewegung, aber schneller als vorher. Sie kam dem erwähnten Plätzchen immer näher, und als sie es erreichte, da - da lagen Zwei im Moose, nämlich der volle Kräutersack und Fritz, der jetzige Besitzer dieses medicinisch und offizinell höchst wichtigen Gegenstandes.

Er hatte natürlich nicht die mindeste Ahnung, daß außer ihm noch irgend Wer im Walde sein könne; ebenso wenig hatte er Jemand singen gehört. Er lag eben da und blickte zum Himmel auf wie Einer, der sich auf der Erde sehr wohl befindet und dies Denen, die da oben wohnen, von ganzem Herzen auch wünscht.

»Guten Morgen, Herr Schneeberg!« erklang es hinter ihm.

Wäre es möglich, daß er sich getäuscht hätte? Befand sich außer ihm doch noch Jemand im Walde? Wunderbar? Er sprang auf und that, als ob er im höchsten Grade überrascht worden sei.

»Ah, Sie sind es!« meinte er dann beruhigt. »Guten Morgen, Mademoiselle Nanon? Ich dachte, ich wäre ganz allein!«

»Darum haben Sie auch so schön gesungen!«

»Schön? Wohl kaum leidlich, denn ich habe niemals Gesangunterricht gehabt.«

»Aber Ihre Stimme ist hübsch!«

»Oh, wie eben die Stimme eines Kräutermannes sein kann!«

»Sie sind sehr bescheiden! Und was Sie da sangen, das war mein Lieblingslied!«

»Wirklich? Das hätte ich wissen sollen!«

Und doch hatte er es gewußt, denn sie hatte es ihm bereits einige Male gesagt, ganz mit denselben Worten, wie jetzt.

»Ich habe sogar, ehe ich Sie hörte, auch zwei Strophen desselben Liedes gesungen.«

»Drum! Drum hörte ich so Etwas aus der Ferne!


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Gerade wie wenn es vom Himmel käme! Es war so schön!«

»Gehen Sie! Sie schmeicheln!«

Er legte die Hand auf das Herz und betheuerte eifrig:

»Gewiß nicht! Ich sage die reine Wahrheit. Wenn Sie singen, so klingt es ganz anders als bei andern Leuten. Es muß bei Ihnen da drin ganz anders beschaffen sein! Viel zierlicher und accurater!«

Dabei deutete er auf seine Brust. Sie war ihm jetzt ganz nahe gekommen und reichte ihm ihr kleines, weißes Händchen.

»Wie weich und fein!« sagte er, indem er es leise und vorsichtig ergriff. »Gerade wie seidener Sammet, aber von der besten und allertheuersten Qualität. So ein Händchen ist doch etwas recht Wunderbares.«

»Wieso, Herr Schneeberg?«

»Es ist ein Meisterstück aus Gottes Hand und muß doch so viele irdische, dumme Arbeit vornehmen. Ein solches Händchen sollte immer ruhen dürfen. Es sollte nur da sein zum Entzücken Dessen, der ein Recht darauf hat. Meinen Sie nicht auch?«

»Sie sprechen stets in einer Weise, daß es Einem leid thut, das Geringste dagegen zu sagen.«

»Und Sie zeigen in Ihren nachsichtigen Worten eine Güte, über welche ich erröthen möchte!«

Sie standen vor einander und blickten sich in die Augen, so offen, so treuherzig, so redlich, der hohe, starke Mann und sie, das liebliche, sonnige Mädchen. Sie sahen sich an, als ob sie sich noch gar nicht gesehen hätten. Sie lächelten und sagten Nichts dazu, bis Fritz endlich dachte, daß er nun doch wieder Etwas sagen müsse. Darum fragte er:

»Sind Sie nicht ermüdet, Mademoiselle Nanon?«

»Eigentlich nicht, aber ein Wenig doch!«

»Wollen Sie nicht die Güte haben, Platz zu nehmen?«

»Wieder auf den Kräutern? Ich werde Ihnen noch den Sack durchsitzen, und dann wird Ihr Doctor zanken!«

»O, haben Sie keine Sorge! Der zankt nicht mit mir!«

»Weil Sie so gut und treu sind!«

»O nein, sondern weil er meint, daß Zanken doch nichts helfen und bessern würde. Kommen Sie! Es ist so weich, und ich habe ihn so gelegt, daß es bequem ist wie auf einem vornehmen Thronsessel!«

Sie setzte sich auf den Kräutersack und meinte lächelnd:

