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 Betreff des Beitrags: Flugblätter und Puzzle. Eine Satire
BeitragVerfasst: 4.12.2005, 12:39 
Flugblaatl uh Puzzle. Enne Satire

Su e paar Wochn isses schuu har, daß der Schustergung hiegegange is uh sich de neie „Karl-May-Haus-Information“ gekauft hoot, es Heftl Numero 19. Erscht ema hoots e paar Doog rimgeleeng, denn mr hoot fei noch e Hobby: mr arbeitet nämlich, uh doo kimmt mr ni su schnell zen Laasn. Aar dann woor de Neigier fei doch ganz sehr gruuß. Zerscht, su an em Sonnohmd, hoob iech gedacht, miet em kurzen Neiillern isses aa getaa, en Rest kaa mer sich bis zen Hutzendoog, woos mr itz hoom, zerickleeng. Dann hoob iech aar fei glei en grußen, intressanten Artikel voo em Plaul-Hainer gefunn, suu ewoos voo Kams, woos ze ruudn Zeitn im Arzgebirg aa Karl-Murks-Kams beniemt worrn wur. Doo gabs ganz sehr viele Endnoten noochzeschloong uh ne Seiten vür uh zerick. Uh drmiet ging fei de gruuße Addelei uh dr Huckauf luus.

Miet ennemmool is e Blaatl waggefluung wie su e Vugl. Dr Schustergung hoot sich gebückt uh es huuchgehuum. Su ewoos kaa schuu ema passiern; aus unnern schienen Wochenblaatl purzelt ab und an aa ewoos naus. Uh dann hootr weitergelaasn – nes woor e ganz sehr intressanter Artikel, aar aa miet ganz sehr vielem Noochschloong voo Endnoten. Zwaa Endnoten weiter tat es nächste Blaatl flieng ginne, uh dr Schustergung mußt sich wedder bickn. Drnooch hoob iech mich trotzdem in em Heftl su e bissel fastgelaasen.

Aar dann hoob iech aan gesaah, wuu iech fei ni mooch: en Setzerlehrling voo em „Guten Kameraden“, en Spezialfeind voo unserm alten Hobble-Frank. Iech tat mich fei froong: Hoot der närrsche Gust etwan mennichsmool Korrektur gelaasen? Iech hoob doo drinne Fahler ieber Fahler gefunn. Uh hinne stieht aa noch, doß, wer Rechtschreib- uder Druckfahler findt, se ausschneiden uh behalten soll! Iech hoob doch e Heftl gekauft uh kaa tausendteilches Puzzle! Wenn mer in dem Gemaar rimschnippelt, blebbt außer em Weißen am Rand in mennichn Blättern ni su sehr viel ieber! Drnooch kam es Heftl erscht ema inne Eck, nes woor mr ze ville zen Ärgern.

Een Doog später hoob iech mr gedacht: du bist fei e Haftelmacher, namm doch ni alles su iebergenau, guck ieber de Fahler wag, machst doch aa welche. Uh doo hoob iech aagefang ze laasen voo vorn bis hinne. Aar wenns mers fei ganz sehr genau nimmt, bie iech ni bis hinne gekomme, doo isses ben Wollen gebliebn. Nes hoot nämlich bal wieder en gruußen Ärcher fer mich gegaam. Drnooch hoob iech mi gefroocht, worim nes Blaatl ni „Die fliegenden Blätter von Ernstthal“ haaßt: Ee Blatt noochm annern is nunnergepurzelt. Uh nooch em dritten is mir e altes Kinnerlied, woos iech früher ema gehört hoob, eigefalln. Su vür uhgefahr zwanzig Gahrn etwan hoob iech e gunge Mahd gekannt, wuu ema in e Gaststätte nei is uh bal gebläkt hoot: „Ihr seid ja alle besoffen. Ihr müßt euch wieder nüchtern tanzen.“ Uh weil mer alle e geds en Affen auf dr Schulter gehaat hoom, hoom alle „Ja!“ gesaat uh durften tanzen – eemol uh nie wieder! Nes woor nämlich „Laurenzia“, nes Kinnerlied miet en Kniebeugen fer gedn Doog. Ben vierten Blaatl hoob iech nes Original-Lied gesung, ben fünften hoob iech nes ze verännern oogefang, uh als dr Schustergung sich zen achten- uh letztenmool nooch en Blaatl gebickt hoot, hootr gesungen miet em oogepaßten Text fer de fliengdn Blaatl, uh de Strophe woor: „Oh Blätter, fliegende Blätter mein, wann werdet ihr wieder beisammen sein? Am Scho- ontag! Ach wenn es doch erst wieder Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Schontag wär, das Blattzeug wieder Heft 19 wär, Heft 19 wär!“ Uh fer gedn Doog e Kniebeuge weeng e Blaatl! Drnooch hoob iech mich fei ni mehr gebickt, aa weil iech fei ni mehr su schlank bie wie vür zwanzig Gahrn, uh ne annern Blaatl sei uhne Gesang unne lieng gebliem. Ner Schontag, voo dem iech zeletzt gesunge hoob, is aar ewoos fer Zesammnammiche uh hoot en grußn Fahler: wer es Heftl schonen will, darf nes entweder goor ni kaufen uder, wenn närs doch kauft, drnooch ni laasn, denn Laasn macht fei fliengde Blaatl. Aar doo stinne ze viele intressante Sachen hinne, im en aadauernden Schontag auszerufen!