»Sie werden mich gewiß noch ganz und gar verwöhnen!«

»Ich wollte, ich könnte das! Dann möchte ich den ganzen Tag und das ganze Jahr bei Ihnen sein, um Ihnen Alles so sanft und weich wie möglich zu machen!«

»Ja, so sind Sie! Nur immer für Andere sind Sie besorgt! Und wir Andern mißbrauchen das nur zu sehr!«

»O, mißbrauchen Sie das nur getrost!« lachte er ganz glücklich. »Ich wollte, ich könnte Ihnen noch weit mehr dienen, als ich es vermag!«

»Wirklich? Meinen Sie das wirklich?«

»Gewiß! Wollen Sie das etwa nicht glauben?«

»Ich glaube es, denn ich weiß, daß Sie niemals die Unwahrheit sagen. Aber gerade weil Sie so gütig sind, habe ich gar nicht das Herz, eine Bitte auszusprechen, von der ich heute eigentlich reden wollte.«

Er blickte ihr so selig entgegen; er nickte ihr aufmunternd zu und sagte:

»Das ist es ja gerade, was ich wünsche! Ich wollte, Sie hätten alle Tage tausend Bitten, die ich gewähren könnte!«

»Das ist es ja eben! Ich weiß nicht, ob Sie im Stande sind, mir die gegenwärtige zu gewähren.«

»Ist's denn gar so schwer? Versuchen Sie es doch einmal!«

»Schwer ist's nun gerade nicht; aber Zeit gehört dazu, und die wird Ihnen wohl nicht zur Verfügung stehen.«

»Warum nicht? Zeit habe ich stets!«

»Ja, für Ihr Geschäft, aber nicht für mich!«

»Für Sie am Allermeisten. Doctor Bertrand läßt mich machen, was ich will. Also bitte, sagen Sie mir ja, womit ich Ihnen dienen kann!«

»Nun, so will ich es wagen. Ich muß Ihnen nämlich sagen, daß mein Vater gestorben ist.«

»Ihr Vater?« fragte er erschrocken. »Herrgott, das ist ja ganz und gar traurig!«

»Allerdings, obgleich er nicht mein eigentlicher Vater, sondern nur mein Pflegevater, mein Vormund war.«

»So haben Sie keine rechten Eltern mehr, Mademoiselle?«

»Nein. Ich bin ein Waisenkind.«

»Gerade so wie ich!«

»Ja, gerade so wie Sie!«

Da ergriff er ihr Händchen, streichelte es, aber vorsichtig, um ihr ja nicht wehe zu thun, oder etwas an der Herrlichkeit dieses »Meisterstückes« zu verändern und sagte:

»Gott schütze Sie. Man sagt, daß ein jedes Kind einen Engel habe, ein Waisenkind aber drei, nämlich zwei an Stelle des Vaters und der Mutter.«

»Das ist ein sehr lieber und schöner Glaube, aus dem man reichen Trost zu schöpfen vermag. Also mein Pflegevater ist gestorben und soll morgen beerdigt werden. Ich will hin, und auch meine Schwester kommt.«

»Eine Schwester haben Sie, eine Schwester?«

»Ja, ein gutes, heiteres herziges Wesen. Ich habe ihr telegraphirt, und sie wird morgen auf dem Bahnhofe sein. Dort empfange ich sie, und wir fahren weiter, nach Metz und von da nach Etain. Denken Sie sich, so weit wir Zwei!«

»Ja, das ist nun freilich schlimm! Zwei Damen, so allein!«

»Zwar fürchte ich keine Gefahr; aber man weiß doch niemals, was geschehen kann. Denken Sie, damals auf der Mosel.«

»Ja, wer sollte meinen, daß man da Schiffbruch leiden könne!«

»Und doch mußten Sie mich aus dem Wasser retten. Seit jener Zeit ist es mir, als ob ich nur dann sicher sein könne, wenn ich bei Ihnen bin. Darum kommt nun meine heutige Bitte, lieber Schneeberg - aber es fällt mir wirklich schwer, sie auszusprechen.«

Er lächelte ihr freundlich entgegen und sagte:

»Nun, da muß ich sie Ihnen leicht machen. Wissen Sie, was mich recht froh und glücklich machen könnte?«


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»Nun, was?«

»Wenn ich Sie begleiten dürfte. Aber so eine Dame, wie Sie, wird sich mit so einem armen Kräutersammler nicht abgeben wollen. Nicht wahr?«

»Wo denken Sie hin? Das war es ja gerade, um was ich Sie bitten wollte.«

»Wirklich? Dann hätten sich unsere Wünsche ja recht schön begegnet!«

»So wie immer! Aber, werden Sie denn auch Zeit haben?«

»So viel, wie Sie wünschen! Ich werde es meinem Herrn melden, und dann wird Alles abgemacht sein.«

»Gut! Werden Sie mit dem Vormittagszuge fahren können?«

»Das versteht sich ganz von selbst!«

»So treffen wir uns auf dem Bahnhofe! Wie freue ich mich, meine Schwester wieder zu sehen! Es sind Jahre vergangen, seit wir uns trennten. Wissen Sie, daß ich ihr von Ihnen geschrieben habe, von Ihnen und dem Löwenzahn? Ich dachte, sie könne sich erkundigen.«

»Wo?«

»Sie wohnt in Berlin.«

Er horchte auf.

»In Berlin?« fragte er. »Ist sie da verheirathet?«

»O nein. Sie ist Gesellschafterin gerade wie ich. Es geht ihr sehr gut. Ihre Herrin ist eine Gräfin von Hohenthal.«

»Von Hohen - Hohenthal?« fragte er, indem er Mühe hatte, seinen Schreck zu verbergen.

»Ja. Ihr Sohn ist Husarenrittmeister.«

»So, so! Darf ich ihren Namen wissen?«

»Madelon heißt sie. Also Sie kommen gewiß?«

»Ganz gewiß!«

»So will ich wieder gehen. Marion wird mich erwarten.«

Sie erhob sich und reichte ihm die Hand.

»Sie wollen allein gehen?« fragte er.

»Ja. Ich nehme morgen so viel von Ihrer Zeit in Anspruch, daß ich Sie heute nicht auch noch berauben will. Leben Sie wohl, mein bester Herr Schneeberg!«

»Adieu, Fräulein Nanon!«

Sie trennten sich. Sie ging, und er blieb zurück. Als sie sich entfernt hatte, schüttelte er den Kopf und sagte:

»Na, na, was soll daraus werden! Hohenthals Madelon ist ihre Schwester! Die kennt mich ganz genau. Sie wird gleich ahnen, weshalb wir uns hier befinden. Was ist da zu thun? Es wird am Besten sein, ich frage den Herrn Rittmei- wollte sagen, den Herrn Doctor Müller. Was der sagt, das wird gemacht. Auf mich allein kann ich es nicht nehmen.«

Er nahm seinen Sack auf die Achsel und schritt davon. Er war allerdings keineswegs wirklich verpflichtet, für Doctor Bertrand Pflanzen zu sammeln; oft aber, wenn es seine eigenartigen Geschäfte zuließen, brachte er officinelle Kräuter mit heim. Auch heute sagte er sich, daß er Muse zum Sammeln solcher Thee's habe, und so verweilte er noch längere Zeit in Wald und Feld. Es war bereits weit über Mittag, als er mit den Ergebnissen seines Botanisirens nach Thionville kam. Er begab sich, als er dieselben abgeliefert hatte, nach dem Gasthofe, in welchem damals die Seiltänzer logirt hatten und in dessen kleinem Zimmer er den Auftritt mit dem nachher verunglückten Mädchen erlebt hatte.

Als er quer über die Straße hinüber schritt, erblickte er Müller, seinen Herrn, welcher langsam, mit den Schritten eines Spaziergängers, daher geschlendert kam. Ein kurzer Wink zwischen Beiden genügte zum Verständniß, daß Fritz mit dem jetzigen Erzieher zu sprechen habe. Der Erstere trat in den Gasthof ein. In dem Gastzimmer befand sich kein Mensch; dennoch aber begab er sich nach dem erwähnten kleinen Stübchen, um von etwa noch ankommenden Gästen ungestört zu sein. Müller war so vorsichtig, die Straße vollends hinauf zu gehen und durch zwei Nebengassen zurückzukehren. Auch er begab sich nach dem hintern Zimmerchen, da er in der vorderen Stube Niemanden erblickte. Gerade als er dort eintrat, erhielt Fritz seine Flasche Wein, welche er sich bestellt hatte. Er grüßte fremd, als ob er den Letzteren nicht kenne, und bestellte sich ebenso Wein. Als derselbe gebracht worden war und die Kellnerin sich entfernt hatte, fragte er in halb lautem Tone:

»Du hast mir Etwas zu sagen?«

»Ja, Herr Doctor.«

»Etwas Wichtiges?«

Fritz zuckte die Achsel, machte ein schelmisches Gesicht und antwortete:

»Hm! Für mich vielleicht, für Sie aber wohl weniger. Es ist eine private Angelegenheit.«