Heid ohmd waar iech in unnere Hutzenstube giehn. Nes ward alle ganz sehr gefrein, woos iech en ze erzaahln hoob. En Schustergung kaa sich doo kaaner tanzend vürstelln. Zen grußen Gelick muß doo kaaner zen Hutzenmarsch tanzen!


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BeitragVerfasst: 4.12.2005, 18:45 
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Sowohl die Qualität der Bindung als auch andere Patzer im Heft sind der völligen Umstellung im Herstellungsprozess geschuldet.
Wir haben uns da auch geärgert - und lernen draus.

Wir hoffen, dass die Nummer 20 dann wieder allen Ansprüchen genügen wird. :-)


ta

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BeitragVerfasst: 4.12.2005, 19:38 
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Gibt es für diejenigen, die der im vorvorigen Beitrag zur Anwendung gekommenen Fremdsprache nicht mächtig sind, und aufgrund anders gearteten Humors und fehlenden Nervs auch nicht willens, sich da hineinzulesen, vielleicht eine kurze Zusammenfassung auf Deutsch ?

Ich wüßte überhaupt gern mehr über die Karl-May-Haus-Informationen, die ja, wenn überhaupt, äußerst stiefmütterlich beworben werden und von deren Existenz mancher gar nicht wissen wird.

Wer ist da für was zuständig ? Daß Du damit zu tun hast, Jenny, wußte ich z.B. gar nicht.


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BeitragVerfasst: 4.12.2005, 19:45 
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rodger hat geschrieben:
aufgrund anders gearteten Humors und fehlenden Nervs auch nicht willens, sich da hineinzulesen

No risk, no fun 8-)

Es handelt sich übrigens mitnichten um eine Fremdsprache, sondern um einen deutschen Dialekt. Welchen, weiß ich jetzt zwar auch nicht, aber es ist wohl eindeutig Deutsch. Und mit ein wenig guten Willen und Geduld auch problemlos lesbar. Wenn man es denn lesen will.


Zuletzt geändert von giesbert am 4.12.2005, 19:47, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 4.12.2005, 19:45 
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Hallo Rüdiger,

es wurden - völlig zurecht - die selbstständig erfolgte Umwandlung des letzten Heftes in eine Loseblattsammlung sowie zahlreiche Druckfehler kritisiert.
(Dieser Fremdsprache bin ich übrigens auch nur passiv mächtig. kein Vergleich zu unserem lieblichen Leipziger Zungenschlag.)

Ich selbst hab mit der Herstellung nur ganz am Rande zu tun, fühlte mich jetzt aber doch angesprochen. Im Wissenschaftlichen Beirat haben wir erst kürzlich heftig darüber debattiert - und eben Besserung gelobt.

Beste Grüße

ta

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BeitragVerfasst: 4.12.2005, 20:37 
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@Giesbert

Das mit der Fremdsprache war auch nur ein Scheaz (und der wurde jetzt absichtlich falsch geschrieben, Erläuterung II), ich vermute mal, es handelt sich um Alemanisch. Aber was dem einen sein fun, ist dem anderen öd und doof.