»So, so! Laß doch einmal hören!«

»Ich brauche sehr nothwendig einen kurzen Urlaub.«

»Weshalb?«

»Na, weil der Pflegevater gestorben ist!«

»Der Pflegevater?« fragte Müller erstaunt. »Doch wohl nicht der Deinige?«

»Nein. Zweimal stirbt bekanntlich Keiner. Ich meine nämlich den Pflegevater von Mademoiselle Nanon.«

»Ah! Das verstehe ich nicht.«

»Nun, sie hat in der Gegend von Etain einen Pflegevater, welcher gestorben ist. Sie will ihn begraben helfen, und ich soll die Ehre haben, sie zu begleiten.«

»Du, Du!« drohte Müller mit dem Finger. »Was soll ich davon denken? Ich will doch nicht hoffen, daß - - -!«

Er hielt inne, und Fritz fiel schnell ein:

»Daß ich etwa nicht der Kerl bin, eine Dame zu begleiten und zu beschützen?«

»Eine alte, eine recht sehr alte, ja; aber eine so junge und zugleich hübsche? Nein!«

»Donnerwetter! Ein königlich preußischer Ulanenwachtmei - - -«

»Pst!« warnte Müller.

»Ach so! Ich wollte sagen ein französischer Kräuterfex, der mit Blumen und Blüthen umzugehen weiß, wird wohl auch verstehen, eine junge Dame zart genug anzufassen!«

»Also beim Anfassen bist Du schon?«

»Warum nicht?«

»Duldet sie das?«

»Was will sie machen!«

»Hm! Wie kommt sie denn gerade auf Dich?«

»Da ist jedenfalls nur der Kräutersack schuld!«

»Wieso?«


// 1080 //

»Weil der ihr stets als Kanapee dient.«

»Ach so! Ich beginne, zu begreifen! Ihr trefft Euch zuweilen im Walde?«

»Freilich!«

»So ganz zufällig?«

»Ganz und gar!«

»Dann setzt Ihr Euch nieder und plaudert?«

»Natürlich!«

»Sie sitzt auf dem Sacke?«

»Gewöhnlich.«

»Und Du daneben?«

»Zuweilen. Es kommt auch vor, daß ich liege. Wir haben nämlich bei unseren Conferenzen jede Etiquette verbannt.«

»Das ist sehr praktisch. Und wovon unterhaltet Ihr Euch?«

»Vom Wetter, von Frostballen, von Clarinetten und auch wohl von sauren Gurken und hölzernen Pantoffeln.«

»Schlingel! Giebt es keinen bessern und interessanteren Unterhaltungsstoff?«

»O doch!«

»Nun?«

»Wir gucken uns an. Das ist das Liebste und Interessanteste, was wir machen können.«

»Fritz, Du bist verliebt!«

»Donnerwetter, ja, das ist wahr!«

»Und sie, die Nanon?«

»Die wohl schwerlich. Leider! So ein kleines Mäuschen wird sich in so einen großen Bären vergaffen!«

»Das ist richtig! Du hast übrigens auch ganz und gar Nichts an Dir, was geeignet sein könnte, das Herz eines jungen, hübschen Mädchens zu erobern!«

»Ah! Wirklich? Ja, das kann wahr sein. Es fehlt mir das Haupterforderniß, um Liebe und Anbetung zu erwecken.«

»Was?«

»Der Buckel, den Sie haben.«

»Du bist ein Galgenstrick! Aber lassen wir diese heikle Angelegenheit. Deine Bekanntschaft mit Nanon Köhler kann uns sehr nützlich werden. Wie lange soll der Urlaub währen?«

»Das weiß ich nicht. Doch wohl nicht länger als bis übermorgen Abend oder den nächsten Vormittag.«

»Wann fahrt Ihr ab?«

»Morgen mit dem Mittagszuge.«

»Nun gut! Du sollst den Urlaub haben, und hier auch das Reisegeld. Da, nimm!«

Er zog die Börse und reichte dem Wachtmeister einige Goldstücke hin; dieser nahm sie mit lachender Miene in Empfang und sagte:

»Großen Dank, Herr Doctor! Auf diese Weise kann ich nobel auftreten und mich sehen lassen. Das ist mir besonders deshalb lieb, weil eine alte, gute Bekannte mitfahren wird.«

Müller horchte auf.

»Eine Bekannte?« fragte er. »Von hier?«

»Nein, sondern von Berlin.«

»Das wäre?« frug Müller erstaunt.


Ende der achtundsechzigsten Lieferung - Fortsetzung folgt.



Karl May: Die Liebe des Ulanen

Karl May - Leben und Werk