@Jenny

Erzähl' doch mal was über Beirat, Haus und Info.


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BeitragVerfasst: 5.12.2005, 12:27 
Glück Auf!

Uhm hoot aaner gefroocht, woos iech fer e Dialekt schreiben tu. Su spricht mr ewing im Westen voo unnern "Weihnachtsland", woos nes Arzgebirg nu ma is. Su singt dr Anton Günther, su singe ah de Gunge uh de Mahd, uh su is unnere Sprooch. Mr sei zwar Sachsen, aar dr Hobble-Frank is ehm in er ganz sehr annern Gengd voo unnerer Hamit drham uh hoot drwing aa e annere Sprooch. Doo lachmr sugoor drieber, mr sprechn halt kei Sächsisch. Esu wie ganz sehr ville, wuu unnern Dialekt sprechn, woor dr May-Karle fei eingtlich goor kei Sachse, sondern en "Schönburger", aar en "Schönburg-Hinterglauchauer".

Uhm hoot e Mahd voo Lipsia Eterna geschriem, es naie Heftl is fei e "Loseblattsammlung". Ne Leit, wuu nes Heftl abonniert hoom, hoom aar e Heftl bestellt uh kaa "Loseblattsammlung". E Heftl stieht im Biecherschrank, e "Loseblattsammlung" tut en Sammelordner gebraang uh stieht im Büro mittenmang unner en Akten. Uh doo gehörn sette Heftl fei ni hie! Iech frooch mich fei: worim kost e "Loseblattsammlung" suviel wie echtes rachtes schienes Heftl? Miet en fliengdn Blaatln tat mr ganz sehr viel Ärcher uh Gemaar hoom, fei ni bluus dr Schustergung uder e paar annere. Wenn es nächste Heftl kimmt, frein sich de Abonnenten, wuu dann noch verexistiern, fei ganz sehr auf e naie "Loseblattsammlung". Uh suwoos is zesammnammichen Arzgebirgern ze teier! Iech hör se schuu bläken: "Settes Gemaar huuln mr uns fei ni mehr! Doo gaahm mr unner wenches Gald fer ewoos anners har!" Woos will dr Beiroot voo em Karl-May-Haisl fei tue, im en Schaden ganz sehr ze begrenzen? Miet em galben uder weng em Karl-May-Haisl grienen Sammelordner wie doozemalen fer e "Loseblattsammlung" im Winnetou uh Hadschi Halef Omar vuu su em Verlag in Wiesbaden is nes fei ni getaa fer Leit, wuu es wenche Gald, woos ne hoom, ganz sehr zesammnamm müßn!

Iech kenn mei Arzgebirger - menniche sei su sehr zesammnammich, doß e Sprichwort gemacht worn is: "Schwaben und Schotten sind wegen maßloser Verschwendungssucht landesverwiesene Zesammnammiche". Uh iech bie doch ganz sehr drfier, doß ne fei aa im nächsten Gahr wedder Gald fer Heftln weeng em May-Karle haargabn!


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BeitragVerfasst: 22.1.2006, 15:09 
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Hallo zusammen!

Jetzt interessiert es mich aber schon, was das für ein Dialekt ist? Ein wenig erinnert er mich an Fränkisch- Oberpfälzisch- Hessisch- Günzburgisch??? Und "Glück auf" ist ein Bergmannsgruß, dem man auch in Hohenstein-Ernstthal begegnet.

Gruß
Sylvia


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BeitragVerfasst: 22.1.2006, 15:14 
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Die Lachsmiley-begleitete Korrektur von "Schustergang" auf "Schustergung" kürzlich machte mich, wie schon Heinz Erhard in der Knirps-Geschichte, stutzig. - Vielleicht gibt ja doch mal der Herr Schustergung oder auch das Autorenkollektiv eine kleine Erklärung ab (am besten in Deutsch, ich persönlich tue mir diese nervtötende Sprache, die viele lustig finden mögen, kaum an). - Oder was für Forenkönige oder Internetgespenster geistern hier herum ?


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